Dienstag, 30. April 2013

Essen außer Haus

Ich wollte heute vormittag nach Oldenburg, Frisörtermin umlegen wegen schlechter Zeitplanung, Arzttermin, noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen etc. In Anbetracht meiner momentanen massenhaften "Gehirnaussetzer", dachte ich mir, ein ruhiger Tag wäre mal nicht schlecht. Also trotzte ich meinem schlechten Gewissen, dass mich permanent dazu nötigt, meinen Garten umzugraben, und fuhr in die Stadt. Für Menschen, die in einer "richtigen Stadt" leben, mag Oldenburg winzig sein, aber ich komme hier gut zurecht. Insbesondere im Bezug auf die veganen Essensmöglichkeiten wird Oldenburg unterschätzt, wie ich heute mal wieder feststellen durfte, aber dazu später.
Erstmal mein tolles Erlebnis beim Frisör:
Ich: "Ich habe am Freitag um 8 Uhr einen Termin für ne Brautfrisur und wollte nachfragen, ob sie den vielleicht ausnahmsweise vorverlegen können"
Frisöse: "Aber wir öffnen erst um 8 Uhr, dann müsste ich ja eher anfangen..."
Ich: "Ich weiß, aber ich habe ein echtes Zeitproblem. Ich heirate den Tag in Hamburg und muss spätestens um 8:30 hier los"
Frisöse: "Aber nach Hamburg fahren sie doch nur 2 Stunden"
Ich: "Aber es ist Freitag und wenn Stau ist komm ich nachher zu spät und dann werde ich nicht heiraten und dann war der ganze Stress für die Katz (ab diesem Punkt fing ich an zu weinen) und ich will doch nur eine kleine schöne Hochzeit, an der alles klappt und ich habe so eine große Angst, dass etwas schief geht. Also bitte, bitte, bitte können sie nicht einfach ein bisschen eher anfangen, damit ich einfach nicht auch noch den Zeitstress kriege?"
Frisöse (leicht verunsichert): "Okay, wenn ihnen damit geholfen ist. Termin um 7 Uhr?"

PERFEKT! Ich habe ja ein bisschen den Verdacht, dass sie nur nicht wollte, dass ich weiter weine, aber hauptsache das hat geklappt. Ja, ich gestehe, das war ein leicht hysterischer Anflug...aber vielleicht liest das hier ja auch jemand, der mal drei Tage vor seiner Hochzeit stand und mich ein bisschen verstehen kann.

Danach Arzttermin, bin natürlich knackig gesund :) und von da aus weiter in die Stadt. Den fehlenden Kleinkrams besorgt, noch ein Gesichtsfluid dazu besorgt, um meine Stresspickel in den Griff zu kriegen, anschließend noch für morgen eingekauft (ich will Grillen!!!). Gegen 12 Uhr wurde mir schmerzhaft bewusst, dass ich um 13 Uhr arbeiten muss. Aber ich hatte eh vor, mal wieder Essen zu gehen. Also steuerte ich das Vapiano an. Wer Vapiano nicht kennt, kurze Erklärung dazu: Das ist eine Restaurantkette, man könnte es als eine Mischung aus Showrestaurant und Schnellimbiss bezeichnen. Man bekommt so eine schöne Laserkarte, mit der man sich am Thresen registriert. Anschließend sucht man sich ne Pizza, ne Nudelsoße, ne Nudelsorte, nen Salat oder Antipasti aus und kann dabei zusehen, wie das frisch zubereitet wird. Das ist ziemlich cool, geht schnell und ist relativ preiswert. Als Veganer kommt man hier ziemlich gut zurecht mit Antipasti, Pizza ohne Käse und verschiedenen Nudelsoßen.
Ich genoß Dinkel-Spaggethi Arrabbiata ohne Parmesan, dafür aber mit viel Hunger
Nebenbei habe ich einem meiner größten Hobbys gefröhnt: Beobachten
Ich liebe es, alleine in einem Kaffee o.Ä. zu sitzen und mir andere Leute anzusehen, zu lesen, weiterzuschauen. Heute hatte ich das Vergnügen "La dolce vita"-Gefühle bei meinen Mitmenschen zu sehen; Sonnenschein, guter Wein (klar morgen ist arbeitsfrei), gute Gespräche...und ich musste los zur Arbeit *schnief*
Für den Spätdienst habe ich mir noch schnell was zum Abendbrot besorgt (man gönnt sich ja sonst nichts) Ich war im Woyton, einer Kaffeekette, welches meeines Wissens nach der einige Laden in Oldenburg ist, wo ich Kaffee mit Sojamilch erhalte. Und etwas sehr geiles "To-Go" kann man dort bekommen: einen veganen Bagel
leider in meiner Tasche etwas platt gedrückt
Das Ganze besteht aus einem Vollkornbagel, Tomaten-Erdnuss- Aufstrich, Rucola, Gurke und veganem Schmelzkäse. Hammer Teil!!! Auf der Homepage des Unternehmens habe ich den Bagel leider nicht gefunden, daher weiß ich nicht, ob es den auch noch in anderen Filialen gibt.
Dazu noch einen schönen Couscoussalat und ich war im 7. Himmel
Und dann soll nochmal jemand sagen, in einer Kleinstadt ist es schwer, vegan zu leben. Ich finde das klappt sehr gut, wobei Oldenburg wahrscheinlich von seinem heimischen Studentenanteil profitiert und daher ein relativ großes Angebot von "Alternativen" anbietet.
So, jetzt habe ich meinen letzten Arbeitstag vor meinem Hochzeitsurlaub rumgebracht. 3mal noch schlafen und das Dauergrinsen will einfach nicht aus meinem Gesicht verschwinden


Montag, 29. April 2013

Junggesellinnenabschied

Vorweg eine kurze Info: Dies ist die Beschreibung eines Ereingisses, wie ich es wahrgenommen habe. Sollten sich einzelne oder mehrere Personen hierdurch angegriffen fühlen, lest bitte hier weiter

Was für ein Tag!!!
Samstag war mein heißersehnter Junggesellinnenabschied und ich habe ganze zwei Tage zur Regeneration benötigt :) Natürlich werde ich jetzt hier einen ausführlichen Bericht darlegen, wobei es mich jetzt schon ärgert, dass ich das mit dem Fotografieren etwas versäumt habe. Aber ein paar wenige Bilder existieren :)
Den Tag bin ich um 4:30 Uhr aufgewacht. Unfähig wieder einzuschlafen, habe ich mein momentanes Hörbuch weitergehört ("Biss zur Mittagsstunde"). Um 6:30 klingelte endlich mein Wecker, angezogen, Tee gekocht, gewaschen, rumgedrömelt. Um 8 Uhr kam mein lieber Freund, der den Tag den Fahrdienst für mich spielen durfte.
Die Reise ging Richtung meiner Mutter. Meine Mutter lebt grobe Richtung Hannover, d.h. wir hatten 1 1/2 Stunden Autofahrt. Gegen 9:30 waren wir schon leicht ausgehungert endlich da und wurden mit einer ohrenbetäubenden Lautstärke begrüßt. Ich bin diesen Überschwang an Energie, den meine Mutter und meine Tanten mitbringen bereits gewöhnt, mein Freund nicht :) Er verglich die Situation später mit dem Betreten eines Hühnerstalls, was mir passend erscheint. Die Frauen in meiner Familie (ich bilde da die große  Ausnahme, komme eher nach meinem Vater) können laut, viel und durchdringend erzählen.
Anwesend waren meine Mutter + Stiefvater, meine beiden Tanten, Cousin+Cousine, mein "Fahrer", meine beste Freundin und eine gute Freundin meiner Mutter. Es waren noch mehrere Leute eingeladen, sprich geplant war keine "Familienfeier", allerdings leben die wenigen guten Freunde, die ich habe, ziemlich weit weg (Berlin, Köln...) von daher konnte ich verstehen, dass viele Freunde im Vorfeld abgesagt haben.
Meine Mutter begrüßte alle Gäste, es gab Sekt (auf nüchternen Magen) und sie und meine Tanten legten eine Tanzeinlage zu "Eine Insel mit zwei Bergen" hin. Dann erklärte meine Mutter den Ablauf: Erst Frühstück, dann gehen wir auf die "Walz", sprich wir reisen durch die Gegend, zu bestimmten Orten und Leuten und singen, tanzen o.Ä. je nachdem, was gerade ansteht. Klang gut.
Endlich Frühstück. Meine Mutter hatte sich übertroffen; trotz der absoluten Fleischessermehrheit und der Tatsache, dass mir früher zuhause das Leben als Vegetarier schon schwer gemacht wurde, hatte sie es geschafft, ein veganes Frühstück auf die Beine zu stellen. Ganz stolz zeigte sie mir ein Kochbuch, was sie sich extra gekauft hatte. Es war total süß
Brötchen vom Biobäcker, Apfelrösti mit Sirup, Marmelade, Margarine etc.
Frühstücksmuffins

Ich war total begeistert und habe erstmal ordentlich reingehauen. Die übrigen Gäste habe etwas sparsam geschaut und sich doch lieber an den Wurstteller gehalten. Das hat mich jedoch weniger gestört, weil so mehr Essen für mich da war :)
Danach begann die große Fahrt. Wir reisten zu meiner Oma, die seit einigen Jahren mit ihrer besten Freundin zusammenlebt und sie pflegt ("Meine Oma ist die Beste" - Oma). Wir wurden herzlich gedrückt, Sherry wurde ausgepackt, woei ich mich lieber an Sekt hielt. Wir sangen ....tja, weiß ich nicht, die Liedauswahl hatte meine Mutter gemacht und mit vielen Sachen konnte ich nix anfangen. Es war auf jeden Fall Ronny, der muss sowas wie der Justin Bieber meiner Großeltern gewesen sein. Hochmotiviert holte ich dann auch noch meine Gitarre raus und spielte "Zwei kleine Italiener". Stimmung war spitze.
Von da aus ging es weiter zu meiner anderen Oma, die die ganze Zeit weinte und sich so freute. Sie dachte zuerst, dass meine jüngere Cousine heiratet und war ganz verwirrt, dass es um mich ging...den Umstand, dass ich eine Frau heirate, ignorierte sie gleich weg, aber okay, ich erwarte nicht, dass sie das versteht. Wieder irgendwelche unbekannten Lieder gesungen und Sherry getrunken (trinken ältere Leute nur Sherry???)
Die Tour ging weiter zu ehemaligen Nachbarn meiner Mutter, dort gesungen und Korn getrunken (endlich mal was Richtiges :)  )
Dann folgte meine ehemalige Dorfkneipe, wo wir "Die kleine Kneipe" von Peter Alexander (das kannte ich) zum Besten gaben und dafür "Kirchenfenster" bekamen. "Kirchenfenster" ist sowas wie unser "Heimatschnaps". Das ganze besteht aus Erdbeersirup, Waldmeistersirup und Reiterlust, einem klaren, sehr starkem Schnaps. Alles nacheinander ins Glas und es sieht dann sehr schön aus und ist saulecker - Absturzgefahr
 


Zu diesem Zeitpunkt bekam ich meinen ersten emotionalen Einbruch (scheiß Alkohol). Die Dorfkneipe befindet sich direkt in der Nachbarschaft von meinem Vater. Ich habe meinen Vater sehr lieb, bin aber nach der Trennung meiner Eltern in einem permanenten Interessenkonflikt zwischen den beiden gewesen (viel zu lange Geschichte), wodurch es mir heute immer noch schwer fällt, beiden gemeinsam zu begegnen. Es geht meinen Eltern ähnlich, daher hatten mein Vater und meine Stiefmutter vorsorglich die Einladung zum Junggesellinnenabschied abgesagt, was mich sehr getroffen hatte. Aber wie gesagt, es überkam mich ein " ich heirate in ein paar Tagen und ich brauche jetzt meinen Papa", also sind wir da hin. Seltsame Situation, zwei Welten prallten für mich aufeinander. Aber es haben sich alle viel Mühe gegeben, es mir auch schön zu machen (noch mehr Sekt *grins*), mein Vater holte die Gitarre raus, wir sangen "Whiskey in the Jar", ich vergoss ein paar Tränen und war glücklich.
Von da aus fuhren wir in meine "Schulstadt" zu dem Gymnasium, w ich war, zu dem Cafe, wo ich "selbstbestimmte Freistunden" genoß und zu ehemaligen Nachbarn, die dort jetzt in einer Seniorenwohnung leben. Der Alkoholpegel stieg und stieg, ich kann mich nicht mehr 100% an alles erinnern. Meine Mutter kaufte mir Hochzeitstortenfiguren mit zwei Frauen (so was hatte ich in Oldenburg schon ewig gesucht) und ich rauchte auf dem Schulgelände (ich war schon immer ein Rebell *smile*)
Die Tour ging nach Oldenburg, aufgrund der Wetterlage nicht wie geplant in den Schloßgarten, sondern zu meinen Freunden nach Hause, dort warteten noch ein paar Leute, eine Freundin hatte vegane Muffins gebacken, es gab Kaffee (dringend nötig), und wir konnten uns etwas restaurieren. Die letzte Station war mein geliebtes Zuhause, wo Essen zubereitet wurde. Ich war befreit, ich rauchte Zigarre
Ich und mein Cousin

Mit dem Alkohol war ich durch, es ging nix mehr - total fertig. Dafür begannen die anderen zu trinken und zu essen.
Kartoffeln, Tzatziki, Gemüsepfanne, Reis

Ich kümmerte mich um die leicht verstörten Haustiere (die kennen so viel Besuch nicht)
Mein Bosse
Um 24 Uhr war der Tag vorbei. Ich fiel totmüde ins Bett. Den gestrigen Tag habe ich leidlich das Chaos beseitigt und mein Leben Revue passieren lassen, was wahrscheinlich normal ist, wenn man so eine "Lebenstour" erlebt. Was bleibt? Die Erkenntnis, dass ich nicht mehr so viel trinken sollte, dafür bin ich zu alt. Und die Erkenntnis, dass es jetzt gut ist, ich bin bereit zu heiraten. 5 Tage noch

Freitag, 26. April 2013

Hochzeitsblödheit

Eine Woche noch...in exakt 6 Tagen, 19 Stunden und 32 Minuten werde ich heiraten. Mein Gefühl...ich würde es mal als Mischung zwischen immenser Freude und absoluter Panik beschreiben. Ich habe eine Bezeichnung, für dieses Gefühl - HOCHZEITSBLÖD. Mein Gehirn funktioniert nicht mehr richtig. Zuhause bekomme ich nur noch wenig gebacken, auf der Arbeit vergesse ich total viel... ständig sprechen mich Leute an und fragen, ob ich aufgeregt bin; meine Reaktion besteht meistens aus einem "uauauauauauauauauuauauuauauaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh - ich heirate bald, ich mache das wirklich, ich gehe diesen Schritt, ich werde heiraten" Muss ich mir Gedanken machen? Ist das noch normal???
In meinem anhaltendem "ich krieg nix auf die Reihe" versuche ich mir gerade so wenig Arbeitsschritte wie möglich zuzumuten. Daher bin ich auch sehr sparsam mit dem Kochen, was soviel bedeutet wie, es gibt viel "Fertigfutter". Nur mal so am Rande, meine Haut dankt es mir nicht. Ich sehe momentan aus, wie ein Teenie und das nicht im positivem Sinne...
Aber etwas Gutes kann ich dem Ganzen abgewinnen, ich lerne neue Produkte kennen. Heute z.B. die Frühlingsrollen von Veggielife
Ich glaube, ich hab die bei Rewe gekauft. Ich mag Frühlingsrollen, von daher dachte ich mir, dass das ein Superbasic für mein Arbeitsessen ist. Die Füllung besteht aus Weißkohl, Räuchertofu, Lauch, gehacktem Sojaeiweiß, Sonnenblumenöl, Gewürzen, Meersalz, Hefeextrakt, Reismehl, Palmfett. Klingt ganz gut. Hab mir dazu gestern einen schnellen Salat zuhause vorbereitet, so dass ich die Dinger auf der Arbeit nur noch braten musste

Misch-Masch-Schnell-Salat
1 Paprika
1 Möhre
2 Frühlingszwiebeln
ein Schuß Olivenöl
ein Schuß Balsamico
etwas Salz und Pfeffer
ein ganz bisschen Agavendicksaft
5 Salatblätter
ein paar Kürbiskerne

Paprika, Möhre und Zwiebel waschen und in Stücken in den Mixtopf vom TM geben. Öl, Balsamico, Salz, Pfeffer und Agavendicksaft dazugeben und 5Sekunden/Stufe 5 zerkleinern. Salatblätter waschen und kleinzupfen. mit dem übrigen Gemüse vermischen, Kürbiskerne unterheben.

Da ich heute Frühschicht hatte, habe ich gestern auch noch mein Frühstück vorbereitet. Meinen heißgeliebten Bananen-Mandel-Matcha-Shake für 5 Uhr morgens und für später beim Frühstück mit den Bewohnern mein Lieblings-Müsli-Mix

Popobstflakes (1 Portion)
1 Apfel
1 Kiwi
15g gepopptes Amaranth
25g ungesüßte Cornflakes
35g Haferflocken
20g Cranberries
20g Goji-Beeren
15g Mandeln
15g Walnüsse
1 El Leinsamen
ca. 150 ml Hafermilch

Apfel und Kiwi in kleine Stücke schneiden, mit den übrigen Zutaten (außer der Milch) vermischen. Die Milch erst kurz vor dem Verzehr hinzugeben

Das ist absolut der perfekte Start in den Tag.
Auf der Arbeit hatte ich heute ziemlich viel im Büro zu tun, das liebe ich ja nicht. Ich war sowieso ziemlich müde und mit meiner verbundenen Hochzeitsblödheit vielen mir die Tätigkeiten gleich doppelt so schwer.
Na ja, auf jeden Fall habe ich dann gegen Mittag die Frühlingsrollen gemacht. Von der Zubereitung sind die echt ein Klacks, Öl in die Pfanne, die Dinger da rein, braun braten - fertig. Das Ganze sah dann so aus
Meine Vorfreude konnte das Ganze jedoch nicht erfüllen. Der Salat war simpel aber sehr lecker. Die Frühlingsrollen waren unheimlich geschmacksarm, wenn nicht sogar geschmackslos. Der Teig trotz braten total pappig (und dabei steht knusprig auf der Packung) und von der Füllung hat man lediglich minimal den Räuchertofu herausgeschmeckt. Die Dinger kaufe ich nicht wieder!
Jetzt bin ich wieder zuhause und bereite mich seelisch auf meinen morgigen Junggesellinnenabschied vor - ich bin total aufgeregt, auf der Einladung stand, ich solle einen Hut und meine Gitarre mitbringen. Das wird bestimmt gut :)



 

Donnerstag, 25. April 2013

Saatgutregulierung und Homo-Ehe

Zwei Nachrichten beschäftigten mich die letzten Tage:

EU-Saatgutverordnung: Aufruhr im Gemüsegarten
Jetzt mal ganz in Ruhe, natürlich reguliert die EU nicht den Anbau im privaten Gemüsegarten. Wie sowas massenweise in die Internetforen gelangt, ist mir schleierhaft. Es geht lediglich um die gewerbliche Regulierung des Saatgutes, sprich diese geplante Regulierung greift nur, sobald ich damit Geld verdiene. Nichts desto trotz hat das enorme Folgen; es geht um die Züchtung industrealisierten, homogenen Pflanzen (klingt sehr "schmackhaft") und natürlich steckt da in erster Linie die Wirtschaft hinter. Die drei größten Saatgutkonzerne Monsanto, Dupont und Syngenta beherrschen jetzt schon über die Hälfte des Weltmarktes und deren Einfluss auf den Pflanzenanbau wird durch solche Verordnungen, wie sie jetzt die EU plant, weiter gefestigt. Was bedeutet dies? Praktisch gesehen heißt dies, dass alte Obst- und Gemüsesorten verschwinden und ein standartisierter Anbau vollzogen wird. Wer leidet darunter? Natürlich der Verbraucher, da ihm letztlich die Wahl genommen wird, was er konsumiert. Und natürlich die Landwirte, die sich durch kontrollierte Verwirtschaftlichung in die Abhängigkeit solcher Konzerne begeben müssen.

In der Dokumentation "Food,inc. - Was essen wir wirklich" sind unter anderem die Folgen solcher Regelungen erklärt, da die Regulierung des Saatgutes dort bereits Realität ist. Absolut sehens- und nachdenkenswert (danke für dieses tolle Geburtstagsgeschenk)
Ich finde es erschreckend, was aus dieser Welt wird. Dass Lebensmittel verwirtschaftlicht werden ist eine bedauernswerte Tatsache, dass eine Politik letztlich bestimmt, was wir essen, ist untragbar.
Petition dagegen hier unterschreiben.

Homoehe in Frankreich
Am Dienstagnachmittag hat die Nationalversammlung der „Mariage pour tous“, der Ehe für alle, endgültig ihren Segen geben. Ein riesen Grund zur Freude, herzlichen Glückwunsch liebe gleichgesinnten Franzosen und Danke an Herrn Hollande.
Mein erster Gedanke dazu war, wie schön, dass Frankreich so weit ist. Schade, wenn nicht sogar schändlich, dass wir in Deutschland noch so hinterherhinken.
Doch dann folgten andere Nachrichten über Ausschreitungen, Gewalt gegen Homosexuelle, Demonstrationen, Homophobie...und die Freude verschwand. Inwieweit das Thema in Frankreich ein Frustventil für andere Problematiken ist, wage ich nicht zu beurteilen...ich finde es nur unheimlich traurig, dass Menschen für ihre Gleichstellung verfolgt werden. Eigentlich sollten die Franzosen stolz auf diesen Schritt sein, aber statt dessen entsteht Hass gegenüber "Andersartigen"... In Deutschland haben wir das Recht, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen und die Gesellschaft toleriert Homosexualität im Großen und Ganzen. Natürlich wünsche ich mir Gleichbehandlung und - berechtigung, so wie in Frankreich. Aber nicht um den Preis, Hass und Gewalt zu schüren. Ich lebe lieber in Frieden mit meiner Lebenspartnerin (in nur noch 8 Tagen *freu*), als Angst vor Anfeindungen zusammen mit meiner Ehe-Frau durchstehen zu müssen.


Bei diesen Neuigkeiten geht mir Uli Hoeneß echt am Arsch vorbei!!!

Aber ich will mich jetzt auch nicht soviel ärgern. Lieber die Sonne genießen - endlich. Die letzten Tage musste ich viel arbeiten, daher gab´s Schnellkost :)
Gestern musste ich experimentieren, da ich für meinen heißgeliebten Pizzateig nicht alle Zutaten hatte. Dabei ist folgendes herausgekommen:

Not-macht-erfinderisch-Pizza - reicht für 1 Blech
das Originalrezept für den Teig
100 g Dinkel
250g Mehl
1 Würfel Hefe
1 Tl Salz
210ml Wasser

mir fehlten normales Mehl und Hefe, daraus wurde
100g Dinkel
250g Weizenvollkornmehl
1 Pk. Backpulver
1 Tl Salz
210 ml Wasser

Soße
eine Dose stückige Tomaten
Salz,Pfeffer,Basilikum,Oregano...was einem halt so einfällt 

Belag
5 Frühlingszwiebeln
4 Paprika
Pizzagewürz
ein Rezept Hefeschmelz 

Dinkel in den Mixtopf vom TM geben und 1Minute/Stufe 10 mahlen. Übrigen Zutaten hinzu und 2Minuten/Teigstufe verkneten
Teig auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech ausrollen.
Soße anrühren und auf der Pizza verteilen. Ofen auf 220 Grad vorheizen. Zwiebeln und Paprika in kleine Stücke schneiden und auf der Pizza verteilen, mit Pizzagewürz bestreuen. Hefeschmelz zubereiten und ebenfalls darüber verteilen. Das Ganze ca 20-25 Minuten im Ofen backen.


Obwohl ich skeptisch wegen dem Backpulver war, hat es im Nachhinein echt gut geschmeckt. Für ne Notlösung  gut gelungen :)

Heute brauchte in dann mal dringend was getreidetechnisches...zuviel Nudeln in letzer Zeit.

Quinoa mit Spinat
300g Quinoa
400 g Blattspinat
eine Handvoll zerdrückte Walnüsse
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Apfel
Salz, Pfeffer, Brühe, Chiliwürzer

Quinoa in Brühe gar kochen. Zwiebeln und Knoblauch kleinschneiden und in Öl  in nem Topf andünsten. Spinat waschen und dazu geben. Gewürze hinzugeben. Wenn ihr meint, dass der Spinat gut ist, den fertigen Quinoa dazugeben und gut verrühren. Apfle kleinschneiden und zusammen mit den Walnüssen zum Schluß unterheben.


Den Rest des Tages werde ich jetzt noch ein bisschen durchdrehen - in zwei Tagen ist mein Junggesellinnenabschied *freu* und ich habe heute erfahren, dass wir nächsten Freitag nicht im Leaf essen können, weil die nur abends auf haben aber unsere lieben Trauzeugen für abends eine Überraschung für uns haben. Also neues Restaurant für Mittags organisieren - natürlich freue ich mich auf die Überraschung, aber ich hasse es auch , wenn ich Pläne ändern muss. Bei dieser Hochzeit entwickel ich mich noch zur richtigen Furie...ich hoffe das ist normal... und hört danach wieder auf...ich gefalle mir so selber garnicht :( Aber ich bin auch nur ein Mädchen, was einen "perfekten" Hochzeitstag haben möchte und das stresst mich ungemein



Dienstag, 23. April 2013

Hochzeits- und anderer Stress

Vorweg eine kurze Info: Dies ist die Beschreibung eines Ereingisses, wie ich es wahrgenommen habe. Sollten sich einzelne oder mehrere Personen hierdurch angegriffen fühlen, lest bitte hier weiter

Mein Kopf platzt!!!
Kennt ihr das Gefühl, dass euch alles zuviel wird, obwohl objektiv betrachtet alles in Ordnung ist? Es passiert momentan so viel in meinem Leben, dass ich manchmal den Eindruck habe, nicht mehr mit zu kommen. Permanent getrieben von dem Gedanken, noch tausend Dinge erledigen zu müssen, dabei ist bereits alles erledigt...
Vielleicht hilft es ja, mir einen groben Überblick zu verschaffen....
Also hier sind meine Stressoren:
1. Hochzeit
Zehn Tage noch, dann ist der große Tag da. Wir heiraten im ganz kleinen Kreis in Hamburg, da unser Standesbeamter vor Ort ein konservatives Arsch**** ist. Wie wollten das Aufgebot bestellen, sind ganz nervös vor ein paar Wochen dahin "Wir wollen heiraten". Daraufhin der Standesbeamte "Wer??? Sie beide??? Dann heiraten sie nicht sondern gehen eine Lebenspartnerschaft ein, blablabla" Da war ziemlich schnell klar, bei dieser Person lassen wir uns nicht trauen. Also machen wir das in Hamburg. Der Termin mit dem Standesamt steht, 12 Uhr ist es soweit. Trauzeugen wissen Bescheid und planen bereits eifrig den Tag - Überraschung. Tisch haben wir bestellt im LEAF, einem veganen Restaurant (war mein Wunsch). Wir haben für alle Hotelzimmer, unsere Tochter übernachtet mit meiner Trauzeugin und besten Freundin in einem Zimmer (ich will ja schließlich ne Hochzeitsnacht ;)  ). Frühstück ist auch organisiert im "Cafe Miller" damit sowohl wir, als auch unsere omnivoren Begleiter sich stärken können. Wir haben Kleider, Accessoires, Schuhe (meine sind noch nicht angekommen - hoffentlich geht das noch gut). Ringe habe ich letzte Woche abgeholt, heute morgen einen Frisörtermin gemacht. Ich glaube ich habe nix vergessen, ich hoffe es zumindest.
2. Hochzeitsfeier
Im August feiern wir mit unseren Freunden und Familie, Arbeitskollegen etc. (Bin mal gespannt, wieviele aus meiner Familie demonstrativ nicht kommen werden). Aus finanziellen Gründen machen wir keine klassische "Gaststättenhochzeit" sondern wir feiern im Dorfgemeinschaftshaus, welches sich direkt neben unserem Hof befindet. Wir haben uns in den Kopf gesetzt ein veganes kaltes Buffett auf die Beine zu stellen (bzw. stellen zu lassen) aus einem einfachen Grund: Egal, wo wir eingeladen werden, wir haben immer Schwierigkeiten mit dem Essen. Die wenigsten sind so aufmerksam und denken daran, dass ich vegan lebe bzw. meine Partnerin vegetarisch, was ja vom Prinzip her nicht schlimm ist, wir wissen uns schon zu versorgen. Aber auf unserer Feier wollen wir so sein können, wie wir sind. Keinen anstandsmässigen Braten etc. nur weil man das so macht.
Wir haben eine Gästeliste von 150 Leuten, also wäre ein Lieferdienst seeeeehhhhhhrrrrr teuer. Daher wird es eine Mitbringparty :) d.h. ich habe einen riesen Berg an Rezepten mit Antipasti, kalten Snacks, Bratlingen, Brote, Salate, Nachtisch usw. vorbereitet, alles mit Anmerkungen versehen, wo man was am besten einkaufen kann und so ein Rezept bekommt jeder Gast zugeschickt. Natürlich mit einem netten Vorwort, kurzer Erklärung warum vegan, was bedeutet das und Bitte darum, sich auf dieses Experiment einzulassen usw. Rezepte sind fertig, Briefumschläge beschriftet, Einladungen mache ich nach der Hochzeit fertig und dann ab damit.
Dorfgemeinschaftshaus ist reserviert, Getränkeservice ist geordert, für Geschirr ist gesorgt (macht auch der Getränkeservice), Musik ist gebongt (meine Cousins mit ihrer Band). Fehlt noch Deko und so ein Kleinkrams, aber das läuft.
3. Junggesellenabschied
Samstag ist mein Junggesellenabschied, den meine Mutter organisiert - WWWWAAAAAASSSSS????? - die Mutter??????? Ich will mal klarstellen, dass ich nicht an Mamas Rockzipfel hänge, ich bin ein erwachsener und eigenständiger Mensch. Die Situation hat eine Vorgeschichte: Für uns war ziemlich schnell klar, dass wir ohne unsere Familien heiraten wollen (meine Eltern geschieden, schwieriges Verhältnis untereinander. Schwiegereltern nicht sonderlich begeistert von unserer Hochzeit....alles nicht so leicht). Mein Vater und Schwiegereltern haben das akzeptiert, meine Mutter nicht. "Du bist doch meine einzige Tochter und das ist so schwer für mich, dass ich bei deiner Hochzeit nicht dabei sein soll" Ich weiß, das ist in erster Linie ihr Problem und sie könnte unseren Wunsch auch einfach respektieren, aber ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn unsere Tochter später ohne uns heiraten möchte...von daher ist der Junggesellenabschied ein Kompromis - meine Mutter hat das Gefühl, einen Anteil an der Hochzeit zu haben und ich habe ein nicht ganz so großes schlechtes Gewissen. Ich weiß bisher nicht wirklich, was Samstag passieren wird - ich hasse Überraschungen!!!
4. Arbeit
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich so nicht mehr weitermachen kann. Ich fühle mich zu Höherem berufen (auf die Gefahr hin, dass das arrogant klingt). Nach langen Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich ein Fernstudium machen möchte (Gesundheits- und Sozialmanagement). Ich habe mich informiert, Anmeldeformulare ausgefüllt (Anmeldeschluß ist 15.05), Unterlagen zusammengesucht und beglaubigen lassen und heute endlich mit meinem Arbeitgeber gesprochen. Da gibt es das kleine Problem, dass der nicht so begeistert von meiner Idee ist. Vom Prinzip schon, Weiterbildung findet er super. Allerdings bin ich letztes Jahr aufgrund von Überarbeitung für mehrere Monate arbeitsunfähig geschrieben worden. Ich habe in der Zeit viel an mir gearbeitet, gelernt (ich bin noch dabei) meine Ansprüche runterzuschrauben und meine Grenzen zu achten. Natürlich hat er jetzt Bedenken, dass das wieder ein Selbstläufer wird und ich wieder krank werde. Ich kann die Bedenken verstehen...es war ein langes, gutes Gespräch heute morgen - mit dem Ergebnis, dass meine Leitung sich das genau überlegt, inwieweit er mich unterstützt. Ich hoffe...
5. Tochter
Sie hat es nicht leicht und ich würde ihr so gerne helfen können. Unsere Tochter ist, verglichen mit ihren Mitschülern, ziemlich weit in ihrer Entwicklung, was ich auf ihre Lebensumstände zurückführe. Sie hat zwei Mama´s, was sehr aussergewöhnlich hier in der Gegend ist. Und dann heiraten wir auch noch. Sie ist überzeugte Vegetarierin und eckt damit oft bei ihren Freunden an (siehe z.B. den Regenwurmkonflikt). Sie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater ("Väter sind sooooo anstrengend") und das alles lässt sie manchmal schneller erwachsen werden, als wir es uns für sie wünschen würden. Natürlich sind wir unheimlich stolz auf sie, sie ist ein bemerkenswertes Mädchen, aber sie geht auch einen schweren Weg, den ich ihr gerne erleichtern würde. Z.Zt ist es groß in Mode in der Schule Schimpfwörter wie "Du Schwuchtel", "Du bist doch behindert" usw. zu sagen. Unsere Tochter ist nicht blöd und erkennt den Zusammenhang, dass ein Ausdruck, wie "Du Schwuchtel" letztlich eine Beleidigung gegen ihre Mütter ist. Meine Partnerin und ich arbeiten beide in der Behindertenpädagogik, folglich ist unsere Tochter auch mit Behinderungen von früh auf in Kontakt gekommen und jetzt lernt sie das als Schimpfwort kennen...ihre Welt steht gerade Kopf und manches mal wissen wir nicht mehr, wie wir ihr helfen können, außer mit ihr zu reden. Es ist nicht leicht festzustellen, dass man anders ist. Und für Kinder erst recht nicht.

Das sind neben den Kleinigkeiten, wie Haushalt, unsere Tiere, der immer noch nicht frühlingsfertige Garten, die Dinge, die meinen kleinen Kopf total überfordern :(
Aber nichts desto trotz, es geht ja immer irgendwie weiter und wenn ich alt und grau bin lache ich mich wahrscheinlich über so etwas kaputt - hoffentlich! Wenn ich mir das alles so durchlese, kommt es mir auch gleich weniger übermächtig vor, als wenn ich einfach nur dadrin stecke. Manchmal hilft Objektivität.
Bin dann heute auch gleich meinem Entspannungshobby nachgegangen. Kochen :)

Sellerieschnitzel mit Kartoffeln und Bohnen in Senfsoße
1/2 Knolle Sellerie
ein paar Kartoffeln (wie man mag)
Bohnen (ich hatte noch welche eingefroren vom letzten Jahr, ca 500g)
Salz, Pfeffer, Brühpulver, Paprikapulver
2 Tl Senf
etwas Sojasahne
4 El Mehl, Paniermehl

Sellerie schälen und in ca. 1cm breite Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen. Bohnen mit Salz, Pfeffer, Senf, Brühpulver, Sojasahne aufkochen, wer mehr Soße mag nimmt einfach noch etwas Wasser und tut was zum Andicken dazu (z.B. Mehl mit Wasser verrühren), dann etwas nachwürzen. Mehl mit soviel Wasser auf einem tiefen Teller verrühren, bis eine sämige Pampe ensteht, diese mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Auf einem zweiten tiefen Teller ordentlich Paniermehl schütten. Die Selleriescheiben erst in der Mehlpampe und dann im Paniermehl wälzen und ab damit in ne heiße Pfanne (Öl nicht vergessen). Ca. 4Minuten von jeder Seite braten, kommt drauf an, wie hoch ihr die Platte erhitzt. Je niedriger, desto besser werden die Schnitzel weich. Kartoffeln abgießen und alles auf den Tisch
Ich stehe ja eigentlich nicht so auf dieses "dreiteilige" Essen, sprich Gemüse mit Soße, Sättigungsbeilage (Reis, Kartoffel, Nudel) und Bratling o.Ä. Aber meine Mädels lieben es und ich muss ja ab und zu mal Kompromisse eingehen :) Lecker war es allemal.
Dann habe ich noch hochmotiviert ein Brot gebacken

Sonnenblumenbrot
250g Dinkel
1 Tl Brotgewürz (kann man auch weglassen, wenn man das nicht mag)
100g Banane in Stücken
250g Weizenvollkornmehl
1 1/2 Tl Salz
1 Tl Zucker
20g Sojajoghurt
300g lauwarmes Wasser
1 Würfel Hefe

Dinkel und Brotgewürz in den Mixtopf vom TM geben und 1Minute/Stufe 10 mahlen. Banane zugeben und 5Sekunden/Stufe 4 zerkleinern. Die übrigen Zutaten zugeben und 2 Minuten/ Teigstufe verkneten. Den Teig in eine gefettete Kastenform füllen und 30 Minuten bei 50Grad im Ofen gehen lassen. Anschließend bei 200Grad ca. 45 Minuten backen.
Nebenbei habe ich noch ein ausgiebiges Telefonat mit einer Freundin geführt; sie hat zwei Kinder, das erste 2 Jahre alt, das zweite 2 Monate und einen durchgeknallten Hund...und da kam mir der Gedanke, dass mein Leben doch garnicht so stressig ist und eigentlich alles ganz gut läuft :) Stimmung gerettet.




Montag, 22. April 2013

Wissen ist Macht und unbequem!!!

Ich habe da ein kleines Problem und das nennt sich Interesse verbunden mit lebhaften Gedanken. Wie sich dieses Problem äußert? Ich versuche das mal am Beispiel meiner (ich schreibe bewusst "meiner", da die meisten Menschen unterschiedlich konsequent damit umgehen) veganen Lebensweise zu erklären: Ich habe über zehn Jahre vegetarisch gelebt, war zufrieden, hab mich gut und umsichtig damit gefühlt. Natürlich wusste ich um die negativen Auswirkungen von Milch- und Eiprodukten (komm ja vom Dorf), aber ich habe mir da einfach keine großartigen Gedanken drüber gemacht. Das ist letztlich wie mit dem Rauchen; natürlich weiß ich das Rauchen tödlich sein kann, aber ich kann diesen Umstand ganz gut wegignorieren und rauche beherzt weiter. Ich schätze das geht allen Menschen so, wenn sie sich nicht informieren, ist auch kein Problem da.
Irgendwann trat folgendes Problem auf, ich verlinkte mich via Facebook mit der PETA-Seite und da tauchte folgendes Bild auf
Das ist doch mal ganz gewaltiges Kopfkino, oder???
Ich, als leidenschaftlicher Fan von Rührei, Kuchen, Soufflees etc. bekam ab sofort Ekelgefühle vor Eiern. Dies steigerte sich durch intensives Recherchieren auf der Petahomepage, bei Youtube etc. Bei jedem Glas Milch hörte ich Kälber blöken, sah Mastitis an Eutern und kam letztlich zu dem Schluss, dass ich das nicht mehr konsumieren kann und möchte.
Doch das war erst der Anfang, es folgte umfassendes Informieren über wie und warum vegan ernähren. Zwangsläufig stößt man dann auf Themen, wie Kosmetik und Kleidung, Medikamente und nicht zuletzt versteckte Inhaltsstoffe.
Drei Beispiele aus der näheren Vergangenheit:
- eine Freundin von mir kaufte sich ein paar Schuhe. Sie waren zu klein, aber (wie Frauen so sind) da es die nicht in der passenden Größe gab, wurden die kleinen Schuhe gekauft. Tage später wurde der Kauf bereut (Blasen) und die Schuhe wurden mir geschenkt. Wunderschöne Schuhe, die haben mir sehr gut gefallen. Es gab da nur ein Problem - sie waren aus Leder. Ich dachte mir, einem geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul (ich bin ein toleranter Veganer), aber musste sie nach Tragen zurück geben, da ich permanent an Kuhhäute dachte und es mich anekelte.
- der Sohn einer Bekannten hatte Konfirmation. Sie trat mit der Bitte an mich heran, eine Bayern-München-Torte zu backen. Klar, kein Problem - dachte ich. Hab die Torte natürlich vegan gemacht, bis auf eine Kleinigkeit, rote Lebensmittelfarbe. Der Farbstoff Karmin wird gewwonnen, indem man Schildläuse auskocht. Ich habe vergeblich versucht, vegane rote Lebensmittelfarbe, die mir den gewünschten Effekt bringt, aufzutreiben und letztlich die konventionelle Farbe genommen ("ich muss die Torte ja nicht essen") Bei der Zubereitung malte ich mir im Kopf diesen Auskochprozeß aus und mir wurde schlecht. Die Torte ist dennoch hübsch geworden :)

- Wieder Thema Rauchen; vor wenigen Tagen wurde mir durch den Blog Vegpool schmerzhaft bewusst, dass Tabakkonzerne ihre Produkte an Tieren testen...hätte ich mir ja denken können, aber wie bereits gesagt, wenn ich mich nicht informiere, sehe ich auch kein Problem. Mit fürchterlichen Szenen in meinem Kopf rauchte ich meine letzte Schachtel rote Gauloise und meinen Beutel Pueblo zu Ende. Hätte ich nicht ne tierversuchsfreie Alternative entdeckt, hätte ich das Rauchen aufgeben müssen. Ich rauche jetzt Manitou - schmeckt sehr gut (soweit man Rauchen als lecker empfindet) und ich bin diese Bilder aus meinem Kopf los
Wahrscheinlich tun sich in meinem Wissen noch große Lücken bzgl. der veganen Lebensweise auf oder dem bewussten Umgang mit unseren Ressourcen. Zumindest entdecke ich immer wieder neue Aspekte, wo ich mir denke "Echt???? Okay, muss ich anders machen"
Aber mal ganz ehrlich, manchmal nervt das. Natürlich ist es super, sich zu informieren, Wissen zu sammeln und Konsequenzen für sich selbst, seine Mitmenschen, seine Umwelt usw. zu ziehen. Aber sein ganzes Leben darauf auszurichten ist sehr anstrengend bzw. echt unbequem.
Noch ein Beispiel - mein Coca-Cola-Problem: Ich habe mal einen Clip bei Youtube gesehen, hier zu finden. Glaubt ihr, ich konnte danach noch irgendwas ruhigen Gewissens von dieser Marke kaufen? Und damit meine ich nicht nur Cola, Fanta, Sprite. Dazu zählt auch Nestea, Appolinaris, Bonaqua etc.
Großkonzerne wie Nestle, Kellogs, Langnese etc betreiben Tierversuche. H&M, C&A und wie sie alle heißen unterstützen Kinderarbeit und insgesamt unmenschliche Arbeitsbedingungen in der dritten Welt. Was kann man überhaupt noch ruhigen Gewissens kaufen?
Ich mache die Erfahrung, dass Wissen einen bereichert, ich die Möglichkeit habe, mein Leben besser und bewusster zu machen, aber dies geschieht manchmal um einen ziemlich hohen Preis und zwar den meiner Genußfähigkeit. Versteht mich nicht falsch, ich lebe gerne so, wie ich lebe und ich möchte auch kein anderes Leben führen. Aber manchmal vermisse ich die Zeiten, wo ich abends eingeladen werden konnte, ohne mir meinen eigenen Sekt mitzubringen.
Aber ich lerne dazu, ich lese nicht mehr so viel :)
Ich denke mittlerweile, dass jeder kleine Schritt, unabhängig wie und wann und wie konsequent man ihn geht, ein Schritt in die richtige Richtung ist. Ich denke immer über sehr viel nach und ziehe meine Konsequenzen, aber ich übe mich in Toleranz mir selbst und auch Anderen gegenüber. Letztlich ist bewusstes Leben, ob jetzt wegen der Umwelt, Tieren, Globalisierung oder sonst etwas, wichtig und richtig, aber ich will meinen Spaß dabei nicht verlieren. Nicht-Wissen tut daher auch mal ganz gut :)



Freitag, 19. April 2013

Alberts Lupinengeschnetzeltes

Im Reformhaus im Nachbarort gab es reduzierte Ware. Grund genug erstmal shoppen zu gehen :)
Ich teste mal "Alberts Lupinen Geschnetzeltes"




Mal was grundsätzliches zum Thema "Fleischersatz": Es gibt ja diese anhaltende Disskusion in Veganerkreisen bzgl. Fleischersatzprodukten, inwieweit der Verzehr von diesen Produkten scheinheilig etc. sei, ob man den Fleischgeschmack für sich imitieren muss usw.... ich halte mich da mal dezent zurück. Ich habe mich glaube ich schonmal als früherer (lang lang ist´s her) leidenschaftlicher Fleischesser geoutet, ich habe nicht auf Fleisch wegen des Geschmacks verzichtet. Ich brauche nicht permanent Fleischersatzprodukte, da ich mittlerweile auch ganz leckere kreative Alternativen zu der konventionellen Küche für mich entdeckt habe. Die sog. Fleischersatzprodukte dienen mir als Kochzutaten, ebenso wie Gemüse, Kräuter, Getreide etc. Ich benutze sie also mal mehr mal weniger. Ob jetzt Fleisch dadurch imitiert wird, ist mir ziemlich egal, solange es mir schmeckt.
So, das dazu!
Ich habe noch nie Lupinenzeugs gekauft, bin sehr gespannt. Also Lupinen Geschnetzeltes ist laut Verpackung rein pflanzlich, hefefrei, lactosefrei, cholesterinfrei. Zutaten sind Süßlupinen, Wasser, Weizeneiweiß, Sonnenblumenöl, Gemüse, Lupinenwürze, Meersalz und diverse andere Gewürze - so weit so gut. Ich weiß nicht wieviel eine Packung normalerweise kostet, da ich es in ner Sonderaktion gekauft habe für sagenhafte 1,99 Euro.
Mehr Infos zu dem Hersteller (Philosophie etc.) gibt es hier  Klingt soweit ich finde, alles in Ordnung.
So Kochtest, heute mal ganz klassisch.

Lupinengeschnetzeltes mit Kartoffeln, Senfsoße und grünem Salat
- eine Packung Lupinen Geschnetzeltes
- 1 Zwiebel
- Kartoffeln wie man will
- einmal Hefeschmelzrezept mit etwas mehr Flüssigkeit, damit´s ne Soße wird
- was man so für nen grünen Salat will

Geschnetzeltes zusammen mit den Zwiebeln in der Pfanne braten. Kartoffeln kochen. Soße vorbereiten. Salat herstellen - FERTIG  :)



Ich muss sagen, sehr lecker. Das ganze ist super gut gewürzt, hat eine angenehme Konsistenz, muss also nicht mehr viel mit gemacht werden. Einfach in die Pfanne und fertig ist das ganze. Werde ich auf jeden Fall wieder mal benutzen. Also zum Glück kein Fehlkauf

Meine Oma ist die Beste

Heute morgen kam mir ein erschreckender Gedanke...
Ich stecke in den Hochzeitsvorbereitungen, am 03.05 ist es soweit. Da heiraten wir im kleinen Kreise, nur Trauzeugen und unsere Tochter. Um es uns aber nicht mit unseren ganzen Freunden und der Familie zu verscherzen, findet im Sommer eine große Feier statt. Letzte Woche haben wir erstmal aufgezählt, gerechnet; seltsamerweise findet man nur bei solchen Events heraus, wieviele Leute man eigentlich kennt bzw. gern hat. Als wir die 200er Marke durchbrochen hatten, mussten wir uns eingestehen, dass das so nicht geht. Also haben wir die Anzahl der Gäster irgendwie auf 150 runter reduziert. Heute morgen habe ich zahlreiche SMS verschickt, da ich leider zu der Generation gehöre, die zwar von jedem die Handynummer, aber von niemandem die Adresse besitzt. Da kam eine Antwort, in der stand: "Wann heiratet ihr denn?" Meine Antwort "Heute genau in zwei Wochen" - Schock!!!! Ich heirate in zwei Wochen!!! Panik!!!! Ich tue das wirklich, ich heirate, gebe meinen Nachnamen ab, werde Ehepartner, übernehme rechtlich Verantwortung - HHHHHIIIIILLLLFFFFFEEEEE
Es ist ja nicht so, dass mir das nicht bewusst gewesen wäre, aber so richtig begriffen habe ich das erst heute morgen. Ich gehe einen bedeutenden Lebensschritt - (hoffentlich) für immer. Aus lauter Überdrehtheit habe ich den erstbesten Menschen angerufen, von dem ich weiß, dass er mich beruhigen kann: meine Oma.
Ich liebe meine Oma und sie ist eins meiner großen Vorbilder. Sie hat ein sehr anstrengendes und zermürbendes Leben geführt; jung geheiratet, Bauersfrau geworden, 1. Kind schwer behindert zur Welt gekommen (mein Onkel),zwei weitere Kinder,  tyrannischen Ehemann (ich liebte auch meinen Opa, aber er war zu seinen Mitmenschen (inkl. seiner Ehefrau) bei weitem nicht so warmherzig, wie zu seinen Enkeln), großer Hof, großer Garten und entwickelte in dieser Belastungszeit ein mittelschweres Alkoholproblem. Mit 45 beschloß sie eine Ausbildung zu machen, sehr zum Ärger meines Großvaters, der sie null unterstützte. Sie wurde Steuerberaterin, Abstinentzlerin, Großmutter, Pflegerin meines Großvaters bis er starb. Ich weiß nicht, wie sie das immer alles gemanagt hat, aber sie hat sich durchgebissen. Sie lebt mittlerweile bei ihrer besten Freundin, die schwer an Parkinson erkrankt ist und pflegt diese. Und sie ist glücklich, immer für einen da, immer mit einem Lächeln im Gesicht, immer bemüht, die Sorgen anderer zu verstehen, auch wenn sie die Probleme der heutigen Generation nicht immer nachvollziehen kann.
Meine Oma war eine der wenigen Menschen aus meiner Familie, die sich sofort gefreut hat, als sie von unserer Hochzeit erfuhr und ich weiß, dass das ein Geschenk ist. Letztlich stammt sie doch aus einer Generation, wo Homosexualität noch ein sehr schweres Thema ist.
Also auf jeden Fall hat sie erstmal gelacht, als ich ihr von meiner Panik erzählte (was nicht geholfen hat), dann erzählte sie, dass meine Aufregung wahrscheinlich noch schlimmer wird (was auch nicht geholfen hat) und dann erzählte sie mir von ihrer Hochzeit, wie aufgeregt sie gewesen wäre, dass sie nächtelang nicht geschlafen hat...und dass sie sich eher Gedanken machen würde, wenn ich nicht aufgeregt wäre. Das half etwas :)  Sie meinte, sie beobachte mit Schrecken, wie die "jungen Leute" nur noch planen, arbeiten, abhaken wenn es um eine Hochzeit geht und sich nicht mehr bewusst machen, was sie da eigentlich tun. Sie hätte damals sich jeden Tag die Zeit genommen, um ihr Kleid neu zu entfusseln, dabei einen Tee zu trinken und sich zu freuen, dass sie diesen Weg geht... - das fand ich total schön.
Ich habe das bisher nicht getan, mein Kleid ist gekauft (kein weißes, sowas wollte ich nicht), liegt seitdem im Schrank, Ringe habe ich gestern abgeholt und liegen auch im Schrank. Ich habe Listen geschrieben, was noch erledigt werden muss und sie nach und nach bearbeitet und dabei mir noch keine Gedanken darüber gemacht, dass das der schönste Tag meines Lebens wird. Ich gehöre definitiv nicht zu den Menschen, die locker und lässig eine Hochzeit begehen können, ich bin aufgeregt, habe auch etwas Angst, aber in erster Linie übermässige Freude, dass diese Frau ihr Leben mit mir teilen möchte.
Aber wo bleibt noch Platz für dieses Gefühl, wenn ich mich verbissen an meinen Plänen festhalte und diese nach und nach abarbeite. Damit ist jetzt Schluß, ich werde heute abend erstmal mal Kleid entfusseln :) und mich freuen

Mittwoch, 17. April 2013

Der Regenwurmkonflikt

Vorweg eine kurze Info: Dies ist die Beschreibung eines Ereingisses, wie ich es wahrgenommen habe. Sollten sich einzelne oder mehrere Personen hierdurch angegriffen fühlen, lest bitte hier weiter

Komme gerade von einem Lehrergespräch. Ausgangspunkt ist der Regenwurmkonflikt:
In der Klasse unserer Tochter sollten alle Schüler einen Regenwurm in einem Glas mitbringen. Diese sollen dann beobachtet, ausgemessen etc. werden. Das ich solche Experimente nicht unterstütze, erklärt sich von selbst. Unsere Tochter tut dies, sehr zu meiner Freude, auch nicht. Sie ist der Ansicht, dass es den Würmern in der freien Natur immer noch am besten geht und hat sich daher geweigert, einen mitzunehmen. Und damit begann der Regenwurmkonflikt. Die Lehrerin war wohl auf so viel Widerstand nicht vorbereitet; es fing an mit der Aussage, unsere Tochter müsse dennoch einen Wurm mitbringen, da dies zum Unterrichtstoff dazu gehören würde, woraufhin unsere Kleene ziemlich aufgelöst nach Hause kam. Anscheinend hat die Lehrkraft selber jedoch ziemlich schnell begriffen, dass das der falsche Weg ist, also kam der Kompromiss, dass unsere Tochter sich das ja auch eigenständig zuhause erarbeiten könnte (sehr kreativ). Das fand unsere Kleene natürlich blöd, warum müsse sie denn mehr Arbeit als alle anderen machen? Die anderen Schüler haben mittlerweile alle brav einen Regenwurm mitgebracht (18mal Regenwurm im Glas) und unsere Tochter verzweifelt an dem Umstand "die sind viel zu laut, dass ist nicht gut für die Würmer". Nachdem vor ein paar Tagen deswegen heftigst die Tränen floßen, sind wir heute zum Lehrergespräch. So etwas bedarf natürlich der Vorbereitung: Was ist uns wichtig? - Dass unsere Tochter ernst genommen wird, dass sie nicht auch noch bestraft wird dafür, dass sie eine wertschätzende Einstellung gegenüber Tieren zeigt. Warum ist uns das wichtig? - Sie soll nicht damit groß werden, dass ihre Meinung nicht zählt, dass Lehrer die Stärksten sind, obwohl sie offensichtlich falsch liegen. Was wollen wir noch erreichen? - Aufklärung: Kann es richtig sein, dass bereits in der Grundschule vermittelt wird, dass Tiere zum rumexperimentieren da sind? Ich habe jetzt kein besonderes Herz für Regenwürmer, aber letztenendes sind das doch auch Lebewesen. Dass man in seiner Funktion als Lehrkraft da nicht unbedingt drüber nachdenkt, wenn man sich nicht selber mit der Thematik Tierrechte beschäftigt, kann ich ja noch verstehen. Aber wenn sich eine 9jährige hinstellt und diese Experimente verweigert, sollte einen das nicht zum Nachdenken bewegen?
Das Gespräch lief in gekürzter Fassung wie folgt
Abkürzung Mama (M)
                   Ich (I)
                   Lehrerin (L)
M: "Wir haben da ein Problem, es geht um den Regenwurm. (es folgt nochmal Situationsschilderung, welche Probleme unsere Tochter damit hat) Unsere Tochter ist ja eher zurückhaltend und daher sind wir besonders stolz darauf, dass sie sich für diese Thematik einsetzt und wir würden uns wünschen, dass sie das auch unterstützen."
L: " Das tue ich ja schon, sie braucht ja keinen eigenen Regenwurm haben, sondern kann bei den anderen Kindern beobachten"
I: "Das macht für unsere Tochter keinen wirklichen Unterschied, sie findet es nicht richtig, dass die Würmer in Gläser gesperrt werden. Ob sie das jetzt selber tut, oder einen Nutzen daraus zieht, dass andere Kinder das machen ist dabei doch irrelevant"
L: "Aber das ist ja nunmal zurzeit die Unterrichtsthematik" (ich fange an innerlich zu kochen)
M: "Wie können wir denn unsere Tochter unterstützen? Letztlich leben wir ihr Wertschätzung gegenüber anderen Lebewesen vor und wir unterstützen auch, dass sie sich gegen diese Regenwurmgeschichte sträubt."
I: "Sie hat ja auch einfach Recht mit ihrem Verhalten"
L: "Ja, das finde ich auch, ich werde das auf jeden Fall unterstützen. Wenn das für sie in Ordnung ist, gebe ich ihrer Tochter die Möglichkeit, dass der Klasse zu erklären, warum sie keinen Regenwurm in ein Glas sperren möchte. Letztlich hat sie ja wirklich Recht damit, dass sie das nicht unterstützt und das ist ein bemerkenswertes Verhalten"
 - Damit war das Thema dann beendet. Im Großen und Ganzen erfolgreich, aber jetzt mal ehrlich, wir wurden eingelullt. Ich hätte noch tausend Sachen sagen können, aber sie hat so das Verhalten unserer Tochter gelobt (was einen natürlich mächtig stolz macht), dass ich den Umstand überhört habe, dass die Lehrerin das alles richtig und toll und super findet und natürlich auch Unterstützung anbietet, aber dennoch weiterhin diese Würmer in der Klasse hält. Ist das nicht etwas scheinheilig? Wie kann man die Richtigkeit von Tierwertschätzung anerkennen und daraus keine Konsequenzen im Alltag ziehen? Wie soll ich Kinder unterstützen, wenn ich nicht versuche, mich in die Problematik einzudenken und zu handeln. Das Gleiche wäre, wenn ich als bekennender Kettenraucher versuchen würde, andere vom Rauchen abzuhalten. Natürlich schwatze ich meinen Mitmenschen keine Zigaretten auf (ist ja ungesund), ich kommentiere das einfach nicht.
Wenn die Lehrerin unsere Argumente abgetan hätte, nach dem Motto "Das ist doch nur ein Regenwurm, ihre Tochter soll sich nicht so anstellen", was ich zuerst erwartet hätte, hätten wir zwar einen riesen streit bekommen, aber man hätte den Konflikt auf die zu großen Unterschiede in den persönlichen Grundeinstellungen zurückführen können.
Aber wenn sich eine Lehrkraft davon überzeugen lässt, dass ein Kind, was Wertschätzung einem Regenwurm entgegen bringt, richtig handelt, warum ändert sie dann nichts?
Könnt ihr meinem Gedankengang noch folgen?
Auf jeden Fall werden wir jetzt in die Aufklärungsarbeit gehen, wir nehmen das Angebot wahr, dass unsere Tochter im Klassenverbund etwas über Tierschutz erzählen kann und werden das mit ihr zuhause vorbereiten. Wer weiß, vielleicht ist das einer dieser vielen kleinen Schritte, die das Gesicht der Welt verändern können.

Mal abgesehen davon, dass hier auch das Glasexperiment beworben wird, ist hier eine schöne Löwenzahnfolge zum Thema "Regenwürmer"

Montag, 15. April 2013

Kindergeburtstagswochenende

Vorweg eine kurze Info: Dies ist die Beschreibung eines Ereingisses, wie ich es wahrgenommen habe. Sollten sich einzelne oder mehrere Personen hierdurch angegriffen fühlen, lest bitte hier weiter

Unsere süße Maus (das soll ich nicht immer sagen)ist neun Jahre alt geworden. Samstag war großer Kinderfetentag. Morgens bin ich trotz arbeitsfrei ganz früh aufgestanden, um dem Geburtstagskind ihren heißgeliebten Frühstücksstuten zu backen.

Frühstücksstuten
100g Hafermilch
100g Sojacuisine
60g weiche Margarine
90g Zucker
2 Eiersatz (ich nehme hier Eiersatzpulver)
1 Würfel Hefe
5 Tropfen Zitronenöl (geht zur Not auch mit anderem)
1 Tl Salz
500g Mehl

Milch, Sahne, Margarine, Zucker, Eiersatz, Hefe und Zitronenöl in den Mixtopf geben, 2Min/37Grad/Stufe 1 erwärmen. Mehl und Salz hinzu und 2Min/Teigstufe verkneten. Anschließend 30Minuten im Topf gehen lassen. Anschließend so formen, wie man mag, ich mach einen geflochtenen Stuten draus und leg den auf ein Blech mit Backpapier. Weitere 15Minuten gehen lassen. Backofen auf 175Grad (Ober/Unterhitze) vorheizen. Den Stollen ne halbe Stunde backen lassen.

Leider kein Foto, war zu schnell aufgefuttert

Irgendwann während der Backzeit ist die Kleene erwacht und ist fürchterlich nervös durchs Haus gewandert. Da ich ja etwas sardistisch veranlagt bin, habe ich schön in Ruhe den Frühstückstisch im Wohnzimmer fertig gemacht (wo auch die Geschenke standen) und ihr den Zugang dazu verwehrt ("Nein, erst Frühstück vorbereiten und dann packen wir in Ruhe Geschenke aus"). Das war eine spaßige halbe Stunde :)
Dann war es endlich soweit, Geschenke durften ausgepackt werden, Augen leuchteten, Papierhaufen wurde größer und größer "Danke, ihr seid die Besten", so mag ich das.
Dann wurde zügig das Geburtstagsfrühstück verspeist, wir mussten ja dringend ("sofort!!!") das neue Spiel für die Playstation ausprobieren -  "Dance Star Party". Bei diesem Spiel muss man zu diversen Liedern Tanzbewegungen nachahmen und bekommt dafür Punkte. Das heikle bei der Geschichte ist, dass die Playstation währenddessen ein Video von einem dreht, welches man sich ansehen kann...eindeutige Sache, ich sehe total bescheuert aus, wenn ich vor so einem Ding rumhampel. Aber hauptsache Kind ist glücklich.
Dann habe ich die Geburtstagstorte für Sonntag vorbereitet, gewünscht war nochmal die Rüblitorte von Ostern. Kein Problem, wird erledigt. Teig fertig gebacken, Deko wird am nächsten Tag gemacht.

Um 16 Uhr ging die Kinderparty los unter dem Motto "Bayern-München-Disco-Fete", was soviel bedeutet wie, die Kinder spielen Fußball und tanzen und die Erwachsenen lassen uns am Besten in Ruhe. Da kennen die mich aber schlecht :). Wir hatten zur Unterstützung einen Freund von mir eingeladen, schließlich waren 15 Kinder zu versorgen. Vorsichtshalber wurde im Dorfgemeinschaftshaus nebenan gefeiert, wegen vorhandenem Fußballplatz und unserere viel zu kleinen Wohnung.
Die Kinder waren begeistert am Fußballspielen, wir Erwachsenen beschränkten uns auf "peinliche" Zurufe, zwischenzeitige Tröstungen bei verletzten Kindern und Getränkeversorgung. Zwischenzeitig wurde auf "A-Kaputt" gewechselt (da durfte ich dann auch mitspielen, nur leider als Fänger) bis die Meute gegen 18 Uhr sich hungrig über Minipizzen und Gemüsesticks hermachte. Dann kam Disco zu Fußballmusik in einer ohrenbetäubenden Lautstärke - man macht ja alles mit an Kindergeburtstagen :) Gegen 21 Uhr wurden die Kiddi´s vollkommen fertig aber glücklich abgeholt. Manche Eltern musste sich über den neuesten Lehrerkonflikt in der Schule auslassen; interessantes Unterfangen, da sich ziemlich schnell zwei Fronten zwischen den Müttern ergaben, welche Lehrerin denn jetzt nun besser sei und welche man unterstützen müsste...für manche Kinder war das sehr schön, die durften durch den Streit der Eltern bis 22Uhr bleiben. Für uns war das eher mäßig schön, da wir dadurch die Aufräumaktion nach hinten verschieben musste - das Bett war noch weit entfernt. Zudem wurde ich offiziell des Heimatsverrats bezichtigt, da ich passend zum Partymotto ein Bayerntrikot trug (hier hat man Werder-Fan zu sein!!!) Ich oute mich jetzt mal als absolut fußballdesinteressiert und halte für mich fest, wenn die Liebe zu einem Verein etwas mit Heimatliebe zu tun hat, dann mag ich die Gegend hier nicht!

Am nächsten Tag (Sonntag) stand der Familienbesuch an mit Kaffeebums und Abendbrot. Unsere Tochter hatte sich genau überlegt, was es zu essen geben sollte, also verschwand ich in die Küche und meine Mädels machten die Wohnung sauber.
Zunächst die Soßen für das Nudelbuffet am Abend.

Grünkernbolognese
- 2 Tassen Grünkern
- 1 Gemüsebrühwürfel
- 2 große Zwiebeln
- 3 Knoblauchzehen
- 2 El Sonnenblumenkerne
- 3 El Tomatenmark + Wasser
- Öl
- Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum

Grünkern in den Mixtopf geben und 15Sek/Stufe 10 schroten. Anschließend mit Wasser bedecken und den Brühwürfel hinzugeben. Das Zeug 5Min/100Grad/Stufe 1 aufkochen und anschließend 10Minuten ausquellen lassen. Knoblauch reinpressen, nochmal verrühren und umfüllen.
Zwiebeln in Mixtopf geben und 5Sek/Stufe 5 zerkleinern. Öl hinzutun und 2Min/100Grad/Stufe 1 dünsten. Tomatenmark und Wasser, Grünkern, Sonnenblumenkerne und Gewürze hinzugeben und 10Min/90Grad/Stufe 1 kochen. Evt. dabei etwas Wasser nachgießen. Nochmal abschmecken, fertig.




Linsensoße
- 250g rote Linsen
- 1 große Dose geschälte Tomaten
- 2 Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 1/2 Tl Zimt
- Salz, Pfeffer
- 1 Tl Basilikum
- 1/4 Liter Wasser

Zwiebeln und Knoblauch in den Mixtopf geben und 5Sek/Stufe 5 zerkleinern. Übrigen Zutaten hinzutun und 20Min/90 Grad/Stufe 1 kochen (beachte Linsengarzeit)




Grünes Pesto
- 2 Pk. TK-Basilikum
- 100ml Olivenöl
- 60g Pinienkerne
- 4 Knoblauchzehen
- Salz Pfeffer

Alle Zutaten in den Mixtopf geben und ca 15Sek/Stufe 6 pürieren




Rotes Pesto
- 200g getrocknete Tomaten in Öl
- 2 Knoblauchzehen
- 40 g blanchierte Mandeln
- etwas Basilikum
- ein paar schwarze Oliven
- 4Tl Olivenöl
- 25g Cashewkerne

Alle Zutaten in dden Mixtopf geben und ca 15Sek/Stufe 6 pürieren.




Carbonara
- 200g Räuchertofu
- 1 Zwiebel
- 2 El Mandelmus mit Wasser angerührt (das ist angerührt sehr flüssig, dickt aber beim Heißwerden an)
- Salz, Pfeffer
- Schnittlauch, Petersilie

Räuchertofu in kleine Stücke (also nicht so groß, wie auf dem Bild, ich war in Stress) schneiden und in einer Pfanne kross abraten. Zwiebel kleinschneiden, dazugeben und etwas weiterbraten. Mandelmussoße dazugeben, salzen und Pfeffern und fleißig umrühren, bis eine schöne Konsistenz ensteht. Petersilie und Schnittlauch waschen und kleinschneiden, anschließend unterheben.

Soßen fertig,also noch um die Kaffeetafel kümmern. Dabei musste ich zum ersten Mal die Erfahrung sammeln, die wahrscheinlich jeder Hundebesitzer mindestens einmal in seinem Leben erlebt. In einem unbeobachteten Moment wurde die Rüblitorte angefressen - BOOOOAAAAAAAHHHHHHHHH, war ich sauer. Mein Hund  hat es daraufhin eine ganze Stunde nicht mehr gewagt, sich vom Fleck zu rühren...und mir blieb nix anderes übrig, als ein großzugiges Stück der Torte abzuschneiden :(




Zu guter Letzt, um die Kaffeetafel, trotz beschädigter Torte und anstehenden pinkeligen Besuches, zu retten, habe ich mich an Krümmelmonstermuffins ausprobiert.

Krümmelmonstermuffins


- 150g Sojajoghurt
- 150 ml Pflanzenmilch
- 2 EL Apfelmuß
- 30 g Rapsöl
- 200g Zucker
- 1/4 TL Bourbon-Vanille
- 1 EL Zitronenabrieb
- Saft einer halben Zitrone
- 4 gehäufte EL Kokosraspel

Alle Zutaten in den Mixtopf tun und 10Sek/Stufe 4 miteinander verrühren.

- 200g gesiebtes Mehl
- 3 EL gesiebte Speisestärke
- 2 EL Backpulver
- 1 EL Natron

Die restlichen Zutaten hinzugeben und 2Min/Teigstufe verkneten. Ein Muffinblech mit Förmchen auslegen und den Teig auf ca. 12 Förmchen aufteilen. Bei 180°Grad ungefähr 20 Minuten backen.


Für das Frosting:
- 200g Puderzucker
- 100g Margarine
- 1/2 EL Zitronenabrieb
- 50g Sojasahne (mit 1/2 El Speisestärke steif schlagen)

Ich habe leider nur schlechte Erfahrungen gemacht, was das aufschlagen der Sojasahne im TM angeht. Daher nehme ich dafür ein Handrührgerät. Also die Sahne steif schlagen und den Zitronenabrieb dazugeben. Seperat den Puderzucker mit der Margarine schaumig rühren. Das Ganze dann vorsichtig vermengen.

Für das "Fell":

- 30 g Kokosraspel

- 1 Messespitze blaue Lebensmittelfarbe


 Die Kokosraspel mit der Lebensmittelfarbe blau färben.



Für die Augen:

- Marzipanrohmasse

- Schokotropfen (ich habe einfach die Schokoherzen von BioVegan benutzt)

Die Muffins gut auskühlen lassen. Dann das Frosting via Spritzbeutel darauf verteilen. "Fell" drüberstreuen und Augen draufsetzen. Ich habe dann noch als Zusatz vegane Kekse als Mund eingesetzt, dafür vorher einen kleinen Schnitt in den Muffin machen


Die sind so cool :)
So, alles pünktlich fertig gehabt. Und dann begann der Ärger. Es ist ja nicht so, dass in so einem Tag ne Menge Arbeit steckt. Unsere Tochter war superhappy und hat sich über alles gefreut. Was mich so geärgert hat, war das die Familie meiner Lebensgefährtin demonstrativ das Essen verweigert hat, einfach nach dem Motto "Wat de Buer nich kinnt, dat fret he nich". Alles, was sie als vegan identifizieren konnten (sprich, alles was ich gegessen habe) wurde gemieden. Diese Idioten!!! Aber anstatt darüber zu reden, kamen nur faule Ausreden "Ich habs heute mit dem Magen etc." - 6 Leute auf einmal??? Selber schuld, das war alles total lecker! Aber es hat mich schon getroffen...
Zweites Ärgernis: Sollte man nicht davon ausgehen, wenn in 2 1/2 Wochen eine Hochzeit ansteht, dass man darüber erzählen kann, ohne gleich betroffenes Schweigen zu verursachen???
Okay, der Trost an der Geschichte war, dass es diesmal ausnahmsweise nicht meine Familie war, die sich daneben benommen hat. Und zum Ausgleich hatten wir neben Chaosfamily auch ein paar sehr liebe Freunde da, mit denen wir uns unterhalten konnten. Und wie schon gesagt "Kind war glücklich" und das ist die Hauptsache. Für alles andere wurde Sekt in Massen erfunden ;)
Also im Großen und Ganzen ein erfolgreiches Wochenende. Eltern fix und fertig, Haustiere wegen dem Trouble total verstört, Kind zufrieden - the same procedure as every year

Donnerstag, 11. April 2013

Eine Woche voller Nudelglück - Tag 4 Kritharakiauflauf und Thema Organspende

Mal ein Aufruf zu einem ganz anderen Thema. Ich habe gestern via Facebook erfahren, dass der Sohn einer ehemaligen Aubildungsmitschülerin von mir sehr krank ist. Der Kleine (mittlerweile 6 Jahre alt) ist mit einem schwerem Herzfehler zur Welt gekommen und bereits während seines ersten Lebensjahres 4mal operiert worden, sprich er kennt Krankenhäuser schon als eine Art zweites Zuhause. Der Junge war immer unser Jahrgangssonnenschein, ein unglaublich glückliches Kind, dass jeden zum Lachen bringen konnte. Mittlerweile verweigert sein Herz immer mehr die Funktion und er wartet auf eine Organspende. Leider ist in Deutschland nach wie vor das Problem, dass es in Deutschland viel zu wenig Organspender gibt (nähere Infos gibt es hier) Also rufe ich alle Leser auf, besorgt euch einen Organspendeausweis, lasst euch beim DKMS registrieren, das rettet Leben. Setzt euch mit dem Thema auseinander, informiert eure Bekannten, dass sie sich auch Ausweise besorgen, tut was!!! Macht es nicht erst Morgen, sondern am besten jetzt gleich.
Nähere Infos zu dem kleinen Elias gibt es auf der Facebookseite "Ein neues Herz für Elias"
Ansonsten drückt die Daumen, dass diesem wundervollen Jungen und allen Kinder, die dieses Schicksal durchleben, geholfen werden kann.


So, das war mir ein wichtiges Anliegen.
Ansonsten regnet es nach wie vor, Gartenarbeit ist erstmal nicht machbar. Dafür hab ich momentan jede Menge um die Ohren mit Geburtstagsvorbereitung (unsere Tochter wird 9). Heute erstmal Grundreinigung getätigt und Einkaufsliste geschrieben. Das Mäusschen möchte eine Rüblitorte, Krümmelmonstermuffins, Nudeln mit ganz vielen verschiedenen Soßen (ich glaub nach dieser Woche kann ich keine Nudeln mehr sehen) und und und. Klar, mach ich! Für den Kindergeburtstag ist abends Disco angesagt *freu*, wobei ich befürchte, dass ich da nicht mitmachen darf. So langsam werde ich ihr peinlich ("ist das nicht süß. Sie wird groß")
Wenn ich das mit dem Vorherigem Aufruf vergleiche, bin ich einfach nur dankbar, ein gesundes Kind zu haben...

Heute gab´s Kritharakiauflauf
- 500g Kritharaki
- eine große Dose geschälte Tomaten
- 1 Zucchini (hab ich noch bergeweise vom letzten Jahr eingefroren. Die schmecken nicht mehr so     gut, wenn man sie einfriert, aber für Aufläufe oder Suppen total in Ordnung))
- 1 Paprika
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- etwas Tomatenmark
- Salz, Pfeffer
- Oregano, Basilikum und was euch sonst noch so einfällt
- etwas Öl
- Hefeschmelz

Die Kritharaki nach Packungsanleitung kochen. Zwiebeln und Knoblauch in den Mixtopf geben und 5Sekunden/Stufe 5 zerkleinern. Öl hinzugeben und 3Min/Varoma/Stufe 1 dünsten. Paprika und Zucchini dazugeben und 3Sekunden/Stufe 5 zerkleinern. Tomaten aus der Dose fischen, dazugeben und würzen. Das ganze ca. 10Minuten/100Grad/Stufe 1 einkochen. Anschließend in eine gefettete Auflaufform füllen und mit den Kritharaki verrühren. Mixtopf kurz ausspülen.
Ofen auf 200 Grad vorheizen.
Jetzt kommt der 

Hefeschmelz
2 El Margarine
3 El Mehl
150ml Wasser
1 Tl Senf
1 Tl Salz
4 El Hefeflocken

Margarine in Mixtopf geben und 2Minuten/Varoma/Stufe 1 schmelzen. Mehl hinzugeben und weitere 2Minuten/100Grad verrühren. Die übrigen Zutaten dazutun und 3Minuten/100 Grad/ Stufe 4 verrühren.

Den Hefeschmelz auf dem Auflauf verteilen und ab in den Ofen bis zur gewünschten Bräune.
Ich bin wirklich null talentiert, was das schöne Fotografieren angeht. Verzeihung, aber wenn´s nicht schmecken würde, würde ich es nicht posten :)

Mittwoch, 10. April 2013

Eine Woche voller Nudelglück - Tag 3: Pink Pasta und Regenwetter

Mein Wecker klingelte heute früh um 4:30 Uhr und mein erster Gedanke, als ich aufwachte war "Aua" - kaum auszuhaltender Muskelkater in den Armen. Das war definitiv keine gute Vorraussetzung für die Frühschicht. Aber hilft ja nix, aufgestanden, angezogen, Frühstück fertig gemacht und losgefahren. Auf der Arbeit hatte ich dann doch meinen Spaß, weil die Bewohner der Gruppe, in der ich arbeite, sich fürchterlich über mein Gejammer aufgeregt  haben "Ich hab so Schmerzen *schnief*. Ich kann gut jammern. Als es draußen hell wurde, konnte ich richtig auf Hochtouren fahren, es regnete. Und dabei war ich doch so motiviert, heute trotz Schmerzen wieder in den Garten zu gehen. Meine Laune versank allmählich ins Bodenlose und erreichte seinen Tiefpunkt, als ich über den Gruppenabrechnungen saß und die Zahlen einfach nicht stimmen wollten. Vielleicht konnte mich das Mittag wieder etwas aufheitern, denn schließlich hatte ich Nudeln in einer irren Farbe gemacht und mitgenommen.

Pink Pasta
- 250g Spaghetti (am besten Vollkorn)
- eine Knolle Rote Bete (so ca. 400g)
- eine Zwiebel
- eine Knoblauchzehe
- 1Pk. vegane Sahne
- ca. 200ml Gemüsebrühe
- Meerrettich aus´m Glas
- Salz, Pfeffer
- etwas Zitronensaft

Nudeln aufsetzen und nach Packungsanleitung kochen. Rote Bete schälen und klitzeklein schneiden, ebenso die Zwiebeln und den Knoblauch, anschließend in einer Pfanne mit Öl ordentlich anbraten. Mit Brühe ablöschen und ca. 10Minuten köcheln lassen. Sahne, Meerrettich (nach Belieben),Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft hinzugeben und noch ein bisschen köcheln lassen. Spaghetti abgießen und mit in die Pfanne geben. Das ganze nochmal abschmecken.

Ich liebe ja Rote Bete und entsprechend konnte mir dieses Essen tatsächlich etwas die Stimmung heben. Nach der Arbeit zuhause angekommen, sank sie jedoch gleich wieder. "Taxi Stiefmama" war gefragt und ich hasse diesen Job. Gerade zuhause, schon wieder los, um zwei Stunden später nochmal los zu fahren. Hätte mich vorher jemand über diese Schattenseiten des Familienlebens informiert, hätte ich mich wahrscheinlich nicht darauf eingelassen. Nein, war´n Witz, ich liebe meine kleine Familie trotzdem heiß und innig. Aber an einem blöden Tag, ist sowas natürlich nicht gerade förderlich.
Später gehe ich noch einer kleinen Dorfverpflichtung nach: Pokale putzen. Ich spiele seit einiger Zeit hier im Ort Völkerball (ja genau, das Spiel aus der Grundschule, das gibt´s aber auch als richtige Sportart). Das macht irre Spaß, vor allem, da es meist eher um das Verköstigen von alkoholischen Getränken und dem Austausch der neuesten Neuigkeiten geht, als um das eigentliche Spiel. Nichts desto trotz ist unsere Mannschaft ziemlich gut und gewinnt die meisten Turniere. Aber heute abend ist kein Training, sondern Putzen angesagt. Das passt mir ganz gut, mit meinem immer noch schmerzenden Armen fühl ich mich eh nicht in der Lage, einen Ball zu fangen. Von daher schonmal "Prost" :)

Dienstag, 9. April 2013

Eine Woche voller Nudelglück - Tag 2: AIMT-Pasta, ansonsten anstrengender Tag

In erster Linie sollte man davon ausgehen, dass man seine freien Tage dazu nutzt um sich auszuruhen. Das war auch der Plan von mir heute. Und dann war das Wetter so schön und es hat mich in den Garten getrieben. Also habe ich heute vormittag 3 Stunden im Garten das Altlaub aus den Beeten gepusten und war sehr stolz auf mich.
Anschließend ging´s ans Mittagessen mit dem unheimlich kreativen Namen

AIMT-Pasta
soll soviel heißen, wie Avocado, Ingwer, Minze, Tomate :)

- 250g Spaghetti
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- ein walnußgroßes Stück Ingwer
- ein paar Minzblätter
- eine große Dose geschälte Tomaten
- Salz, Pfeffer, Zucker, Chili, Koriander
- 2 El Pinienkerne
- 1/2 reife Avocado

Als erstes die Pinienkerne in einer trockenen Pfanne anrösten, anschließend umfüllen und zur Seite stellen. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schön kleinschneiden. Tomaten aus der Dose fischen und ebenfalls kleinschneiden (Soße nicht wegtun). Zwiebeln, Knobi und Ingwer mit Öl in der Pfanne braten, Tomaten hinzugeben + Minzblätter. Das Ganze würzen  und etwas einkochen lassen (ca 10Minuten). In der Zeit die Nudeln kochen. Avocado aus der Schale tüfteln und in kleine Würfel schneiden. Die Nudeln abgießen und mit der Soße vermischen. Avocado und Pinienkerne unterheben und servieren.




Jamijamijami

Frisch gestärkt bin ich wieder in den Garten, um weiterzuwühlen. Nach weiteren 2 Stunden bekam ich jedoch Krämpfe im linken Arm...anscheinend hatte ich die Wirkung einen dauerhaft gehaltenen Laubsaugers auf die Muskulatur unterschätzt. Also musste ich dieses Unterfangen trotz grenzenloser Motivation abbrechen.
Das machte mir dann schon etwas schlechte Laune. Wenn ich eins hasse, dann ist es, wenn ich nicht so kann, wie ich will. Und dann rief zu allem Überfluss auch noch meine Mutter an "Ich bin gerade auf einem Seminar in Oldenburg, kann ich auf nen Tee rumkommen?" - das ist vom Prinzip keine Katastrophe, aber bei meiner Mutter weiß man nie, wie so ein Besuch abläuft. Entweder klagt sie eine Stunde darüber, wie schlecht es ihr geht, wie überarbeitet sie ist etc. oder sie lästert über meinen Vater bzw. meine Brüder...na ja, abwarten und Tee trinken. Dabei fiel mir ein, dass unser Brot alle ist, also noch nebenbei eines gebacken und damit der Tag für mich stimmungtechnisch nicht ganz aus dem Ruder lief, habe ich einfach mal mein Lieblingssbrot gebacken.

Dunkles Vollkornbrot
130g Roggen
130g Weizen
100g Dinkel
550ml lauwarmes Wasser
1 1/2 Würfel Hefe
280g Weizenvollkornmehl
100g Weizenmehl
3 Tl Salz
120g Rübenkraut
150g Sonnenblumenkerne

Die Körner 40Sek/Stufe 10 im TM schroten. Die übrigen Zutaten hinzugeben und 4Min/Teigstufe verkneten, dabei mit dem Spatel den Teig zwischenzeitig runterdrücken. Eine Brotform einfetten, den Rand mit Sonnenblumenkernen ausstreuen, den Teig hineintun. Das Ganze dann bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen ca. 60Minuten backen. Anschließend auskühlen lassen.

Während der Teig im Ofen sich zu etwas Wundervollem verwandelte, kam meine Mutter und erzählte und erzählte. Auf ihrem Seminar (organisiert durch die Landwirtschaftskammer) hätten sie sich einen Bio-Geflügelbetrieb angesehen und sie wäre total entsetzt, wie dort die Zustände waren und ob ich mir vorstellen könnte, dass anscheinend garnicht bedeutet, dass die Tiere gut gehalten würden ("Aber Mama, davon rede ich doch die ganze Zeit immer, natürlich weiß ich das"). Außerdem hätte sie z.Zt immer so Magenprobleme. Z.B. hat sie gestern abend sich und ihrem Mann so ein schönen Essen gemacht: Speckwürfel mit Bratkartoffeln, Chili´s usw. und danach hätte sie so sehr Krämpfe gehabt (was meinerseits ein leichtes Augenverdrehen verursachte). Außerdem wäre das mit dem Geld ja auch immer so knapp. Aber nächste Woche fährt sie mit meiner Tante zu einer Gartenschau für zwei Tage und nächsten Monat mit ihren Mädels in ein Wellnesshotel und darauf den Monat macht sie Urlaub für ein paar Tage auf Föhr ("da fragt man sich noch, warum sie kein Geld hat"). Und zu guter Letzt würden ja meine Brüder auch immer mehr wie mein Vater werden, melden sich nie, absolut undankbar etc etc (Was es mir sehr leicht macht, das gute Kind zu sein :)   ) Dann musste sie aber auch nach Hause. Ja, das war schön...
Die Zeit vor dem Abendbrot habe ich noch mit ausgiebigem Waschen meines Hundes verbracht (er hasst es und entsprechend sehe ich danach immer aus) und mein Frühstück für morgen vorbereitet (Frühdienst :(  )
Jetzt gehe ich in´s Bett, vollkommen fertig, mit schmerzenden Armen und viel zu wenig Schlaf in Aussicht.


 



Montag, 8. April 2013

Margaret Thatcher - Nachruf

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Margaret Thatcher ist tot. Die "Iron Lady" war von Mai 1979 bis November 1990 Premierministerin des Vereinigten Königreichs. Sie war die erste Frau in diesem Amt und damit in gewisser Form eine Leitfigur der Emanzipation. Politisch konservativ, während ihrer Amtszeit äußerst umstritten und nichts desto trotz bewegt mich diese Figur. Schuld daran ist wahrscheinlich die Verfilmung ihrer Geschichte mit Meryl Streep in der Hauptrolle "Die Eiserne Lady". Und daran auch eigentlich nur der Umstand, dass ich Meryl Streep vergöttere. Auf jeden Fall habe ich jetzt eine ganze Zeit damit verbracht, mich in das Leben der verstorbenen Politikerin einzulesen. Schwere Kost... wahrscheinlich empfinden das auch viele Menschen anders als ich, vielleicht weil sie ihre Regierungszeit miterlebt haben. Ich hingegen war zum Ende ihrer Regierungszeit gerade mal vier Jahre alt. Ich finde es sehr beeindruckend, wie sich diese Frau in einem eher partriarchisch geführten politischen System bis an die Spitze arbeiten konnte und sich dort so lange hielt. Kritik zum Beispiel bzgl. ihrer Wirtschaftspolitik (Zerschlagung von Gewerkschaften etc.) klingt berechtigt, aber letztlich kann und will ich sowas nicht beurteilen. Da las ich aber doch noch etwas, was ich beurteilen konnte:
"Margaret Thatcher war zumindest politisch keine Freundin von gleichgeschlechtlicher Liebe. Im Gegenteil: Unter ihrer Amtszeit wurde ein Gesetzesparagraf im Vereinten Königreich entworfen, welcher Homosexuelle stark verunglimpfte. Das Gesetz, bekannt unter «Clause 28», verbot ab 1988 Gemeinden, Schulen und Kommunalbehörden die «Förderung von Homosexualität». Die Konsequenz daraus war fatal. In allen Bereichen des öffentlichen Lebens wurde nur noch negativ über Homosexualität berichtet
 Die Lesben- und Schwulenbewegungen befürchteten zu Recht, dass der «Clause 28» auch einen Einfluss auf Sozialversicherung, Schule oder  auch Lizenzvergaben und Mietverträge für Cafés, Lokale und Clubs haben werde. Sänger Boy George protestierte öffentlich mit dem Song «No Clause 28». Doch Margaret Thatcher liess sich nicht beirren
 Es ist Tony Blair und seiner Labour-Regierung zu verdanken, dass dieses menschenunwürdige Gesetz durch den «Local Government Act 2003» abgeschafft wurde."

Wenn man dazu bedenkt, dass in Deutschland seit der Entkriminalisierung der Homosexuellen 1969 immer wieder Schritte nach vorn gegangen sind, um langsam aber sicher eine Gleichberechtigung zu Heterosexuellen zu schaffen (das wird aber noch dauern), finde ich es äußerst erschreckend, dass es in Großbritannien bis 2003, durch die Gesetzverabschiedung unter Margaret Thatcher, in eine ganz andere Richtung lief.
Diese Information hat mein Ansehen von dieser Frau stark geschädigt. Nicht, weil sie gegen die Gleichstellung von Homosexualität ist. Es ist, weil sie sich selber, in ihrer Position als Frau, ihre Anerkennung erkämpfen musste und ich daraus nicht verstehen kann, wie sie die Anerkennung anderer Personen dermaßen unterbinden kann...
Ich habe heute ne Menge gelernt - Margaret Thatcher ist doof. Aber den Film mit Meryl Streep mag ich trotzdem :)

 

Eine Woche voller Nudelglück - Tag 1: Krautnudeln

Habe gestern den Kochplan für die folgende Woche geschrieben, samt Einkaufsliste. Das ist mein sonntägliches Ritual, da ich Montags meistens einkaufen fahre (ich bin nicht zwanghaft *grins*). Also habe ich Bücher gewelzt, Inspiration gesammelt, aufgeschrieben und dabei festgestellt, dass ich fast ausschließlich Rezepte mit Nudeln gewählt habe. Ich koche äußerst selten Nudeln...gehöre wohl eher zu der Reis- oder Getreidefraktion, sehr zum Ärger unserer Tochter :)  Aber okay, Plan meiner Family unterbreitet, wurde freudestrahlend angenommen und heute eingekauft. Dies wird eine Woche voller Nudelglück. Ausnahmetag ist Samstag, da steht hier großer Kindergeburtstag an (die Kleene wird 9 Jahre alt) und es wurde Pizza gewünscht.
Also Tag 1, Montag:
- Arbeiten, Frühschicht *gähn*, aber nur drei Stunden, was auch mehr als genug war
- Geburtstagsgeschenke shoppen und daran verzweifeln. In meinem Kopf spuckt das Lied  "was soll ich nur schenken?" von den Prinzen...
- Einkaufen für die Woche, dabei im Supermarkt intensivst geküsst worden; wenn ich diese Reaktion immer erhalte, sollte ich meine Freundin öfters daran erinnern, dass wir in drei Wochen heiraten - ick bin och so verleevt" :)
- Panik bekommen "Oh meein Gott, wir heiraten in drei Wochen, Das ist ja schon bald"
- Beruhigen und im strahlendsten Sonnenschein vor dem Auto ne Zigarette rauchen - kein Stress
- Nach Hause fahren, ausladen und kochen - heute mal was schnelles

Krautnudeln
- 400g Nudeln
- eine Packung Sauerkraut (auch ca 400g)
- 200 g Räuchertofu
- 2 Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- Salz, Pfeffer
- etwas Hefeflocken

Nudeln nach Anleitung kochen. Sauerkraut abtropfen lassen und danach auseinanderzupfen. Räuchertofu in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch ebenfalls kleinschneiden. Tofu mit etwas Öl in einer Pfanne anbraten. Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und weiterbraten. Sauerkraut und Nudeln dazugeben, ordentlich mit Salz, Pfeffer und Hefeflocken würzen und gut umrühren.

Einfach und sehr lecker!
So, den Rest des Tages werde ich das gute Wetter ausnutzen und im Garten wühlen. Altlaub und Unkraut - ICH KOMME!!!

Freitag, 5. April 2013

Saisonkalender April


Für alle saisonbewussten Konsumenten (das klingt toll :)
Endlich kommt so langsam der Frühling und damit auch eine etwas größere Obst und Gemüseauswahl

Obst
Mango     Ananas Ananas            Mangos



 Rhabarber Rhabarbar    ZitronenZitrone



Gemüse
 Artischocken Artischoke   Champignons Champignons

Gurken Gurke          Kohlrabi Kohlrabi

Möhren Möhren        Spargel Spargel

SpinatSpinat           Sellerie Staudensellerie