Mittwoch, 8. Mai 2013

Gartentage

Bei diesem ganzen Hochzeitsbrumborium habe ich meinen heißgeliebten Garten vernachlässigt. Damit ist jetzt Schluß. Ich fühl mich zwar noch nicht richtig regeneriert von dem Hochzeitswochenende, aber das gute Wetter treibt mich doch nach draußen. Gestern war ich Gemüsepflanzen kaufen. Bin mal wieder völlig unstrukturiert los und habe spontan das gegriffen, was mir in den Sinn kam. Dieses Jahr wird mein Gemüsebeet gefüllt werden mit Bohnen, Kohlrabi, Zucchini, Mangold, Rotkohl und Schwarzwurzeln. Letzteres hab ich noch nie angepflanzt, ich lasse es auf einen Versuch ankommen. Zudem habe ich vom letzten Jahr noch allerhand Erdbeerpflanzen im Beet. Noch ein paar Tomatenpflanzen für die Hauswand und eine Gojibeerenpflanze (da bin ich mal gespannt, was das wird); ich bin pleite aber zufrieden.
Heute vormittag musste ich arbeiten und hatte wieder mit meiner unliebsamten Beschäftigung zu tun: Taschengeldabrechnung.  Das bedeutet in Kurzform Quittungen sortieren, aufkleben, numerieren, in´s Kassenbuch übertragen, in den PC übertragen und möglichst keine Fehler machen. Ich mache immer Fehler und nach drei Stunden habe ich das ganze völlig entnervt zur Seite gelegt. Zuhause angekommen habe ich erstmal Mittagessen gemacht.

Möhren-Pastinaken-Kladderadatsch
4 große Pastinaken
4 Möhren
1 Stück Ingwer
eine Zwiebel
optional ein paar Sojaflocken oder Schnetzel
Öl
Salz, Pfeffer, ein bisschen Muskat, ein bisschen Majoran
dazu Reis oder was man sonst so will

Reis kochen. Pastinaken und Möhren schälen und in dünne Stifte schneiden. Ingwer klitzeklein schneiden. Zwiebel auch noch schneiden (soviel Schneiderei). Sojaflocken mit Brühe aufgießen und kurz ziehen lassen. Öl zusammen mit der Zwiebel und dem Ingwer erhitzen und kurz dünsten.  Sojaflocken hinzugeben und mit anbraten. Gemüse dazu, würzen und ebenfalls kurz anbraten, anschließend Deckel drauf und garen lassen (ggf. etwas Flüssigkeit hinzutun). Reis abgießen und alles servieren
Frisch gestärkt verschwand ich dann in den Garten und mir wurde gleich wieder bewusst, warum ich so gerne draußen bin; Sonnenschein, blühende Obstbäume - I love it

Ich liebe es ja, in der Erde zu wühlen. Erstmal krauten, umgraben, gute Musik dabei hören und die Welt mit seinen ganzen Taschengeldabrechnungen vergessen. Damit konnte ich mich ganze vier Stunden beschäftigen (+ nebenbei Rasen mähen). Doch dann verließen mich eindeutig meine Kräfte. Gemüse ist gepflanzt nur das Laub liegt teilweise noch im Beet...nicht hübsch, aber das wird die nächsten Tage schon.


Erdbeerern

Kohlrabi

Zucchini (besser nur eine Pflanze)

Mangold zwischen Schnittlauch und Stockrosen

frisch gemähter Rasen
 Die übrigen Pflanzen kann man nicht sehen, sind halt Samen. Aber sie werden groß und lecker :)
Nachdem ich dann noch etwas im scheintoten Zustand (totale Erschöpfung) in der Sonne gesessen habe, musste ich los zum Völkerballtraining - ja, ich spiele diesen klassischen Grundschulsport mehr oder weniger professionell in einer Manschaft. Ich habe noch nicht so genau rausgefunden, ob es bei den wöchentlichen Training eher um den Ballsport oder ums Konsumieren von Alkohol geht; kurze Erklärung: wir spielen ungefähr mit 14 Frauen, Tradition ist, wenn jemand Geburtstag hat oder ein sonstiges herausragendes Ereignis, Sekt ausgegeben wird in rauen Mengen. Und bei 14 Frauen hat ständig jemand Geburtstag, wird Mutter/ Großmutter, geht in Rente, baut ein Haus, hat ein neues Auto, wechselt die Arbeit oder, wie in meinem heutigen Fall, hat geheiratet.
Und was war letztlich das Ende vom Lied? 5 Frauen waren da, Training wurde kurzerhand wegen Schlecht-Wetter abgesagt (es regnete exakt 4 Minuten) und drei Flaschen Sekt wurden geleert. Nach den Begrüßungsworten "Ich gebe heute einen aus, weil ich Freitag geheiratet habe" bekam ich freudige Umarmungen und anschließend herrschte peinliche Stille. Ich vermute mal, dass den Frauen erstmal bewusst werden musste, dass und wen ich geheiratet habe. Es ist schon faszinierend zu erleben, wie betroffen manche Menschen reagieren, wenn sie von homosexuellen Eheschließungen erfahren. Es ist einfach noch lange nicht "normal". Aber der liebe Herrgott hat ja nicht umsonst Sekt erfunden und so wurde es noch ein schöner Abend. Ich gehe jetzt erstmal mit nem duseligen Kopf ins Bett - in diesem Sinne, Prost!


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