Freitag, 30. August 2013

Trennungsfrisurexperiment

Neben dem vielen Weinen, der Deprimusik, der Appetitlosigkeit, dem Schlafmangel und dem vermeiden sozialer Aktivitäten gibt es ein paar wenige gute Aspekte, die eine Trennung mit sich bringt. Ich habe gerade über mehrere Tage mich dem Thema "Trennungsfrisur gewidmet. Warum mehrere Tage? Mit meinen Haaren bin ich etwas eigen, nicht dass sie perfekt gestylt wären - ich pflege meine Frisur mehr nach dem Motto "Möglichst wenig aufwendig und leicht veränderbar". So habe ich über viele Jahre immer wieder Schnitte und Haarfarben geändert. In den 6 Jahren meiner Beziehung wechselte ich von langen braunen Haaren, über lange rote Haare, hin zu lange rote Dreadlocks, weiter zu langen schwarzen Dreadlocks (dann musste ich die leider aufgrund starker Pollenallergie abschneiden *schnief), sehr kurze schwarze Haare - dann war kurze Färbepause, anschließend wechselte ich zu blond und ließ sie wachsen, bis sie rückenlang waren. Das permanente Blondierung hat meine Haare dermaßen verbraucht, dass sie radikal abgeschnitten werden mussten, ich wechselte zu einem rot-braun Ton und das blieb bis vor kurzem auch so. Jetzt zu der eigentlichen Trennungsfrisur: Der Plan war Haare wieder ganz kurz schneiden und knallrot färben. Das Problem bekam ich gleich beim Frisör; der junge Mann weigerte sich, mir eine Kurzhaarfrisur zu verpassen "Neeeeiiiiiinnnnn, wunderschöne Frau, nicht kurze Haare - ich mache dir schöne Frisur". Okay, ich ließ mich überraschen und bekam einen kinnlangen Bobschnitt, den ich fleißig in Form föhnen sollte...zuviel Aufwand, ich lass sie stehen, wie sie liegen. Danach sollte Farbe drauf; da ich mir seit 15 Jahren selber die Haare färbe, bekomme ich das auch ohne Frisör hin :)
Ich hab also erstmal rote Farbe von Sanotint gekauft (Reformhaus) für teuer Geld. Aber wenigstens ist die Haarfarbe vegan, ich färbe schon länger mit dieser Marke und war bisher immer zufrieden....nur diesmal nicht. Die Farbe war mir einfach nicht kräftig genug. Also musste Dr. Google herhalten und mich bei meiner neuen Farbe beraten. Ich wurde auch fündig mit "Manic Panic - Vampire Red". Die Farbe sah einfach nur geil aus. Laut Produktbeschreibung muss man wohl regelmäßig nachfärben, aber das sollte mich ja nicht abschrecken. Also das ganze bestellt und angewendet...leider hatte ich den Umstand verdrängt, dass ich bereits einen deutlichen Haaransatz hatte und daher das Ergebnis nicht so schön einheitlich wurde - am Ansatz knallrot, der Rest ein tiefes Dunkelrot....damit gab ich mich dann doch nicht zufrieden.
Also zweiter Versuch, diesmal mit voriger Blondierung. Auch hier musste ich erstmal im World Wide Web forschen und fand schließlich "White Fire Blondierung" bei Vegan Wonderland.
Alles jeweils in zweifacher Ausführung gekauft (weniger wegen meiner Haarlänge, sondern mehr wegen der Haardicke) und los ging der Spaß. Das Ganze hat ca. 4 Stunden gedauert, da die jeweiligen Farben auf trockenem Haar aufgetragen werden mussten und ich leider noch keinen Fön besitze (steht jetzt auf der Einkaufsliste der Millionen Kleinigkeiten, die mir noch fehlen) und das Ergebnis ist....krasser als erwartet.  In erster Linie hat mich absolut die Blondierung überzeugt - hätte nicht gedacht, dass meine doch recht dunklen Haare so stark aufhellen - natürlich war das ganze ziemlich fleckig, hatte shließlich nen ordentlichen Rotton vorher drin. Aber sollte ich nochmal blond werden wollen (das halte ich übrigens für ausgeschlossen), ist dies die Farbe meiner Wahl
meine Haarfarben: Blondierung und Vampire Red
nach dem Auftragen der Blondierung

nach 90minütiger Einwirkzeit
meine blondierten Haare
Nachdem meine Haare endlich getrocknet waren, kam das Rot. die Einwirkzeit betrug hier nur 30 Minuten und dann konnte ich meinen neuen Schopf genießen

nach 30minütiger Einwirkzeit
Ergebnis

Ich liebe meine neuen roten Haare, auch wenn der Rotton ziemlich ins Pink geht. War wohl beim Färben etwas zu geizig mit der Farbe; für meine kinnlangen, jedoch sehr dicken Haare hab ich 1 1/2 Dosen Rot verwendet...das nächste mal probiere ich es mit 2 Dosen.
Ich falle jetzt unheimlich auf, genau so habe ich mir das mit der Trennungsfrisur vorgestellt :)





Montag, 26. August 2013

Vegane Küche für Kinder

Hab noch einen nachträglichen Beitrag, auch wenn sich dass Buch jetzt nicht mehr in meinem Besitz befindet.

Ich hab es doch tatsächlich mal soweit geschafft, ein Kochbuch ausführlich zu testen und hier vorzustellen. Bin ganz stolz auf mich :)
Hab schonmal geschrieben, dass ich unsere Tochter (9 Jahre) von der veganen Küche überzeugen wollte, da "vegan" für sie immer gleichbedeutend mit "schmeckt nicht" war. Ich schiebe schon mal vorweg, es hat sich geändert.
"Vegane Küche für Kinder - Einfach lecker für kleine Entdecker" von Christina Kaldewey
Das Buch beginnt mit einer ausführlichen Erklärung zum Thema Kinderenährung, Nährstoffe, Allergien, Nahrungsaufnahme vom Baby zum Kleinkind. Ich muss gestehen, dass ich diese Seiten eher dürftig überflogen habe, da unsere Tochter schon etwas älter ist und ich mich nicht mehr über Breikost etc. informieren muss (zum Glück). Was ich aber positiv anmerken möchte, ist die Grundbotschaft des Buches "Vegane Ernährung für Kinder ist möglich" - das ist ja ein sehr umstrittendes Thema und ich finde es super, dass dieses Buch dies unkompliziert und anschaulich vermittelt.
Die Rezepte reichen von Brei´s über Fingerfood, Salate, Suppen, Hauptgerichte, Nachtisch immer mit empfohlener Altersangabe.
Im Praxistest habe ich mit unserer Tochter zusammen gekocht und sie war begeistert selber mal vegan zu kochen. Und ich war begeistert, wie kreativ sie wurde beim Kochen - am besten war das ausstechen der Tofunuggets; wir hatten zum Schluß Pilz-.Stern-, Frosch- und Prinzessinnuggets :)
Ich habe für meine Portion manchmal leiche Abwandlungen gemacht, die Kleene wollte aber partou nach Rezept kochen und essen "die in dem Buch wissen, was Kindern schmeckt" - ich hab´s mit Humor genommen. Folgende Rezepte wurden getestet und für saulecker befunden
Reis mit Rosinen und Cashewnüssen
Smileyteller
In voller Portion Nudelsalat mit Tofunuggets
Spinatpfannkuchen (ich hab ne Pilzfüllung dazu gemacht)

Brokkolicremesuppe
Die Rezepte sind schnell gemacht und unkompliziert, also perfekt für einen Familienhaushalt.
Abschließendes Fazit: Perfektes Buch für Familien mit jüngeren Kinder (Tennies überzeugt man damit wohl nicht), die ihre Kinder vegan ernähren oder auch wo vermehrt Allergien auftreten oder für Familien, die ihre Kinder von leckerem veganen Essen überzeugen wollen. Bei uns hat es funktioniert ;)
Das Buch hab ich bei unserer Kleenen gelassen, vielleicht bleibt sie ja motiviert am experimentieren...

Samstag, 24. August 2013

Wildtiere im Zirkus

Nachdem ich jetzt über mehrere Tage via Facebookmeldungen davon am Rande Notiz genommen habe, nutzte ich jetzt mal die ruhigen nächtlichen Stunden, um mir folgende Page zu Gemüte zu ziehen
http://www.tyke2014.de/

Was soll ich dazu sagen? Es ist nicht so, dass ich nicht über das Leid der Wildtiere (oder Tieren im Allgemeinen) in der Zirkushaltung informiert wäre, aber der Film dazu hat mir diese Thematik nochmal schmerzlich vor Auge geführt und einfach nur Gänsehaut bereitet. Daher der Aufruf an Alle: Seht euch den Film an, unterschreibt die Petition und hört auf, mit euren Kindern in Zirkuse mit Tierhaltung zu gehen!!!

Gyros-Porree-Miniquiche

Ich taste mich an die Singleportionen ran :) Mal ehrlich, das ist schwieriger als gedacht. Komm noch aus einer Grunderziehung, wo es hieß " der Teller wird leer gegessen", was mit meinen Kochexperimenten momentan häufiger in Bauchschmerzen endet. Aber da meine Grundstatur eher schlank ist, schaden wohl die paar Überfresskilos nicht :)
Hab jetzt mal ganz Freestyle eine (bzw. zwei) kleine Quiche gemacht und war ganz stolz auf mich, dass sie gelungen ist. Bin nämlich meistens zu faul, Mengenangaben zu teilen und mache dann alles nach Gefühl. Der Teig ist zum Glück trotzdem gelungen.

Gyros-Porree-Miniquiche
- 1 Stange Porree
- 1 Frühlingszwiebel
- Sojagyros (tja, fragliche Menge---ich hab ungefähr ein halbes Paket genommen, von ner Sorte von Edeka, deren Name mir leider gerade entfallen ist)
- ein guter Schuß Sojasahne (bzw. was anderes - ich benutze meist Hafersahne), nicht zu sparsam, sonst wird das Ding nachher zu trocken
- etwas Hefeflocken
- Salz, Pfeffer

- ca. 100g Vollkornmehl
- 1-2 El Sojajoghurt
- 1 El Margarine
- 1 Tl Salz
- 1 Tl Backpulver

Porree und Frühlingszwiebeln kleinschneiden und in einer Pfanne mit etwas Öl anbraten. Gyros, sowie Salz und Pfeffer dazu und alles schön durchbraten.
Mehl, Joghurt, Margarine, Salz und Backpulver in TM geben (ich bin so froh, dass ich den behalten konnte) ud 2 Min/Teigstufe verarbeiten. Den Teig anschließend in kleine gefettete Quichformen (okay, eigentlich sind die für Tortelettes) drücken und die Porree-Gyros-Masse reinfüllen. Mit ein paar Hefeflocken überstreuen und das Ganze dann für ca. 20 Minuten bei 200 Grad in den Ofen


Kleine Vorwarnung: Ich war mehr als satt nach dieser Mittagsmahlzeit ;)

Donnerstag, 22. August 2013

Die Vor- und Nachteile des Alleinelebens

Ich hab meine eigene Wohnung, ich kann alles so machen wie ich es will. Keine Kompromisse, keine Disskusionen, mein Wille zählt - cooooooooool :)
Ich bin mir noch nicht so ganz schlüssig, ob ich das wirklich gut finde. Ich entdecke zahlreiche Vor- und Nachteile, die es mit sich bringt, mich unbeaufsichtigt zu lassen.

Uneingeschränktes veganes Essen vs. "Was bekommen meine Gäste?"
Meine Frau und Tochter sind Vegetarier, folglich hatten wir immer Milch, Käse etc. im Haus. Ich hab das immer mit Fassung getragen, hin und her gerissen von den Gedanken "Ich finde das fürchterlich" und "Die Beiden dürfen das selbst entscheiden". Natürlich gab es immer mal wieder Disskusionen über die Einkäufe, ich habe etwas penetrant versucht, den Konsum tierischer Lebensmittel in unserem Haushalt auf ein Minimum zu reduzieren (ich hoffe, das war nicht der Trennungsgrund)
In meiner eigenen Wohnung ist das anders. Ich habe keine nicht-veganen Lebensmittel im Haus (zumindest nicht, soweit ich weiß). Das ist ein gutes Gefühl, kein Tierleid in meinen vier Wänden.
Da gibt es nur ein Problem: Ich bekomme gerne Besuch und verbinde das gerne mit einem Essensangebot, dann muss ich nicht alleine essen und ich kann endlich mal wieder ausgiebig kochen. Alle meine Freunde sind Fleischfresser,  teilweise auch fest eingesessen in ihren Essensgewohnheiten. Okay, die machen ne Menge mit mir mit, probieren mein Essen, lernen nach und nach, was ich esse und was nicht. Ich hab tolle Freunde :)
Die meisten von denen sind leidenschaftliche Kaffeetrinker, viele auch (typisch nordeutsch) Teetrinker mit Milch und Kluntje. Ich hab nur leider keine Milch im Haus - natürlich hab ich Alternativen, meist Hafermilch (Soja vertrag ich nur in geringen Mengen), aber die ist nach einer mutigen Kostprobe abgelehnt worden.
Ich trink Kaffee oder Tee eh schwarz, mich stört das nicht...die anderen schon. Jetzt läuft das darauf hinaus, dass die meisten ihre Milch selber mitbringen. Das geht, fühlt sich nur seltsam an...war vorher halt anders...unkomplizierter.

Tierliebe vs. Megaaufwand
Ja, ich habe auch ein Herz für Insekten. Ich mag sie gerne in der freien Natur beobachten, jedoch nicht in meinem Haushalt. Spinnen, Mücken, Fliegen, Käfer, Ameisen etc. sind faszinierende kleine Geschöpfe, jedoch könnte ich ausrasten, wenn ich nachts dieses kleine hohe Ssssssssssssssssss um meine Ohren habe, etwas an der Wand langkrabbelt und sein Zuhause baut oder etwas meine Lebensmittel anfällt. Bitte liebe Kleintiere, bleibt doch draußen!!!
Beide Augen zudrückend habe ich meist meine Frau sich der lieben kleinen Insekten annehmen lassen. Sie saugte Spinnen weg, stellte Köderdosen unter die Schränke (da kann ich sie ja nicht sehen) und das Problem hatte sich gelöst. Das klingt zwar jetzt ziemlich scheinheilig von mir, aber ich konnte damit leben, dass sie das tat. Ich hatte nicht wirklich was damit zu tun, genoß jedoch den Vorteil, kein Viehzeug im Haus zu haben.
Jetzt sehe ich darüber nicht mehr hinweg, ich kümmere mich selber, um die kleinen Krabbler und von denen habe ich gerade Massen als Mitbewohner. Liegt vermutlich daran, dass die Türen während des Umzuges die ganze Zeit offen standen. Zu meinen Mitbewohnern zähle ich mindestens eine Mücke, die mich nachts wachhält, ca. 15 Fliegen und viieeeeellllleeee Spinnen, zwei davon ziemlich groß. Da die allesamt doch ziemlich lästig sind und ihren Mietanteil eh nicht bezahlen, werden sie rausgeschmissen. Natürlich nicht mit Sauger oder ähnlichem. Ich hab mir so ein Lebeninsektenfangding gekauft.

Das funktioniert super, zumindest bei den Spinnen. Die Mücke hab ich noch nicht gefunden und die Fliegen sind eindeutig zu schnell für mich. Das ist bisher der größte Vorteil am Alleineleben - keiner sieht mich, wie ich verzweifelt hinter den Fliegen herjage, um sie einzusammeln. Das ist ein ziemlich nervtötendes Unterfangen, aber ich gebe nicht auf. Nur zwischenzeitig denke ich doch leicht wehmütig daran, dass das alles vorher nicht so kompliziert war...

Freie Gartengestaltung vs. Alles von vorn
Zum Glück gehört zu meiner neuen Wohnung ein Garten. Ich hatte mich schon schmerzlich mit dem Gedanken auseinander gesetzt, eine Wohnung mit kleinen Balkon zu bekommen, was aber ja dann alles anders kam. Mein Garten ist relativ groß, es steht eine Gartenhütte drin und mal abgesehen von verwilderten Sträuchern und einem Steinbeet ist der Garten komplett unbepflanzt. Da kribbelt es mir jetzt schon in den Fingern - GARTENARBEIT. Beete anlegen, Pflanzen aussuchen, Gemüsebeet planen. Ich habe schon tausend Ideen für meinen Garten. Meine Vermieter lassen mir da auch frei Hand, klingt alles super. Bei meinem letzten Garten konnten wir auch frei gestalten, was unheimlich viel Spaß macht, aber auch vieeeel Zeit und Geld kostet. In meinem alten Zuhause hatte sich das wirklich ausgezahlt, riesen Garten mit meinem heißgeliebten Gemüsebeet, Kräuterspirale und zahlreichen Blumenbeeten. Fünf Jahre Arbeit steckten in diesem Garten...und jetzt hab ich nichts mehr davon. Ich liebe es ja im Garten zu wühlen, aber irgendwie graut es mir davor, wieder soviel Arbeit zu investieren...und dann zieh ich in ein paar Jahren aus und lasse wieder alles zurück...
Ach, ich kenn mich, ich werde mir trotzdem einen Garten anlegen. Im Herbst ist eh die beste Zeit, um Stauden einzupflanzen und vielleicht blüht dann nächstes Jahr schon ein bisschen was. Dann wird´s auch neue Gartenfotos geben :)

Eigene Ordnung vs. alleinige Verantwortung
Okay, zwei (bzw. 2 1/2) Leute machen mehr Dreck, als eine Person. Aber wenn zwei Leute das saubermachen, ist das auch weniger Arbeit. Musste erschreckt feststellen, dass der Abwasch, den ich in die Spüle gestellt habe, abends nach der Arbeit immer noch da stand und keiner hat sich seiner angenommen. Jetzt muss ich an sowas alleine denken. Und das schlimmst ist, ich muss alle Haushaltsaufgaben machen. Vorher hatten wir so ne perfekte Aufteilung, ich hasste Fenster putzen und Bügeln, mein Frau hasste es, sich mit Technik auseinander zu setzen - so hatte jeder seinen Aufgabenbereich, perfekt!!! Okay, das sind Kleinigkeiten, aber ich hase Fensterputzen wirklich und ratet mal, was das einzige Manko an meiner wunderschönen Wohnung ist - viiiiieeeeeelllllleeeeeee grrrrooooooooßßßßßßßeeeeee Feeeeeeennnnnssstttteeeeeerrrrr!!!

Essen, was ich mag vs. Singleportionen
Mal abgesehen davon, dass ich vegan esse, eine Allergie gegen Orangen (oder ein Spritzmittel) habe und eine tiefsitzende Abneigung gegen Rosenkohl, esse ich alles unheimlich gerne. Kochen gehört sowieso zu meinen Leidenschaften, ebenso wie Backen. Alleinsein hat den Vorteil, dass ich nicht auf so viele unterschiedliche Geschmäcker Rücksicht nehmen muss, besonders wegen unserer Kleenen war das mit dem Kochen ein Drahtseilakt. Jetzt kann ich kochen, was ich mag *freu* Allerdings habe ich ein großes Problem mit diesen Singleportionen. Ich koche grundsätzlich zu viel für mich allein. Okay, ich habe vorher auch zuviel für uns drei gekocht, aber meine Frau hat´s immer gerne aufgegessen :) An diese Kleinmengen muss ich mich erst noch gewöhnen, besonders wenn ich meine heißgeliebten Quiches machen will...
Oder ich muss mir dauerhaft Freunde zum Essen einquartieren, zumindest oweit die nicht nach dem Essen noch nen Kaffee wollen ;)

Oweh, ich muss noch viel lernen und vieles in meinen Gewohnheiten umstellen....na gut, packen wir es an. Übrigens habe ich während des Schreibens drei Fliegen gefangen und nach draußen begleitet - ich werd besser :)



Dienstag, 20. August 2013

Ein neues Zuhause für Müsli

Ich habe wieder ein Zuhause.
Vor ca. einem Monat habe ich schweren Herzens mein geliebtes Dorfleben verlassen, meinen Hund zu meinen Eltern gebracht und mich selber bei Freunden einquartiert. Das war eine sehr schwere Zeit für mich (meine persönliche Hölle), in der ich eine Menge neuer Erkenntnisse sammeln konnte.

1. Ein gebrochenes Herz tut unheimlich weh - Ich wurde verlassen, meine Frau beendet unsere junge Ehe. Die Gründe kann ich nicht verstehen oder will sie nicht wahrhaben. Es tut einfach nur weh. "Verlassen zu werden" ist eine neue Erfahrung für mich. Die Beziehungen, die ich bisher hatte, habe ich beendet, was wesentlich angenehmer ist. Jetzt versteh ich endlich diese ganzen Herz-Schmerz-ichliebedichdochso-Lieder und ich habe mir in den letzten Wochen verdammt viele davon angehört. Meine Favoriten sind "Another Love" von Tom Odell und ein Lied was mir absolut aus der Seele spricht "Ich komm an dir nicht weiter" von Rosenstolz
Ich habe viel geweint, noch mehr getrunken, mich verkrochen, ausgeschwiegen, an Selbstmord gedacht (nicht ernsthaft, keine Sorgen machen), mich in dunkle Räume gesetzt und vor mich hingestarrt. Ich weiß, ich jammere, aber ich hab das Schlimmste überstanden. Die ersten Wochen war einfach nur dieses Gefühl vorherrschend, alles verloren zu haben; meine Frau, unsere Tochter, mein Zuhause, meinen Garten...einfach alles. Es geht mir jetzt immer noch nicht gut, aber ich merke, dass das Leben weiter geht...irgendwie. Ich weiß nicht, worauf unsere Trennung hinausläuft...ich weiß nur, dass ich meine Frau immer noch liebe.

2. Vermieter sind nicht tierlieb - Ich habe eine Wohnung in Oldenburg gesucht, mein ursprünglicher Plan war 2 Zimmer, mit Einbauküche, Balkon oder kleiner Garten, mindestens 60qm. Nach den ersten Telefonaten und Besichtigungen kam die bittere Erkenntnis, dass es nahezu unmöglich ist, mit einem großen Hund eine Wohnung in Oldenburg zu finden. Ich habe mich für ca 15 Wohnungen angemeldet und immer wieder scheiterte dies mit den Worten "Verstehen sie das nicht falsch, aber ihr Hund ist ja auch wirklich groß" - Da ich ohne Zuhause dastand, quasi nur aus der Tasche lebte, war ich nicht in der glücklichen Situation mir für die Wohnungssuche Zeit zu lassen. Daher versuchte ich mich mit dem Gedanken auseinanderzusetzten, meinen süßen dicken Hund abzugeben (dies war mein emotionaler Tiefpunkt der letzten Wochen). Aber es kam alles anders und damit die dritte Erkenntnis.

3. "Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her" - Bei meiner verzweifelten Wohnungssuche fand ich schließlich meine jetzige Wohnung und was soll ich sagen...sie ist perfekt. Zur Wohnung umfunktionierte Garage mit eigenem Gartenteil (komplett eingezäunt), Einbauküche, Kamin, Schlafzimmer auf einer Empore über dem Wohnzimmer und kleinem seperatem extra Räumchen. Und das Beste: die Vermieter lieben Hunde, sie waren ganz begeistert davon, dass ich einen Hund habe. Die Wohnung ist außerhalb von Oldenburg in einer größeren Ortschaft (tschüß Dorfleben *schnief*). Kein Vergleich zu meinem alten Zuhause, aber besser hätte ich es gerade nicht treffen können. Am Donnerstag begann der Umzug und Sonntag wurden die letzten Karton ausgepackt. Tausend Dank an dieser Stelle für meine vielen lieben Helfer (falls ihr das hier lest). Ich bin ganz verliebt in meine neue Wohnung, nur an das Alleinsein muss ich mich noch gewöhnen...in zwei Wochen hole ich meinen Hund endlich von meinen Eltern ab und dann fangen wir mit unserem neuen Zuhause an.

4. Veganer brauchen ne Küche - ich hatte in meiner heimatlosen Zeit zwei Reisetaschen + einen riesen Korb mit Lebensmitteln bei mir. In dem Korb waren Basics, ein paar Gewürze, Nüsse, Samen, Nudeln, Getreide, Müsli, Agavendicksaft... Obst und Gemüse hab ich natürlich frisch gekauft. Dennoch war meine Ernährung in dieser Zeit absolut unvorbildlich. Das lag zum einen natürlich an meiner Verfassung "Keine Lust zu garnichts, schon garnicht zum Kochen", zum anderen, dass viele Zutaten, die für mich selbstvertsändlich sind, für andere Haushalte nicht selbstverständlich sind, sprich auch nicht vorhanden sind. Beispiele hierfür sind Brühe (nicht jeder Haushalt hat Gemüsebrühe) und Öl zum Braten (Omnivoren nehmen anscheinend gerne Butter zum Braten). Gott, was hab ich meine Küche vermisst. Immer wieder Nudeln oder Getreide mit Gemüse schockt nicht wirklich. Und ich bin thermomixverwöhnt; die ganze Zeit kein selbstgebackenes Brot, keine Shakes, Zutaten wieder alle kleinschneiden...das ging alles, aber war doch erstmal ne Umstellung. Umso glücklicher bin ich, dass der Thermomix bei unserer Haushaltstrennung an mich gegangen ist und ich ihn jetzt wieder habe in meiner relativ neuen Luxuseinbauküche (ist übertrieben, aber meine neue Küche ist echt schön)

5. Glücklich der, der Freunde hat - ich hab ne Macke. Ich gehöre zu den Menschen, die große Schwierigkeiten haben, von anderen Personen Hilfe anzunehmen. Kann dafür keine Erklärung geben, ist einfach so. Ich helfe sehr gerne, wo ich kann, aber für meinen eigenen Bereich mach ich lieber alles alleine.
Ich habe mich jedoch die letzten Wochen geübt, ich habe viel, sehr viel Unterstützung von meinen Freunden angenommen, mich ausgeheult, einquartiert etc. Hierbei möchte ich ein paar Personen besonders erwähnen: H. kam an dem Tag, als mich meine Frau verließ noch spät abends zu mir, um mit mir zu reden, mich weinen zu lassen und blieb bis spät in die Nacht, obwohl es unter der Woche war. K. und seine Familie nahmen mich als erstes für 2 Wochen auf, als ich von zuhause auszog, quartierten mich in einem Zimmer ein, hörten mir zu, wenn ich reden wollte und ließen mich in Ruhe, wenn ich Ruhe brauchte. Andere K. und Mann nahmen mich danach auf für nochmal knapp 2 Wochen, hielten meine depressiven Phasen aus und hörten sich geduldig mein Gejammer an. Auch D.+M. hatten immer ein offenes Ohr für mich, sowie einen Platz in der Sonne und ausreichend Kaffee/Tee. C. + K. und S. +F. halfen mir beim Umzug, Möbel kaufen, aufbauen, Kartons schleppen und alles, was zum Umzug dazu gehört. Nicht zu vergessen, meine Eltern, die mich ebenfalls beim Umzug tatkräftig und finanziell unterstützt haben. Und zuletzt Danke für die vielen Mails und Kommentare. Es ist schon ein irres Gefühl, wie viele Leser des Blogs mir gute Worte haben zukommen lassen. Danke, dass ihr alle für mich da ward/seid, wüsste sonst nicht, wie ich diese Zeit überstanden hätte oder noch weiter überstehe.

6. Ablenkung ist wichtig - Mit Wohnungssuche und Umzug hab ich gut zu tun gehabt die letzten Wochen. Natürlich hatte ich sehr schlechte Phasen zwischenzeitig, aber es hielt sich alles in Grenzen. Die erste katastrophale Krise bahnte sich am Wochenende an. Samstag wäre der Tag unserer Hochzeitsfeier gewesen, sowie unser 6. Jahrestag. Ich steckte mitten in meiner neuen Chaoswohnung und musste für Ablenkung sorgen, da emotionale Krise vorprogrammiert war. Also bin ich mit Bekannten von unserer "Anti-Schlachtfabrik-Ahlhorn-Fraktion" nach Cloppenburg gefahren, zu der Wahlkampfveranstaltung der CDU. Mit Transparenten und und absoluter "Ich-bin-dagegen-Haltung" bewaffnet, kamen wir auf dem Platz an und begegneten erstmal Frau von der Leyen. Kurze Disskusion wegen Dumpinglöhnen in der Fleischbranche geführt, bei der sie nicht wirklich Antworten gab und weg war sie...na ja, so werd ich nicht zum CDU-Wähler. Aber dann kam´s: Es wurde ein Durchgang mit Bändern markiert, wo die Kanzlerin durchlaufen sollte. Natürlich sind wir in die erste Reihe mit unseren Transparenten und da kam sie auch schon, unsere ANGIE!!!! Und natürlich die Securitys (schreibt man das so?) direkt vor uns (wir waren ja auch die Antis). Links von mir stand ein kleines Mädchen, die der Kanzlerin artig die Hand gab und die Gelegenheit nutzte ich, streckte meine Hand zwischen den Securitys durch und ergriff die von Frau Merkel. "Guten Tag Frau Merkel, würden sie sich das mal ansehen?" Dabei hielt ich ihr mein Plakat "Artgerecht statt ungerecht" unter die Nase. "Da setzen sie sich für ein wichtiges Anliegen ein" kam als Antwort. "Da haben sie Recht, ich würde mir wünschen, dass sich ihre Politik ebenfalls dafür einsetzen würde" gab ich zurück. "Ja, da werde ich gleich noch was zu sagen" und weiter ging sie. Ich war in Hochstimmung, Kanzlerin getroffen, Hand geschüttelt und zwei Sätze wegen Tierrechten gewechselt. Natürlich ist sie auf das Thema nicht mehr eingegangen, im Gegenteil, sie hat ordentlich gegen die Grünen gewettert wegen des Veggie-Days. Aber ich war trotzdem stolz auf mich, das getan zu haben und meine Hochstimmung hielt den restlichen Tag an.
Sonntag packte ich dann meine letzten Kartons aus...und da mir leider an dem Tag die Ablenkung fehlte, betrank ich mich anschließend...musste auch mal sein, sollte nur nicht zur Gewohnheit werden.

7. Singledasein macht mir Angst - Ich bin seit 11 Jahren dauerhaft in Beziehungen gewesen, habe nie wirklich alleine gelebt und stehe ziemlich planlos vor der Frage "Wer wird es jemals mit einer veganen Lesbe aushalten wollen?" Momentan will ich keine Beziehung, dafür muss ich erstmal meine Kurzehe verarbeiten. Aber irgendwann bin ich (hoffentlich) wieder bereit dazu, mein Leben mit jemandem zu teilen. Mir werden bereits Horrorgeschichten von der Homoszene in Oldenburg berichtet, wo es anscheinend mehr um´s rumvö.... geht, als um die große Liebe. Dafür bin ich echt nicht der Typ...und dann hab ich ja auch noch meine "Weltverbesserungsansichten", die nicht jedermans Sache sind...ich will nicht alleine bleiben....
Also wenn jemand hier in nem Jahr oder so Interesse an einer etwas komplizierten, veganen, lesbischen Frau mit großem Hund hat, am besten in der Nähe von Oldenburg/Niedersachsen wohnt und an einer ernsten Beziehung interessiert ist, bitte melden ;)  (Witz!!!)
Wenn alles nicht hilft, werd ich halt meinen Traum von Familie, Kindern etc aufgeben und ein Karriereweib werden - super Plan :)

So, ich glaub, das ist jetzt erstmal der aktuelle Stand der Dinge - ich lebe noch, zwar größtenteil in einem ziemlich dunklen emotionalen Loch, aber ich hoffe auf Besserung. Meine Freunde holen mich immer wieder aus diesem Gefühl "Ich-bin-allein-kein-Mensch-liebt-mich" heraus, auch wenn das immer nur von kurzer Dauer ist. Das Bloggen versuche ich langsam wieder zu starten, wobei ich merke, dass meine Motivation da noch sehr schwankt - für diesen Eintrag hab ich immerhin jetzt drei Tage benötigt. Aber ich denke ihr habt da Verständnis für.
Bis denn dann
Müsli vom jetzt anderen Dorf