Donnerstag, 5. September 2013

Sommerfest im Tierheim

Am Sonntag war ich auf dem Sommerfest des Tierheims in Oldenburg. War ne riesen Veranstaltung und, was ich besonders erwähnenswert finde, das erste fleischfreie Sommerfest dort - keine Bratwurstbude oder Ähnliches zu sehen. Das problematische an der Geschichte war doch wirklich mal, dass mein Magen zu klein für meine Probierlust war - verdammt!!!! Es war eine sehr schöne Veranstaltung mit überraschend vielen Besuchern. Aber diese Veranstaltung hat mich auch zum Nachdenken gebracht, daher nach ein paar Fotos ein paar Gedankengänge

Hm....irgendwie funktioniert der Upload nicht so richtig...okay, reicht vielleicht auch an Bildern.
So, jetzt mal zu meinen Gedankengängen. Ich weiß, unter Veganer/innen wird die Auffassung vertreten, dass man sich Haustiere aus dem Heim holen sollte und nicht etwas aus Züchtungen. Ich hab mich nie näher damit beschäftigt, ich hab schon einige Jahre meinen Hund (von nem Züchter), die Katzen (die ich ja jetzt nicht mehr habe) sind uns zugelaufen und anschließend kastriert worden. Eigentlich hatte ich vor, mich mit dem Thema "Tiere aus dem Tierheim" erst zu beschäftigen, wenn mein geliebter Bosse irgendwann das Zeitliche gesegnet hat - also hoffentlich nie!!!
Nun bin ich Sonntag durch dieses Tierheim gelaufen (was übrigens sehr schön ist) und hätte am liebsten alle Tiere dort (Hunde, Katzen, Kaninchen, Vögel) mitgenommen. Die haben mir alle so Leid getan, wie sie vor ihren Gittern hockten, aufmunternd zu den vorbeigehenden Leuten hoch sahen und letztlich doch einfach nur ein Zuhause wollten. Aber da ich schon einen Hund besitze, habe ich mich zusammen gerissen und kein Tier mitgenommen.
Dennoch habe ich Zuhause erstmal recherchiert - in Deutschland gibt es keine genauen Angaben zu der Anzahl der Tierheime, jedoch sind 519 Tierheime dem "Deutschen Tierschutzbund" angeschlossen. In diesen Tierheimen leben laut Statistik etwa 6 Millionen Hunde (die Zahl der Katzen ist natürlich deutlich höher). Der Großteil der Hunde gelangt in´s Heim durch Abgabe der Vorbesitzer, wenn sie ausgesetzt oder entlaufen sind. Dort beginnt dann das Vermittlungsverfahren, mal mehr, mal weniger erfolgreich...
Was geschieht mit den Tieren (mich interessieren dort besonders die Hunde), die nicht vermittelbar sind? Das Internet überschlägt sich dort mit Informationen - man liest von Einschläferung gesunder Hunde genauso wie von jahrelanger Unterbringung im Tierheim und Sterben eines natürlichen Todes....was davon in Deutschland den Tatsachen entspricht, weiß ich nicht. Ich fürchte nur, dass es in manchen Tierheimen wirklich zur Realität gehört, dass Hunde, die nicht vermittelbar sind, eingeschläfert werden (das war ja auch mal bzgl. der Tierheime von PETA Thema). Aber selbst bei der besten Unterbringung, wird es einem Hund im Heim nie so gut gehen, wie in einer Familie (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Ja, mein Hund kommt vom Züchter und ja, ich liebe ihn über alles. Aber ich kann nicht verstehen, dass bei 6 Millionen Tieren in Heimen immer noch massenweise das Geschäft mit gezüchteten Hunden zugelassen wird. Selbst "gute" Züchter machen dies rein aus kapitalistischen Erwägungen, von "miesen" Züchtern, die ihre Hündinnen regelmäßig schwängern lassen, will ich garnicht erst anfangen. Ich wünschte, ich hätte mich vor einigen Jahren bereits mit dem Thema beschäftigt...meinen nächsten Hund (den es natürlich nicht geben wird, weil meiner ewig lebt) wird definitiv aus dem Tierheim kommen und jeder sollte sich überlegen, woher er sein Haustier holt. Heimatlosen Tieren ein Zuhause geben oder schlechte Züchtungen, Einschläferung etc. unterstützen? Das ist hier die Frage.

1 Kommentar:

  1. Hallo Müsli,

    schöner Beitrag von dir. Wir selbst haben unsere Katze aus einem Tierheim. Unseren Kater allerdings als Baby, aus einem Zeitungsinserat. Ich finde es schon wichtig, dass viele Leute ein ganz großes Herz haben und sich eher für ein Tier aus dem Heim entscheiden. Allerdings ist natürlich der Züchter Markt auch sehr groß und wir Menschen scheinen uns einfach mehr zu Babys hingezogen zu fühlen. Viele schreckt vielleicht auch ab, dass insbesondere Hunde aus dem Tierheim evtl. sozial nicht so umgänglich sind. Was wahrscheinlich in den meisten Fällen ein Irrtum ist, aber irgendwie auch eine verständliche Sorge, besonders bei Familien mit Kindern.
    Ich würde immer wieder eine Katze aus dem Tierheim holen um ihr ein schönes Zuhause zu geben und wenn wir irgendwann mal genügend Zeit und Platz für einen Hund haben, wird die erste Anlaufstelle auch das Heim sein.

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