Donnerstag, 31. Oktober 2013

Grünfutter

Hab die letzten Wochen immer mal wieder Rezepte aus eine vegetarischen Kochbuch ausprobiert, welches ich vor (gefühlten) Ewigkeiten zum Geburtstag geschenkt bekommen hab.
"Grünfutter" von Dr. Oetker
Das Buch sieht chic aus, in der Einleitung gibt es einen kurzen Ratgeber zum Thema Vorrat und Küchenausstattung, sowie Mengenangaben, was für Kochneulinge mit Sicherheit hilfreich ist. Die Rezepte sind relativ leicht zuzubereiten, Mengenangaben meist für 2 Personen (perfekt für Singles :)  ). Typisch in Dr. Oetker-Tradition klingen die Rezepte relativ ausgefallen, sind aber wirklich einfach nachzukochen, wodurch man sich ohne großartige Kochkenntnisse ein tolles Essen machen kann. Wie bereits geschrieben, ist das Kochbuch vegetarisch, die Rezepte lassen sich einfach veganisieren, wobei viele Rezepte von vornherein vegan sind.
Geschmacklich überzeugen mich die Rezepte nicht - es schmeckt, ist aber irgendwie nichts besonderes. Wenn ich mir ein Kochbuch kaufe, dann möchte ich mich überraschen lassen mit neuen Ideen. Dieses Buch bietet keine Inspiration für Menschen, die bereits Kocherfahrungen haben - für mich schade.
Aber für Kochanfänger ist dies ein sehr gutes Einsteigerbuch, welches abwechslungsreiche Rezepte, mit jeweiligen Variationsmöglichkeiten, teilweise Extra-Tipps und vereinzelter Warenkunde und wenig Aufwand bietet.
Hier kommen meine nachgekochten Werke
Asia-Pfanne

Kokospilaw

Blumenkohlcurry

Kichererbseneintopf

Dienstag, 29. Oktober 2013

Demonstrationsfieber

Es hat mich gepackt - das Demonstrationsfieber.
Bis vor wenigen Monaten wäre mir im Traum nicht eingefallen, auf Demonstrationen zu gehen. Ich teilte immer die allgemein übliche ländliche Einstellung "Demonstranten sind extrem und radikal" und zu dieser Personengruppe zähle ich mich absolut nicht.
Geändert hat sich meine Einstellung durch die Mitwirkung beim Bürgerprotest gegen den Schlachthof in Ahlhorn. Auf einmal wuchs in mir das Bewusstsein dafür, das man durch sein Handeln etwas bewegen kann. Demonstrationen erweisen sich in diesem Sinne als besonders hilfreich, da man in relativ kurzer Zeit, relativ viele Menschen für ein bestimmtes Thema aufmerksam machen kann. "Wir sind hier und wir sind laut", damit uns möglichst viele Menschen hören und von denen möglichst viele auch darüber nachdenken, was man zu sagen hat.
Es begann mit einer kleinen Demo in Großenkneten vor dem Rathaus, wo ich noch leicht überfordert dran teilnahm. In Nienburg demonstrierte ich gegen den Wiesenhofschlachthof aus Wietzen, kämpfte gegen ein schlechtes Gewissen, da in Wietzen meine Großmutter lebt ("hoffentlich sieht die mich nicht"), trug dennoch motiviert Transparente und rannte letztlich vor der Polizei weg. Es folgte die Megademonstrations mit 7000 Menschen gegen die Rothkötterschlachterei in Wietze, bei der ich lautstark mitbrüllte und meinen Unmut kundtat. Bei der Demonstration in Ahlhorn war ich dann bereits super ausgerüstet mit Hühnermaske und Megafon und führte den Demonstrationszug mit an.
Es werden Mahnwache bei einer Hubertusmesse und "Pelzfrei"-Demo demnächst folgen.
Warum das Ganze? Kann man dadurch wirklich etwas verändern?
Bei Facebook verfolge ich interessiert eine Seite, die sich "Wut auf der Straße" nennt, Bilder und Videoaufnahmen von deutschlandweiten Demonstrationen - dieser Titel trifft absolut zu. Es geht um das Thema Wut, Wut über die Umstände, wie unsere Welt funktioniert. Wut darüber, wie wir Menschen andere Menschen, Tiere und die Natur mit Füßen treten. Wut darüber, wie Medien die Bevölkerungen verblöden, Geld die Welt regiert, Macht wichtiger wird als Liebe, Politiker korrupt werden und die Justiz die falschen Menschen und Anliegen schützt und unterstützt.
Bild aus dem Netz von einer Maidemo

Es gibt Menschen, die Fressen ihre Wut in sich rein, Menschen, die ihre Wut rausschreiben oder darüber Reden/Debattieren und halt die Menschen, die ihre Wut rausschreien, auf die Straße gehen, aktiv versuchen, den Umstand der sie wütend macht, zu ändern.
Wut ist eigentlich ein destruktives Gefühl, zerstörerisch und gewalttätig. Natürlich gibt es immer wieder Demonstrationen, die eskalieren, die Wut überkocht und es zu Ausschreitungen kommt. In erster Linie fällt mir da Frankreich ein, ein sehr demonstrationsfreudiges Land, welches für seine angezündeten Autos berühmt sind.
Diese Wut meine ich jedoch nicht; ich schreibe von der Wut, die einen förmlich dazu zwingt, von seinem Sofa aufzustehen und aktiv zu werden.

Ich bin mit Sicherheit ein sehr umgänglicher Veganer, ich missioniere nicht, ich fange selten Disskusionen an, kann meine Meinung jedoch vertreten. Ich beschwere mich nicht, wenn Menschen in meiner Umgebung Fleisch, Eier, Milch konsumieren. Ich höre mir Äußerungen wie, "Ich esse nur sehr wenig Fleisch, nur Bio, nur aus artgerechter Haltung etc" mit einem höflichen Lächeln an und befürworte diese Entwicklung. Jeder Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass "artgerecht" nur die Freiheit ist, ich Fleischessen als Leichenschändung empfinde, Massentierhaltung gedanklich mit Konzentrationslagern gleichsetze, in der Produktion tierischer Lebensmittel nur Kinderraub/-mord, Misshandlung und Leid sehe usw. usw. Ich bin ein soziales Wesen und in einer Welt, wo Fleischessen dazu gehört; nicht zuletzt mein familiärer Hintergrund zwingt mich in die Toleranz und Akzeptanz gegenüber Fleischessern und Tierausbeutung. Dennoch bleibt diese Wut darüber, wie gnadenlos missachtend Menschen mit ihren Mitgeschöpfen umgehen und dabei tut es einfach gut, zwischenzeitig auf die Straße zu gehen und seine Wut raus zu lassen.
Das Thema "Tiere" ist aber nicht das einzige, wofür ich aufstehe; "Christopher Street Day" (okay, das hat auch was mit Spaß zu tun) "Anti-Monsanto", "Demo-Lampedusa"...es gibt so viele wichtige Veranstaltungen. Neben meinem Hund nimmt diese Form von Aktivismus den größten Teil meiner Freizeit ein.
Warum das Ganze? Einfache Antwort: Ich möchte später nicht vor meinen Kindern stehen (falls ich mal welche hab) und sagen müssen "ich habe von dieser ganzen riesen Ungerechtigkeit auf dieser Welt gewusst, war aber nicht bereit, etwas dagegen zu unternehmen" Ich möchte, dass diese Welt besser wird. Ich habe einen Traum, dass eines Tages....(okay, das wäre jetzt geklaut - siehe Martin L. King), aber mein Traum wäre, dass vielleicht eines Tages der Mensch nicht mehr von der Zerstörung seiner Welt lebt...
Kann ich was damit verändern? Ganz ehrlich - weiß ich nicht...meistens nicht. Die Macht, Entscheidungen zu treffen, liegt leider oft bei den falschen Personen (aus meiner Sicht falschen Personen) Aber die Geschichte hat gezeigt, dass sich immer wieder Menschen erhoben haben und auch gegen stärkere Systeme gewonnen haben (Gleichberechtigung von "Schwarzen" in Amerika, Wahlrecht für Frauen etc.) Ich lebe in diesem Punkt frei nach dem Motto "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren", von da her werde ich weiter demonstrieren gehen. Und wenn ich von den vielen Menschen, an denen ich vorbei gehe, einer dabei ist, der anfängt, umzudenken und statt dem 1,99 Hähnchen im Angebot ein Hähnchen aus dem Bioladen zu kaufen, dann hat sich etwas bewegt. Und wenn dies ganz oft auf geschieht, kann sich vielleicht das Gesicht der Welt verändern.
Oh, das war aber jetzt ein schöner Abschlusssatz ;)

Sonntag, 27. Oktober 2013

Albert Nobbs

Ha, ich hau jetzt mal ne Filmempfehlung raus.
In meiner momentanen Depristimmung stand mir gestern Abend der Sinn nach nem richtig schönen Drama und dank Google wurde ich auch fündig - "Albert Nobbs" mit der wunderbaren Glenn Close in der Hauptrolle.

Story
Albert Nobbs arbeitet als Butler in dem Hotel von Mrs. Baker im Dublin des 19. Jahrhunderts. Hinter der Fassade des introvertierten, hart arbeitenden und sparsamen Mannes steckt in Wirklichkeit eine Frau, die in dem Rollenwechsel ihre einzige Chance sieht, ohne Familie und Ehemann zu überleben. Als sie ihr Bett für eine Nacht mit dem Anstreicher Hubert Page teilen muss, wähnt sie ihre Maskerade in Gefahr, bis sich herausstellt, dass Page ebenfalls eine Frau ist. Alberts Werben um Helen Dawes, mit der er zusammen ein eigenes Geschäft aufmachen und verheiratet sein möchte, wird durch die Ankunft von Joe kompliziert, der mit Helen nach Amerika auswandern möchte.

Trailer

Müsli´s Urteil
Ich hab versucht zu dem Film Infos bezüglich Transsexualität oder Homosexualität zu finden - ziemlich aussichtslos, daher fürchte ich, ich könnte den Inhalt falsch verstanden haben *schäm* Eine Frau, die im 19. Jahrhundert versucht, eigenständig klar zu kommen und sich für die Rolle eines Mannes entscheidet. Den Traum von einem eigenen Geschäft verfolgt Albert vehement und spart jeden Schilling, den er kriegen kann. Auch eine Frau wünscht er sich (wie bereits erwähnt, inwieweit das mit Homosexualität zu tun hat, konnte ich nicht herausfinden) und ein Familienleben. Und doch ist seine größte Sehnsucht, sich wieder als Frau fühlen zu können....
Drama durch und durch, mit Schicksalsschlägen, Gänsehautmomenten und (leider) keinem Happy End.
Dies ist der erste Film seit ner ganzen Zeit, der mich gefesselt hat. Albert als Figur wirkt eher unnahbar und trotzdem leidet man den ganzen Film über mit ihm mit. Und der Schluss ist einfach absolut zum Heulen - i love it (typisch Mädchen)
...aber obwohl ich nix dazu finde, hat der Film eindeutig nen Homosexuellenbezug!!! Von da her ist auch ein Vermerk auf diesem Blog berechtigt!!!
Also, absolut empfehlenswert, wenn man, so wie ich, ein Faible für Dramen hat.

Wochenzusammenfassung 43. Kalenderwoche 2013

Ruhelose Woche....viel unterwegs gewesen, viel Besuch gehabt, viel gearbeitet. Ich möchte wieder Urlaub haben :(
Nix desto trotz ist diese Woche auch unheimlich viel passiert im World Wide Web und ich hab mir mal wieder die Nächte mit Lesen um die Ohren geschlagen.

Artikel
 In meiner Küche gibt es keine Tierkinder mehr - Report über Spitzenkoch Michael Hoffmann

SPD opfert Wahlversprechen - die Gleichberechtigung Homosexueller wäre auch zu schön gewesen...schon traurig, dass die SPD sich für die große Koalition wieder mal verkauft

 Warum Essen keine Privatsache mehr ist - schon etwas älterer Artikel, aber immer noch aktuell. Schade, dass sich seit dem noch nichts geändert hat.

Verbot von Akkordschlachtungen - hoffentlich kommt das Thema durch....

Gesundheitsgefährdung durch Hähnchenmastanlagen - bei dem Vortrag war ich dabei. Bevor ich selber ne Zusammenfassung versuche zu starten, verlinke ich doch lieber ;)

Testbericht Hähnchenfleisch - wieder mal ein Artikel, der mich Kopfschütteln macht - ich versteh einfach nicht, wie man so etwas noch essen kann? Wie können die Menschen so sehr Tatsachen ausblenden und weiter am Fleischkonsum festhalten?

Der hohe Preis des Sojabooms - ohne Worte

 100 Zitate für Tierschützer, Vegetarier und Veganer - am besten gefällt mir der hier “Es wird die Zeit kommen, in welcher wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir heute das Essen von unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.” (Leonardo da Vinci, italienischer Maler, Bildhauer und Universalgelehrter, 1452 – 1519)


Videos
Gutes Soja, schlechtes Soja - auf jeden Fall sehenswert. Über den Sojaanbau und den Gebrauch in der Landwirtschaft

Kleine Bauern - Große Bosse - wer den Film "Food Inc." bereits kennt, erschrickt sich vielleicht, dass in Deutschland bereits vergleichbare Verhältnisse herrschen. Ich hab mich auf jeden Fall erschrocken :(


Bilder
muss man zweimal hinsehen...

Bis auf die Geschichte mit dem Metzger ist das ne super Anleitung

...ich fühl mich verraten


Rezept der Woche
Ich war doch tatsächlich die ganze Woche kaum in der Küche...und wenn, dann war es nicht mitteilungswert. Von daher hab ich diesmal zwei geklaute Rezepte der Woche ;)

Haselnussmilch von Jerome Eckmeier

Rote Bete im Blätterteig vom Bio-Koch

Was mich sonst noch bewegt?
Ich hab super schlechte Laune seit ein paar Tagen, ob das die berühmten Herbstdepressionen sind? Auf jeden Fall fühle ich mich lustlos, unmotiviert, einsam...alles blöd. Dabei ist eigentlich gar nichts schlimmes passiert... Kennt ihr das?

Freitag, 25. Oktober 2013

Die Geschichte eines Widerstandes

Heute habe ich mein "NEIN" abgegeben. "Nein" zu dem geplanten Bau der Schlachtanlage in Ahlhorn im Rahmen der Bürgerbefragung. Damit ist dieser Widerstand für mich zu Ende, Grund genug, Revue passieren zu lassen, was eigentlich alles passiert ist.
Wohl gemerkt, war ich nicht von Anfang an bei dem Bürgerprotest dabei, eigentlich bin ich eher durch Zufall darauf gestoßen. Viele Sachen habe ich aufgrund meiner recht unfreundlichen Arbeitszeiten nicht mitbekommen und wie ihr bereits wisst, bin ich kein Meister darin, mit Fakten/Statistiken und Zahlen um mich zu werfen. Ich beschreibe meine Wahrnehmung der Abläufe (untermauert mit einigen Artikeln zu dem Thema).
Beim abendlichen Surfen im Internet las ich die Nachricht, dass im Veggiemaid (veganer Laden in Oldenburg) Unterschriftenlisten gegen den Bau einer Schlachtanlage in Ahlhorn ausliegen - uups, das ist doch meine Gemeinde, was hab ich da denn verpasst???? Der Bau der Schlachtanlage war unter unserem ehemaligen Bürgermeister (CDU) bereits nahezu beschlossene Sache. Protest war bereits vorhanden, jedoch ohne Aussicht auf Erfolg. Dieser Bürgermeister verstarb "leider" plötzlich. Versteht mich bitte nicht falsch mit den Anführungszeichen, ich kannte den Mann nicht wirklich. Für mich zählt allein die Tatsache, dass dadurch Neuwahlen stattfanden und mit absolut überraschender Mehrheit ein SPD-Mann zum Bürgermeister gewählt wurde, der sich offenkundig gegen den Schlachtbetrieb aussprach.  In einem meiner ersten Blogeinträge schrieb ich bereits kurz über dieses Thema (hier)
Mit dem neuen Bürgermeister kam der Bürgerprotest richtig in´s Rollen, hatte man doch jetzt großartige Unterstützung auf politischer Ebene. (Kurzvideo dazu hier) Problematisch war nur, dass trotz SPD-Bürgermeister die Mehrheit des Gemeinderates aus CDU/FDP bestand (Schlachthofbefürworter) - eine Schlammschlacht bahnte sich an.
Der Bürgerprotest sammelte mit Unterstützung des "Bündnis Mut" Unterschriften in und außerhalb der Gemeinde. Ich zog mir ne Unterschriftenliste aus dem Internet und ging eigenständig in meinem Dorf sammeln. Nervtötendes Unterfangen mit Landwirten darüber zu disskutieren, warum eine Schlachtanlage schlecht für unsere Gemeinde ist bzw. warum eine zweite Schlachtanlage katastrophal ist (Heidemark betreibt bereits in Ahlhorn ne Putenschlachterei). Ich bekam einige Unterschriften zusammen, aber noch mehr Vorwürfe, Disskusionen, Ablehnung.
Eines Tages beim Einkaufen traf ich eine Gruppe vom Bürgerprotest vor dem Supermarkt (die ich allesamt nicht kannte). Ich wurde um eine Unterschrift gebeten, verneinte dies und wies darauf hin, dass ich selber Unterschriften sammelte. Tja, seitdem war ich dabei ;) Zweimal stand ich mit vor Supermärkten und sammelte Unterschriften. Ich stellte eine Petition in´s Internet diesbezüglich und insgesamt konnten der Gemeinde im Juni um die 3000 Unterschriften gegen den Bau einer neuen Schlachtanlage überreicht werden. (Artikel aus der NZW)
In dieser Zeit setzte ich mich viel mit den Gründen "dagegen" auseinander. Natürlich lag/liegt für mich der Schwerpunkt  bei der Tierausbeutung und der Abartigkeit solcher Anlagen. Aber es gab mehrere Aspekte, die dieses Thema für unsere Gemeinde von zentraler Bedeutung machten. (Belastung des Naturschutzgebietes "Ahlhorner Fischteiche", Dumpinglöhne und Ausländerausbeutung geschieht bereits durch Firma Heidemark in Ahlhorn etc.)
Der Gemeinderat tagte im Juni und sollte über das Bauvorhaben entscheiden. Natürlich standen wir zu einer Kundgebung vor dem Rathaus zusammen und bangten um das Ergebnis (siehe Blogeintrag hier) - anlässlich der riesen Menge Unterschriften wurde jedoch keine Entscheidung getroffen, sondern der Entschluss gefasst, eine Bürgerbefragung durchzuführen - warum man das bei 3000 Unterschriften noch braucht??? Fragt die Politiker, ich weiß es nicht.
Kurz darauf ging meine Ehe in die Brüche und ich bekam nicht mehr viel mit, wie der Protest weiter verlief. Erst im September wurde ich wieder aufnahmefähig dafür und da liefen bereits die Vorbereitungen für die Demonstration am 19.10.13 auf Hochtouren. Ich machte fleißig Werbung, hängte Demoplakate auf, stand im E-Mail-Kontakt mit diversen Organisationen (NABU, 4 Pfoten, Albert-Schweitzer-Stiftung, Slow Food etc.). Zudem schrieb ich Leserbriefe an die Word-West-Zeitung, die groß darin wurde, gegen unseren Protest zu arbeiten und Artikel/Interviews veröffentlichte, die in mir die Wut kochen ließen (siehe hier Interview mit Seeger vom Landvolk und hier   Interview mit Herrn Kreyenborg und hier Kritik durch Landwirte) Die Nächte waren kurz, der Ärger groß. Kurz vor der Demonstration hagelte es auf einmal Nachrichten bei Facebook - überall tauchten Aufrufe zu unserer Demonstration auf (und ich bin mit etlichen Seiten verlinkt). Zwar blieb die Angst, dass die Demonstration zu wenig Teilnehmer hat, aber ich war dennoch schwer begeistert, wie viel Zuspruch diese Aktion bekam.
Tja und dann war die Demo am 19.10. Bericht dazu im Blog hier 
Seitdem ist Abwarten angesagt, aber keine Ruhe. Gespannt verfolge ich die Medien, da unser Protest weite Kreise gezogen hat. Mal schlechte Darstellungen (NWZ siehe hier, zum Verständnis auch die Leserkommentare beachten und Kurzvideo), aber überwiegend positive und unterstützende Darstellungen (Delmenhorster Kreisblatt, TAZ, RTL, Nice Guys, Kreiszeitung und Hallo Niedersachsen)
Am 1.11 ist die Bürgerbefragung abgeschlossen und dann fällt die Entscheidung, was passieren wird. Ich bin sehr gespannt...
Was habe in der Zeit des Widerstandes gelernt?
1. Nicht nur Veganer oder Tierschützer haben die industrialisierte Landwirtschaft satt
2. Natürlich lebt sichs vegan am besten, aber ich respektiere mittlerweile auch die Menschen, die nicht nach dem Motto  "ganz oder gar nicht" leben - auch bekennende Fleischesser ziehen vermehrt ihre Konsequenzen aus der heutigen Massenproduktion, nur halt anders als ich (Reduzierung des Fleischkonsums)
3. Nachhaltige und bewusste kleinbäuerliche Landwirtschaft entspricht nicht meiner Vorstellung von "gutem Leben", da weiterhin Tiere darin ausgebeutet werden. Aber es ist ein guter Gedanke in die richtige Richtung und vielleicht irgendwann auch realisierbar. Ich werde dies auf jeden Fall weiter unterstützen.
4. Die Landwirtschaft ist zur Industrie verkommen; Geld zählt hier mehr als Idealismus - entweder man wächst mit oder man geht unter. Nicht alle Landwirte lassen sich industrialiseren und besonders vor diesen Menschen ziehe ich meinen Hut - sie schlagen ein schweres Gefecht
5.  Es gibt soooooo viele dumme Menschen, die einfach nicht zuhören wollen.
6. Es gibt sooooooo viele Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise und mit unterschiedlichen Ansätzen für eine bessere Welt einstehen
7. Dass viele Politiker und Industrielle (ich stell die nicht umsonst zusammen) lügen ist nicht neu, aber bewusst erlebt habe ich das erst jetzt.
8. Deutschland nähert sich immer mehr amerikanischen Verhältnissen an, besonders in der Landwirtschaft. Wir produzieren billige Lebensmittel auf katastrophale Art und Weise, zerstören landwirtschaftliche Familienbetriebe und unterstützen die großen Massenproduzenten. Viel und günstig, das ist unsere Devise. Nur der Stärkste (oder Korrupteste) überlebt in diesem System, der Kleine geht zu Grunde... Mir war nicht bewusst, dass unsere Entwicklung hier schon so weit fortgeschritten ist (vielleicht darf ich mich mit meinen 27 Lebensjahren entschuldigen, andere in meinem Alter gehen noch dauerhaft auf Partys und interessieren sich noch nicht mal für solche Themen)
9. Die ländliche Idylle gibt es nicht...zumindest nicht hier im Oldenburger Südkreis, der Hochburg von Mastanlagen.
10.Widerstand gegen diese ganze Entwicklung regt sich und lohnt sich - ich weiß nicht, ob diese Schlachtanlage gebaut wird oder nicht. Aber letztlich haben wir viele Menschen mit unserem Anliegen erreicht und vielleicht etwas im Bewusstsein derer verändert. Je mehr Menschen auf derartige Probleme aufmerksam gemacht werden, desto mehr wird sich verändern.
11. Irre, was man auf dem Land alles so erleben kann ;)

So, und jetzt noch sechs Tage auf die Vernunft der Menschen in der Gemeinde Großenkneten vertrauen...

Dienstag, 22. Oktober 2013

Ist doch alles Käse!!!

Für viele Neuveganer stellt der "Verzicht" auf Käse die größte Herausforderung dar. Ging mir nicht anders, war ich es doch über Jahre gewohnt, überall Käse, Schafskäse, Mozzarella etc. drauf zu machen. Rein spaßeshalber testete ich bereits in meiner Vegetarierzeit "Cheezly", einen veganen Käse der Firma Pural. Lange Rede, kurzer Sinn, dieses Ding hat mich für viele Jahre veganen Käse meiden lassen - buäh!!!
Mittlerweile wird der vegane Käsemarkt immer bunter; immer mehr Hersteller liefern immer neuere Produkte und Geschmacksrichtungen. Grund genug, meine Abneigungen über Bord zu werfen und einfach nochmal nen neuen Käseversuch zu starten.
Ich habe mir dafür vier Käsesorten ausgeguckt, die ich am häufigsten in Läden oder Internet ausfindig machen konnte. Um einen möglichst guten Vergleich zu erzielen, habe ich von jeder Marke das Standartprodukt (also ohne extra Geschmack) gekauft. Da Geschmäcker verschieden sind, hab ich, soweit ich Besuch hatte, diesen ein Stück probieren lassen - ist ja auch interessant, wie Fleischesser auf Käseersatz reagieren :)
Und zum Schluss hab ich den Kochtest gemacht; inwieweit eignen sich die Käsesorten zum Überbacken?

Wilmersburger Scheiben

Das wohl momentan bekannteste Käseersatzprodukt kommt von Wilmersburger und gibt es z.Zt in sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen (Classic, Kräuter, Pilze, Olive, Paprika, Tomate-Basilikum, Würzig). Zudem gibt es auch Wilmersburger Pizzaschmelz (Streukäse).
Zutaten: Wasser, pflanzliches Öl (23%), Kartoffelstärke, Stabilisator: modifizierte Stärke, Salz, Schmelzsalz: Natriumpolyphosphat, vegane Aromen, Konservierungsstoff: Sorbinsäure, Farbstoff: Beta-Carotin
Preis: ca. 2,99 Euro bei 150g - je nach Bezugsquelle
Mein Geschmack: kommt Originalkäse schon sehr nahe, besonders von der Konsistenz. Allerdings hat Wilmersburger einen "seltsamen" Eigengeschmack, der mich etwas abstößt.
Besuchergeschmack: hat überzeugt "Boah, schmeckt ja wie richtiger Käse"
Kochgebrauch: Im Rohzustand nicht geeignet, die Scheiben bilden so ne seltsam trockene Schicht, die extrem eklig aussieht, geschmacklich jedoch okay. Dafür wohl besser den Pizzaschmelz verwenden. Auf der Homepage erhaltet ihr neben zahlreichen Infos auch "Schmelztipps"


Violife
 Violife von der Firma Viogros stammt aus Griechenland und erobert gerade den deutschen Markt. Die Scheiben sind in sagenhaften zehn verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich (Cheddar, Kräuter, Oliven, Olivenöl, Original, Paprika, Chili, Pilze, Pizza, Tomate Basilikum)
Zutaten: Wasser, pflanzliches Öl (23%), Kartoffelstärke, Stabilisator: modifizierte Stärke, Salz, Schmelzsalz: Natriumpolyphosphat, vegane Aromen, Konservierungsstoff: Sorbinsäure, Farbstoff: Beta-Carotin, Trennmittel: Kartoffelstärke  (fällt was auf, unterscheidet sich nicht wirklich von Wilmersburger)
Preis: ca 2,89 Euro für 200g  - deutlicher Pluspunkt gegenüber Wilmersburger
Mein Geschmack: von der Zutatenliste her, dürfte dieser Käse nicht anders schmecken, als Wilmersburger - tut er aber. Dieser bereits erwähnte seltsame Eigengeschmack kommt bei Violife nicht ganz so extrem zum Tragen; schmeckt mir deutlich besser.
Besuchergeschmack: einer meiner vegan ablehnenden Freunde meinte "ja, kann man essen", was einem riesen Lob gleichkommt ;)
Kochgebrauch: relativ gut zum Überbacken, wird nicht braun, aber schön weich. Bekommt quasi die Konsistenz von Pizzakäse - allerdings ohne Fädenziehen.
Wer Englisch kann, hier geht es zur Homepage

Jeezini Santi
 Jeezini Santi von der Firma Vegourmet wird momentan ebenfalls hoch gehandelt. Momentan erhältlich in sieben verschiedenen Geschmacksrichtungen mit exotischen Namen (Santi (klassisch), Blue (Blauschimmel), Hellas (Olive), Provence (Kräuter), Mexicana (Paprika, Pepperoni), Italy (Tomate-Basilikum), Picante (scharf))
Zutaten: Wasser, Pflanzliche Öle, (23%, davon 70% Sheabutter und 30% Kokosfett), Stärke, modifizierte Stärke, Meersalz, Emulgatoren Schmelzsalz und Natriumcitrat, vegane Aromen, Sorbinsäure als Konservierung, Farbstoff Betakarotin. (es gibt wohl ein Standartrezept für veganen Käse)
Preis: ca. 2,99 Euro für 200g
Mein Geschmack: lecker, aus der Testreihe würde ich geschmacklich diesen hier am meisten empfehlen. Konsistenz gut, geschmacklich nur noch geringfügig von Milchkäse zu unterscheiden.
Besuchergeschmack: gibts hier nicht, alles allein gegessen ;)
Kochgebrauch: *schäm* hab ich hier nicht ausgetestet, weil ich so beeindruckt war, wie gut der aufs Brot schmeckt. Laut Homepage soll dieser Käse beim Kochen jedoch richtige Fäden ziehen. Ausprobieren lohnt sich

No-Muh
No-Muh von der Firma Vegusto ist schon ein Klassiker unter den veganen Käsesorten. Irgendwo hab ich gelesen, dass es den mittlerweile auch in Scheibenformat gibt, ich hab ihn nur am Stück gefunden. Diesen Käse gibt es in sieben verschiedenen Geschmacksrichtungen (No-Muh, Classic, Dezent (mild), Rezent (ich glaub tomatig), Walnuss, Saison (Bärlauch) und Melty (weich))
Zutaten: Wasser, pflanzliche Öle und Fette, Kartoffelstärke, Reismehl, Nussmus, Getreidemehl, Salz, Carraghenan, Gewürze, Hefe und Hefeextrakt, Erbsenextrakt, vegetabiles Aroma, vegetabile Milchsäure, Farbstoff (Beta-Carotin)
Preis: stolze 4,80 für 200g
Mein Geschmack: definitiv schmeckt dieser Käse nicht neutral, hat eher das Aroma eines herzhaften Bergkäses. Aufs Brot ist das nicht mein Geschmack aber zum Kochen ist das Zeug genial.
Besuchergeschmack: absolute Begeisterung (beim aufs Brot essen)
Kochgebrauch: Zum Überbacken garnicht geeignet, bleibt in seiner Form, wird etwas braun, aber mehr nicht. Allerdings hat dieser Käse beim verfeinern von Soßen absolut gepunktet.
Homepage ist hier

Fazit: Wilmersburger ist wohl der bekannteste Käse aber nach meiner Einschätzung bei weitem nicht der Beste. Preislich doch eher im oberen Bereich und geschmacklich durchschnittlich. Allerdings ist der Pizzaschmelz super und Wilmersburger gewinnt dadurch, dass er mittlerweile vielerorts zu kaufen ist.
Violife gewinnt absolut beim Preis und bei der Kocherfahrung - definitiv empfehlenswert
Jeezini Santi ist preislich auch gut dabei, den Kochtest muss ich dringend nachholen. Geschmacklich mein absoluter Favorite
No-Muh Classic ist mir absolut zu teuer, zwar hat er mich beim Kochen positiv überrascht, aber den werd ich wohl so schnell nicht wieder kaufen.

Interessant fand ich, dass jede Käsesorte positiv bei meinen Besuchern ankam  - es geht also doch ganz gut ohne Milch. Ich hab mir das Käseessen mittlerweile schon so sehr abgewöhnt, dass ich wohl nach wie vor selten auf Käseersatz zurück greifen werde - wenn ich Besuch bekomme oder so ;)

Sonntag, 20. Oktober 2013

Wochenzusammenfassung 42. Woche 2013

Hab diese Woche gar nicht so viel mitbekommen *grins* War halt im meinem hammergeilen Urlaub und hab dann nur noch die Demo in Ahlhorn im Kopf gehabt. Aber ein paar wenige Sachen haben mich diese Woche dann doch mitgenommen

Artikel
Betty White ändert ihren Namen - ist das schön, die "Golden Girls" Darstellerin hat aus Protest gegen Homophobie ihren Namen in Betty Purple geändert :)

EU beschließt schlechtere Fleischbeschauungen - ...was soll ich dazu sagen? Leute, hört auf, diesen Sch*** zu essen

Fleischesser sind toleranter - natürlich bei der Partnersuche - ganz ehrlich, meine Partnerin küssen, nachdem sie nen Schnitzel verdrückt hat...da hört bei mir wirklich die Liebe auf. Dann bin ich halt intolerant

Protest gegen Hähnchen am laufenden Band - schön zusammengefasste Info zu unserem Bürgerprotest, nur leider kam die Sendung direkt in der Demozeit :(

10 Fakten über Hühner  - gibts auch über andere Tierarten, bin halt diese Woche nur bei den wunderschönen Hühnern hängen geblieben (liegt wohl an der Hähnchenschlachthofdemo)

10 Empfehlungen, um die Welt besser zu machen - alles verstanden? Also anfangen, jetzt!!!

Video
Gutes Soja,schlechtes Soja - wieder ne Dokuempfehlung für Sonntag (sprich heute) 14:45 auf dem ZDF. Ich bin leider am arbeiten, aber vielleicht landet das ja in der Mediathek

Hunderte gegen Schlachtbetrieb - Beitrag über unsere Demo bei "Hallo Niederachsen"

Spontandemo in Hamburg - ich bin momentan im Demonstrationsfieber. Wenn ich mal die Ruhe finde, werde ich einen Blogeintrag zu dem Thema verfassen. Falls irgendwer hier bei Facebook ist, empfehle ich die Seite "Wut auf der Straße", mit tollen Fotos und Beiträgen zu deutschlandweiten Demonstrationen

Petition
Rumänien - gegen das weitere Töten von Straßenhunden

Was mich noch bewegt
Nach der Demo ist vor der Demo.... :)
Wünsche euch allen eine wunderschöne Woche

Rezept der Woche

I love Kürbis


Kürbispommes
1/2 Kürbis
Meersalz, Rosmarin
2 El Öl

Kürbis waschen, halbieren, Kerngehäuse entfernen und in Pommesstücke schneiden. Zusammen mit Öl und Salz vermischen. Auf einem Backblech mit Backpapier verteilen, Rosmarin drüberstreuen. Das ganze dann für 25Minuten bei 200 Grad in den Ofen und fertig ist das Ganze
hier mit Fertigbratlingmischung, Remoulade, Ketchup und Bärlauchstreich



Samstag, 19. Oktober 2013

Demonstration in Ahlhorn

GESCHAFFT!!!! Die Demonstration ist gelaufen und damit auch wochenlange Vorbereitungen, Leserbriefe schreiben, Disskusionen, Communityaktivität, E-Mail Kontakt zu diversen Organisationen...jetzt muss nur noch die Bevölkerung der Gemeinde richtig abstimmen (mit "Nein" zu dem Bauvorhaben) und dann ist alles supi.
Die Demonstration war klasse. Danke an alle Beteiligten, die im Vorfeld und währenddessen so viel zum Erfolg der Demo beigetragen haben. Ich bin kann schlecht in Menschenmengen zählen, aber die offiziellen Zählungen schwanken zwischen 300 und 500 Personen; für so eine Minigemeinde wie unsere (okay, ich wohn da nicht mehr) ist das enorm, vor allem, wenn man bedenkt, dass die ländliche Bevölkerung nicht sonderlich demonstrationsfreudig ist.

















Ich habe mich in die Rolle des "Kampfhuhns" begeben und via Megafon lautstark unsere Parolen vorweg gebrüllt. "Großschlachthof vor unsrer Tür, nur wegen Profit und Gier. Noch mehr Mais und Gülle ist nicht des Volkes Wille. Ausbeutung und Dumpinglohn, viel zu viel haben wir davon. Hühnerkot und Putendreck nehmen uns das Wasser weg"

Spannend wurde es direkt zu Anfang, da eine nicht angekündigte Gegendemonstration von Mitarbeitern der Firma Kreyenkamp (der Schlachthofangestellten) unsere Zusammenkunft störte.
 Die Stimmung kochte hoch - "Wir wollen unsere Arbeitsplätze behalten" gegen "Gegen Ausbeutung von Tier und Natur, Verpestung des Grundwassers, Dumpinglöhne in der Fleischindustrie etc." Dank unserer tollen Demonstrationsleiter verblieb die Situation doch lediglich bei leichten Beschimpfungen und Unruhestiftung; die Gegendemonstranten wurden dazu eingeladen in einigem Abstand sich unserer Demonstration anzuschließen, was sie auch taten.Dieser relativ freidliche Verlauf ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass deren Auftritt illegal war und hoffentlich auch Konsequenzen haben wird.
Der Zug durch Ahlhorn war klasse - laut und wirksam - morgen werd ich heiser sein :)
Zum Abschluß traten noch mehrere Redner auf, vom AbL, von der Bürgerinitiative Wietze, SPD und Landesnetzwerk Niedersachsen.
Wie gesagt, jetzt heißt es "Abwarten und Tee trinken" - am 4. November ist die Bürgerbefragung beendet und das Ergebnis wird bekannt gegeben.In diesem Sinne: Drückt uns die Daumen!!!

Schon kurze Erstberichterstattung zu der Demo in der Nordwestzeitung
Bilder
Kurzbericht


Freitag, 18. Oktober 2013

Müsli in der großen Stadt - Teil 2 Köln

Nochmal Sonntag
Wieder Zugfahren, 16:30 Abfahrt aus Frankfurt/Main. Umstieg in Mainz, 20:05 Ankunft in Köln. Im Bahnhofsgebäude spürte ich Müdigkeit, Erschöpfung und wollte nur ein Bett. Dies verflog sehr schnell beim Heraustreten aus dem Bahnhofsgebäude - mein Blick fiel auf den Kölner Dom
Natürlich hab ich den Dom schon mal gesehen - im Fernseher. Aber dieses wahnsinnige Gebäude in voller Größe vor einem zu sehen ist tausendmal imposanter. Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Anblick beschreiben soll - ich war schlagartig hellwach, beeindruckt, fasziniert, fast schon verliebt und gelang ziemlich schnell zu der Erkenntnis "Das werden aufregende Tage".
Wir sind zu der Wohnung meiner Freundin gefahren und dort natürlich nicht direkt in´s Bett, trotz Müdigkeit. Wir vermischten eine typische Frauenangewohnheit mit einer wohl eher typischen Männerangewohnheit, sprich, bis 4 Uhr quatschten wir ausgiebig und tranken noch ausgiebiger Weizen.
Damit stand erneut eine sehr kurze Nacht an

Montag
Frauen können so viel Reden, ich schließe mich da nicht aus. Trotz der kurzen Nacht gingen die teilweise sehr tiefgründigen Gespräche am nächsten Tag gleich weiter und brachen die übrigen Tage auch einfach nicht ab. Ein Wunder, dass ich nicht heiser bin ;)
Dennoch musste ich mir am Montag erstmal Köln ansehen - diese Stadt ist einfach nur schön. Köln gilt allgemein als sehr weltoffene und tolerante Stadt und ich kann diesen Eindruck nur bestätigen. So viele verschiedene Menschen laufen durch die Straßen, so viele unterschiedliche Eindrücke vermitteln die Gebäude. Natürlich existiert das in der Art auch in anderen Großstädten, aber was ich in Hamburg oder Berlin eher immer als Stress, Lautstärke und Hektik wahrgenommen habe, habe ich in Köln als reine Lebenslust empfunden. Bevor ich jetzt versuche, Worte für meine Empfindungen gegenüber der Atmosphäre in Köln zu finden, die dieser Stadt einfach nicht gerecht werden, halte ich kurz fest: Ich bin verliebt. Das ist meine Stadt und ich denke ein bisschen darüber nach, vielleicht doch mal das Großstadtleben auszutesten. Vielleicht habe ich ja auch über das Stadtleben bisher zu schnell geurteilt, vielleicht bin ich kein Dorfkind, vielleicht bin ich in ferner Zukunft Kölnerin....
So Müsli, schwaffel nicht so viel, weiter im Text.
Nach einer ausgiebigen Besichtigung des Kölner Doms (*schärm*), und langläufiger Stadtbeschauung, habe ich mein erstes Kölsch getrunken - kann man machen, muss man nicht.
Als bekennende Weizenliebhaberin bin ich dann doch wieder umgestiegen. Essenstechnisch war meine Freundin super vorbereitet. Sie hatte sich bei vegetarisch lebenden Freundinnen vorher über Lokalitäten informiert, wo wir einkehren konnten. Folglich konnte ich mir vorherige Internetbefragungen sparen. An diesem Tag kehrten wir im "4 Jahreszeiten" ein, eigentlich einem recht noblen Bioladen, jedoch auch mit innen liegendem Bistro mit diversen warmen und kalten Speiseangebot. Die Auswahl für Veganer war sehr gut, die Preise waren enorm...aber man gönnt sich ja sonst nix und geschmacklich hat sich die hohe Rechnung absolut ausgezahlt. Definitiv ein empfehlenswerter Laden.

Und schlußendlich, nachdem wir den ganzen Tag auf den Beinen waren, versackten wir in einer Kneipe und quatschten bis tief in die Nacht weiter - so sind Frauen halt ;)

Dienstag
Ruhiger Tag war angesagt; relativ lange schlafen, frühstücken (gegen 12 Uhr), Kaffee trinken gehen, Kochplan für abends erstellen und dafür einkaufen gehen und natürlich wieder quatschen, quatschen, quatschen.
Abends wurde ausführlich gekocht - Tapasabend, damit sowohl ich mit der veganen Kost als auch meine Freundin und ihre beiden Kinder als Allesesser auf ihre Kosten kommen. Große Auswahl mit selbstgemachten Dips, gekaufter und selbstgemachter Antipasti, bissl Fleisch und Käse etc.
Auch dieser Abend endete spät und wurde feucht-fröhlich

Mittwoch
Für meinen letzten Tag brauchte ich noch etwas Kölnfeeling, also wieder in die Stadt, bisschen bummeln, Gebäude und Menschen beobachten und noch mehr verlieben. Ach, Köln ist einfach traumhaft.
Essen waren wir im "Hans im Glück" - einem Bürgerladen mit riesiger Auswahl an verschiedenen Burgergerichten und tatsächlich einem veganen Burger. Als absoluter Burgerfan war dieses Lokal ein super Abschluß für mich - preislich okay, nettes Ambiente und absolut lecker
Abends trafen wir uns mit Kollegen meiner Freundin in ner Kneipe und wieder wurde ausgiebig Weizen getrunken - ich geh jetzt erstmal ein paar Wochen auf Alkoholentzug ;) An diesem Abend habe ich sehr viele Menschen kennen gelernt und super tolle Gespräche führen dürfen. Ich erfuhr, dass man mit Kölnern sehr schnell sehr gut guten Kontakt haben kann, diese jedoch auch stark an der Oberfläche bleiben - sprich, du lernst jemanden kennen, kannst mit ihm über Gott und die Welt, Leben und Leiden, Gedanken und Gefühle sprechen und am nächsten Tag kennt ihr euch nicht mehr. Mag vielleicht für viele Menschen abschreckend klingen, ich empfinde das jedoch als unheimlich sympathisch. Ich rede gerne und ausgiebig und wenn die Sympathien stimmen, kann ich mich auch mit fremden Menschen sehr persönlich unterhalten - aber ich brauch daraus nicht immer eine intensive Freundschaft entstehen lassen. Ich gehöre auch nicht zu den Menschen, die in ihrem Leben eine Clique benötigen - ich gehörte nie zu einer und hab ein paar wenige unheimlich gute Freunde in ganz Deutschland verteilt, die ich selten sehe, aber die mich dennoch irgendwie in meinem Leben begleiten. Also definitiv ein weiterer Aspekt, weswegen ich Kölnerin werden sollte :)
Das bedeutendste diesen Abend war jedoch für mich, dass ich mich ein bisschen verknallt hab (in einen Menschen ;)  ) - nix ernstes und extrem aussichtslos, aber es ist passiert. Mein Gefühlsleben funktioniert noch, ich weiß jetzt endlich nach Wochen/Monaten, dass ich mich wieder verlieben kann und auch werde. Alles wird gut :)

Donnerstag
Verkatert und übermüdet die Heimreise angetreten, Tränen am Bahnhof vergossen. Köln, du wirst mir fehlen, aber ich komme zurück. Da ich gehört hab, dass es einen schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt gibt, werde ich, soweit es mein Dienstplan zulässt, spätestens im Dezember zurück kommen.
Sehr theatralisch (so bin ich) musste ich mir dann auf der Rückreise ständig das Lied "Niemals geht man so ganz" von Trude Herr anhören. Köln, ich liebe dich
Mein Andenken


Kleine Abschlußanmerkung: In meiner Umnächtigung hatte ich natürlich vergessen, mir was zu Essen für die Fahrt mitzunehmen. Aber in Bremen beim Umstieg hatte ich Glück: Im Bremer Bahnhof gibt es ein Reformhaus mit vegan gekennzeichneten Backwaren, also haben mich ne Kürbiskernbrezel und ne Kirsch-Marzipan-Schnitte vor dem Verhungern retten können - das Angebot wird halt immer größer.
















Tja und jetzt ist mein Urlaub zu Ende. Bald geht Arbeit wieder los, unsere Schlachthofdemo steht morgen an und der Ernst des Lebens geht weiter. Ein paar wenige Tage mit tollen Menschen, super Gesprächen und vielen vielen neuen Eindrücken haben mir aber defintiv gut getan. Ich brauch keine Urlaube am Strand oder in den Bergen, ich brauche Menschen, die mich bewegen. Danke an Alle, die mir diesen Urlaub so wunderschön gemacht haben.
So, und jetzt ist genug mit Schwärmereien, jetzt wird Demo vorbereitet ;)

Müsli in der großen Stadt - Teil 1 Frankfurt/Main

Ich komme vom Dorf. Bis auf meine zwei Lebensjahre in Oldenburg (ca. 160.000 Einwohner) und meinem jetzigen Wohnsitz (knapp 2600), habe ich nie in Ortschaften gelebt, mit mehr als 600 Einwohnern. Ich bin ein absolutes Dorfkind und ich liebe es.
Natürlich habe ich schon Kurztrips in Städte gemacht (Hamburg, München, Berlin etc.), jedoch dabei jedes Mal meine Ruhe vermisst, die Landschaft, die Natur. Hätte man mich vor einer Woche gefragt, ob ich in einer Stadt leben könnte, wäre die Antwort eindeutig "Nein" gewesen. Mein Urlaub hat diese Entscheidung sehr in´s schwanken gebracht, dazu aber später mehr.
Ich habe meinen ersten Urlaub seit meinem Auszug vor drei Monaten genutzt und Freunde besucht, die ich schon ewig nicht gesehen habe. Dadurch hatte ich das Vergnügen nach Frankfurt/Main und Köln zu reisen, quasi eine Reise quer durch den Westen Deutschlands. Die eine Stadt führte mir vor Augen, wie sehr ich Dorfkind bin und wie unwissend ich doch teilweise durchs Leben gehe, in die andere Stadt hab ich mich verliebt.
Um das ganze nicht zu sehr durcheinander zu bringen, versuche ich meine Tour chronologisch zusammen zu fassen.
Zudem ist meine Reise in zwei Blogeinträge unterteilt - ich schreibe gerne und ausführlich, dementsprechend sind beide Einträge relativ lang. Und vielleicht mangelt es den Einträgen auch teilweise an veganen oder homosexuellen Input - aber diejenigen, die regelmäßig meinem Blog folgen, wissen, dass ich manchmal auch einfach Erlebnisse berichte und Themen aufgreife, die mich beschäftigen. Mein Urlaub war voll mit vielen kleinen besonderen Ereignissen und ich möchte sie festhalten - es ist nicht schlimm, wenn nicht alles gelesen wird, aber es ist für mich wichtig, sie zu schreiben ;)

Freitag
Arbeit, nach Hause, Tasche und Hund in´s Auto, zu meinen Eltern fahren, Auto abstellen, tränenreich von Bosse verabschieden, von da aus zum Bahnhof - 17:10 Abfahrt. Umstieg in Hannover, fleißiges Winken an meinen Onkel und ne Freundin (die haben das bestimmt gesehen in ihren Wohnungen :)  ), Bioladen im Bahnhof ausgecheckt, alkoholfreie Biococktails gekauft und kleine Party im Zug gemacht ;)

Caipirinha - nicht unlecker, aber irgendwie hat der Alkohol gefehlt

Pina Colada - auch lecker...aber halt ohne Rum
Umstieg in Frankfurt/Main und von da aus mit der S-Bahn weiter. Da kam mein erster kleiner Kulturschock - es gibt tatsächlich echte Menschen, die sich so unterhalten "Da had de alte Fotze mit misch Schluß gemacht, Gehirnschiss ey." - "Voll die Schlampe,ey" - "Wenn isch die das nächste Mal seh, kriegt die Fresse, ey"...usw. Ich dachte, dass wäre ne Fernseherfindung, aber nein, solche Menschen sind Realität. Nach 20minütigem Lauschen, dieser doch sehr tiefsinnigen Unterhaltung, war ich dann endlich um 21:49 am Ziel. Zwar vollkommen erschöpft, aber total aufgedreht vor Wiedersehensfreude haben mein Freund und ich doch tatsächlich bin 3 Uhr gequatscht - kurze Nacht.

Samstag
Ab nach Frankfurt/Main - Stadt sehen. Wenn irgendjemand letzten Samstag eine total übermüdete Frau mit knallroten Haaren in Frankfurt gesehen hat, die mit einer kindlichen Begeisterung die Hochhäuser mit ihrem Handy geknipst hat, weiß er/sie jetzt, dass ich das war :) Frankfurt/Main, die Stadt der Börse und Banken hat beeindruckende Wolkenkratzer, solche Gebäude hab ich vorher noch nie gesehen





Auch meinen ersten "Äbbelwoi" hab ich getrunken - okay, muss ich nicht wieder haben, aber es war ne Erfahrung wert :)
Natürlich musste ich auch mal in´s "Veganz" - auf jeden Fall ein Besuch wert.
 Neben Produkten, die ich kenne und benutze und Produkten, die ich zumindest schon mal im Internet gesehen habe, gab es dort Sachen, die mir völlig fremd waren. Vürstchen im Schlafrock, Fertigkeksteig aus´m Kühlregal, "Käsepizza" etc. Ich hätte gerne so viel gekauft, was jedoch wenig Sinn machte, da ich ja nicht Zuhause war....aber für abends hab ich mir dann doch ein Schokoladeneis mit Erdnussbutterstücken auf der Basis von Kokosmilch gegönnt - Gaumenorgasmus inklusive ;)
Zu dem "Veganz" gehört auch ein kleines Bistro mit lauter leckeren Sachen, Mittagsgerichte, kleine Snacks, Kuchen, Kaffeespezialitäten, Pralinen etc. Die Speisekarte sprach für sich :)
Und ich hab mich soooooooo geärgert, dass ich unheimlich gut gefrühstückt hatte und so pappensatt war...leider nix probiert, wird aber bestimmt nachgeholt.
Abends hab ich meinen Freund zu einem Chorauftritt begleitet (er singt) - passt thematisch nicht so ganz, aber es ist mit trotzdem wichtig dieses Ereignis festzuhalten: Chormusik hat für mich immer etwas mit....wie soll ich das jetzt einigermaßen höflich ausdrücken....Altweiberkirchenchor zu tun...also etwas, was ich mir definitiv nicht ansehen würde. Ich bin aber sehr froh, dass ich diesen Auftritt begleitet habe - Gänsehaut pur!!! Chormusik hat einen wesentlich schlechteren Ruf, als es verdient. Tut euch den Gefallen und probiert es mal aus, geht mal zu einem modernen Chorauftritt - falls jemand mal den Film "Die Kinder des Monsieur Mathieu" gesehen hat, kann er sich vielleicht ein Bild davon machen, was ihn erwartet.
Auf jeden Fall ist dies eine Erfahrung, die ich mir erhalten möchte - nicht gleich urteilen, erst ausprobieren. Ich fürchte, dass ich bisher ne Menge in meinem Leben verpasst habe, da ich über manche Gegebenheiten zu schnell ein Urteil gefällt habe...
Dies Erlebnis sollte sich am nächsten Tag wiederholen aber auf ganz andere Art und Weise.

Sonntag
Es gibt nämlich ein Thema, bei dem ich sehr schnell mit meinem Urteil bin - Religion. Mir gibt Religion nicht viel, also eigentlich garnichts außer meinem Arbeitsplatz (kirchlicher Arbeitgeber). Ich empfinde sie als einschränkend und zu dogmatisch, überall auf der Welt sieht man Opfer von religiösem Fanatismus. Die gemäßigteren Gläubigen sind oftmals für mich "scheinheilig" - wie viele Menschen gehen regelmäßig in die Kirche? Und wie viele leben davon wirklich den Grundsatz "Liebe deinen nächsten, wie dich selbst"? Bevor ich noch zigtausend Sätze dazu schreibe, einfach die Feststellung "Religion-ohne mich" Ganz anders ist das bei meinem Freund, er ist sehr religiös und Mitglied in einer freien Gemeinde - ich mag ihn trotzdem :) . Natürlich war Sonntag Gottesdienst und vollgepumpt mit meinem "Versuch macht klug"-Feeling bin ich mitgegangen. Super Predigt, Thema "Erntedank" und damit natürlich auch "Nachhaltigkeit", "Bewusstsein unseres Konsums", "Dankbarkeit", selbst das Thema "Vegan" fiel kurz. Supi, genau mein Thema. Hat mir gut gefallen. Aber leider gab es ein anschließendes Gemeindeessen, bei dem jedes Mitglied etwas zu Essen mitgebracht hatte (für mich ne völlig fremde Angelegenheit) und dort kam sofort das Gefühl der "Scheinheiligkeit" zurück - es gab soooooo viel Fleisch!!! Ich will das nicht ausdisskutieren, für mich ist das dort ein extremes Leben, genau so wie andere mein Leben als extrem bezeichnen und dass daraus Unstimmigkeiten entstehen, ist verständlich. Ich hab diese Situation so genommen, wie sie war.
Trotzdem hab ich sehr freundliche Menschen kennen gelernt, die allesamt eine sehr große Zufriedenheit ausgestrahlt haben - manchen Menschen gibt halt Religion sehr viel.

Anschließend mussten mein Freund und ich unsere letzten gemeinsamen Stunden mit Schlaf verbringen - der war die Nächte zuvor eindeutig zu kurz gekommen.

Fazit zu meinem Kurztrip nach Frankfurt/Main: Beeindruckende Stadt, viel gesehen, gute Gespräche, viele neue Erfahrungen. Nicht erholsam (zu wenig Schlaf), aber seeeeehhhhhrrr interessant.

Abends ging es weiter nach Köln. Und damit beginnt der zweite Teil



Donnerstag, 10. Oktober 2013

Wochenzusammenfassung 41. Woche 2013

Okay, heute ist erst Donnerstag, aber morgen fahr ich in meinen wohlverdienten Urlaub und komm erst Ende nächster Woche wieder. Und ich hab doch noch so viel zu berichten :)
Ich fahr erst nach Darmstadt und dann weiter nach Köln, Freunde besuchen und natürlich mal austesten, was die Städte für Veganer so zu bieten haben ;)
Außerdem ist Köln die deutsche Hauptstadt der Homosexuellen - mal schauen, was mich erwartet ;)

Artikel
Im Schweinesystem - über die Konsequenzen der industrialisierten Tierproduktion
Ich finde das einfach nur grausam...Schweine sind so unglaubliche Tiere und wenn man mal in die Mastställe rein sieht (hatte ein paar Mal das Nicht-Vergnügen), ist es einfach nur grausam, wie solch intelligenten Lebewesen zu einem Produkt degradiert werden :(

Züchtung von AML-Nutztieren - was soll man dazu noch sagen...der Mensch ist abartig. Nutztiere noch nützlicher machen...ist es nicht schon schlimm genug, dass wir lebende und fühlende Wesen wie Maschinen behandeln? Müssen wir sie jetzt auch noch genetisch verändern, um deren Produktivität zu verbessern?

T.R. Knight hat geheiratet - ein bissl Gaypride am Rande. Dr. George O´Malley hat endlich seinen Freund geheiratet. Ich freu mich - hey, ich bin auch nur ein Mensch und neben Star Trek ist Grey´s Anatomy nunmal meine absolute Lieblingsserie

Edeka verkauft hässliches Gemüse - super Sache, ich hoffe die Idee zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung setzt sich durch

Gänse am Niederrhein - wir regen uns so sehr über das Schlachten der Hunde in Rumänien auf, aber selber killen wir Katzen auf Borkum und Gänse am Niederrhein???

Videos
Silly - Vaterland - mal ganz anderes Thema "Waffenhandel", beeindruckendes, aber auch schreckliches Musikvideo mit klarer und wichtiger Botschaft. Dieses Video hat mir einfach nur Gänsehaut gemacht...

Slow Food Story - kein Video aber ein Filmtipp, bin mal sehr gespannt, wie der ist

Warum Erntedank kompliziert geworden ist - Radiobeitrag mit christlichen Hintergrund - Über die Landwirtschaft von heute - besser kann man es nicht in 20 Minuten zusammenfassen

The 10 Best Vegan Cooking Channels - Foodvideos verfolge ich eher selten, hab hier aber mal rein geschnuppert. Am besten gefällt mir die Drag Queen ;)

Garten für Alle - über ein Stadtgarten-Projekt. Ich find so was ne total gute Sache. Hätte ich nicht selber nen Garten, würde ich so was auch initialisieren (bin etwas egoistisch)

Gift auf unserer Haut - wer es so wie ich vor zwei Tagen verpasst hat, die Doku vom ZDF über Leder und Pelze

Waidmannsheil - kommt erst am 14 Oktober auf NDR, aber ist mit Sicherheit interessant. Zum Thema "Jagd" werd ich mir demnächst auch mal mehr Gedanken machen (nach meinem Urlaub)

Bilder
trifft besonders auf unsere Kreiszeitung zu

dann hoffe ich mal das Beste :)
ohne Worte


Proteste/Petitionen
Demo gegen Monsanto - ich bin leider nicht dabei (wäre für mich Leer), da ich im Urlaub bin. Aber es ist ungemein wichtig ein Zeichen gegen Monsanto zu setzen

Petition zur Regulierung von Kleintiertransporten

Was bewegt mich noch
SCHLACHTHOF!!! Meine Nächte werden immer kürzer und meine Tage auch :( Neben Mails schreiben und Aufrufe für die Demo verbreiten, habe ich heute auch noch versucht, Plakate in Oldenburg zu verteilen - mit wenig Erfolg, die Oldenburger Geschäftsleute hängen lieber Werbung auf, als Demonstrationsplakate. Ich hab mir aber den Spaß nicht nehmen lassen und habe im Kreienborggeschäft (Kreienborg steht hinter dem Bau der Schlachtfabrik) ebenfalls versucht, ein Plakat abzugeben - ich wurde mehr oder weniger unfreundlich aus dem Geschäft begleitet (wollte eh kein Geflügel und Wild kaufen).
Das wird alles gut werden...hoffentlich. Dieses Ding darf einfach nicht gebaut werden!!!

Rezept der Woche
Morgen steht mir ne laaaaaaange Autofahrt und laaaange Zugfahrt bevor. Nach der Arbeit (6 Uhr -14 Uhr) muss ich schnell nach Hause, Bosse und Taschen in´s Auto packen, zu meiner Mutter fahren, kurz Kaffee trinken, wieder ab in´s Auto zum Bahnhof. Zug fährt 17:12 Uhr und mit vielen Umstiegen komm ich um 21:49 in Darmstadt an. Laaaanger Tag.
Wollte heute unter anderem als Reiseproviant Franzbrötchen backen (ich steh momentan total auf Zimt). Leider war ich mal wieder im Stress und im Stress kocht/backt es sich nicht gut. Zu wenig Mehl im Teig, Teig zu flüssig und anstatt einfach mehr Mehl einzuarbeiten, hab ich versucht, mit dem äußerst klebrigen Teig zurecht zu kommen. Hat mit Mühe funktioniert, nur das keine Franzbrötchen, sondern ein Franzzopf heraus gekommen ist. Er schmeckt göttlich und macht dem Wort "Gaumenorgasmus" alle Ehre.
Nix desto trotz kommt hier das Franzbrötchenrezept, nur nicht wundern, dass es ein Franzzopfbild dazu gibt ;)

Franzbrötchen
100g Hafermilch
300g Mehl
25g Zucker
35g Margarine
1/2 Würfel Hefe
1 Eiersatz
1 Prise Salz

60g Zucker
1 El Zimt
Margarine

Die oberen Zutaten in TM tun und 2Min/Teigstufe verkneten (der Teig sollte sich gut heraus nehmen lassen, ansonsten etwas mehr Mehl hinzutun). Zucker und Zimt verrühren. Den Teig zu einer Platte ausrollen und mit Margarine bestreichen. Anschließend das Zimt-Zucker-Gemisch darauf verteilen (bissl übrig lassen). Die Platte aufrollen und ca. 4cm breite Stücke schneiden. Mit einem Kochlöffelstiel fest auf die schmale Seite der Brötchen pressen.  Den Rest der Zimt-Zucker-Mischung oben drüber verteilen. Auf ein Backblech mit Backpapier legen und bei 175 Grad ca. 20 Minuten backen

Info: Bitte verlasst euch nicht zu 100% auf meine Backzeit, mein Ofen heizt manchmal nicht so richtig...am besten zwischenzeitig schauen




So, ich wünsche euch allen eine gute Woche, ich werd sie haben ;) 



Milch macht müde Müsli´s munter

Was fehlt mir als Veganerin? Natürlich nichts. Es wird immer vom Verzicht gesprochen - Verzicht auf Schokolade, Verzicht auf Käse. Verzicht auf Kuchen etc. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr selten Veganismus als Verzicht auf Irgendwas erlebt habe. Okay, ich kann vielleicht nicht mehr diesen herausragenden Apfelkuchen oder den obergenialen Pudding von meiner Oma essen (ich wiederhole mich gerne, meine Oma ist die Beste), aber es gibt unglaublich viele herausragende Apfelkuchen und obergeniale Puddings, die ich stattdessen genießen kann. Ich sehe keinen Verzicht, ich sehe Alternativen und das massenweise.
Kennt ihr das aus eigener Erfahrung, dass ihr eine riesen Menge an Lebensmitteln erst durch euer Vegansein für euch entdeckt habt? Mir ging es mit vielen Gemüsesorten (insbesondere Kohl, Rote Bete, Süßkartoffeln, frischen Spinat) und auch Getreide (Amaranth, Quinoa, Bulgur, Kamut) so. Mein Essen ist bunt geworden und ich liebe es.
Allerdings gab es doch etwas, was ich schmerzlich vermisst habe - Milch. Ich meine nicht die pasteurisierte TetraPak Milch (buäh). Ich meine die Milch, die man vom Hof kriegt, frisch gemolken aus dem Tank gezapft, mit mindestens 6 - 8% Fett, sprich die richtige Kuhmilch.
Ehe jetzt Vorwürfe an mich gerichtet werden, wie ich Milch anpreisen könnte, kommt eine kurze Erklärung dazu: So wie die meisten Menschen in ihrer Kinheit in Bezug auf Fleisch geprägt werden, wurde ich auf Milch geprägt. Mein Vater hat "Milchkühe", ich bin mit Milch aufgewachsen, es war mein Getränk erster Wahl. Ich trank als Kind kein Wasser, wenig Tee oder Saft, in erster Linie gab es Milch.
Ähnlich wie beim Thema Fleisch, hat bei mir jedoch irgendwann der Verstand eingesetzt und ich habe den Konsum abgelehnt. Allerdings hat es bei der Milch wesentlich länger gedauert...
Wieso, weshalb, warum der Konsum von Milch schlecht ist, welche Auswirkungen es auf die Tiere und auch auf uns Menschen hat, muss ich, glaube ich nicht extra erklären. Eine schöne und kurze Erklärung gibt es dazu hier
So, lange Vorrede und kurzer Sinn, Milch hat einen besonderen Stellenwert in meiner

Kindheitserinnerung. Allerdings hat mittlerweile die Erinnerung an das Leben mit den Kühen einen höheren Stellenwert für mich erhalten. Will ich diesen wunderschönen, sensiblen Tieren Leid zuführen? NEIN!!!!

Also wie finde ich eine Alternative zu Milch? Eine Alternative, die mich bei diesem besonderes geprägten "Unlebensmittel", nicht an Verzicht denken lässt.

Mittlerweile gibt es in jedem Supermarkt alternative "Drinks", entweder aus Getreide oder Nüssen hergestellt.
Eine kleine Auflistung:
Sojadrink
Reisdrink
Haferdrink
Dinkeldrink
Hirsedrink
Mandeldrink
Haselnussdrink
Cashewdrink
 ...


Geschmacklich soll es natürlich passen - mal ehrlich, nix von den ganzen Drinks schmeckt nach Milch, aber als Alternative trotzdem sehr lecker.
Die günstigsten Alternativen sind mit Abstand Soja- und Reisdrink, die man auch bei Discountern ab 99 Cent mittlerweile kaufen kann. Ich nehm beides nicht, Reisdrink schmeckt mir nicht und Sojadrink vertrag ich nicht (anscheinend hab ich ne leiche Sojaunverträglichkeit, zudem ist Sojakonsum bedenkenswert, siehe Info hier). Ich hab nach vielem Testen eine Vorliebe für Hafer- und Mandeldrink entwickelt, die allerdings preislich recht hoch liegen (Haferdrink ab 1,69 Euro, Mandeldrink ab 2,49 Euro). Bei dem hohen Drinkverschleiß, der in meiner Küche herrscht (Müsli, Shakes), kam ich zu dem Entschluß, meine Drinks selber herzustellen. 1. spart es ungemein Geld und 2. es spart auch Verpackung.
Hier also zwei Beispiele zur Drinkherstellung

Haferdrink
100g Haferflocken fein
1 Liter Wasser
1 Prise Salz

Alle Zutaten in den TM tun und 1 Minute/Stufe 6 pürieren. Die Flüssigkeit durch ein engmaschiges Sieb (oder sauberes Geschirrtuch) gießen.
Den Haferrest kann man super für Müsli verwenden
Mandeldrink
200g blanchierte Mandeln
1 Liter Wasser
wer mag noch etwas Agavendicksaft zum Süßen

Die Mandeln über Nacht in einer Schale mit Wasser bedecken. Am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Mandeln in TM tun. Wasser (möglichst warm) hinzugeben und evt. Agavendicksaft. Das Gemisch 3Min/Stufe 7 pürieren (zeitlich ne Schätzungsangabe, ich stell den TM an, geh eine Rauchen und dann ist fertig :)  )  Die Flüssigkeit durch ein Geschirrtuch gießen, dabei das Tuch jeweils gut ausdrücken, damit die ganze Flüssigkeit raus kommt.  Der Mandelrest (sind ca 170g) lässt sich angeblich zum Backen als Mehlalternative verwenden - ich wollte es ausprobieren, leider ist mir das Zeug nach 2 Tagen geschimmelt :(
Bei beiden Drinks setzt sich ein Rest am Boden ab, einfach vorm Benutzen umrühren. 

Selbst ich als absoluter Milchliebhaber, kann mit diesen Alternativen wunderbar leben. Es ist also der beste Beweis dafür, dass es keine Ausreden gibt, weshalb man weiter Milch konsumieren sollte. Und wem das immer noch nicht reicht, für den hab ich ne kleine Videoempfehlung
Das Klagen der Kühe Teil 1
Das Klagen der Kühe Teil 2