Sonntag, 18. Mai 2014

Neuer Blog

Ich habe mich durch die Arbeit an der Homepage für die Bürgerinitiative etwas in Wordpress verknallt. Also habe ich begonnen, eine neue Homepage für Müsli´s Dorfleben zu erstellen. Sobald ich die neue Homepage soweit habe, wie ich sie mir vorstelle, wird es auch wieder neue Beiträge geben :)
Schaut euch ruhig schon mal auf der neuen Seite um

Müsli´s Dorfleben

Dienstag, 6. Mai 2014

Über die Höhen und Tiefen der Gartenanlegung

Mein neuer Garten entsteht so langsam.
Vor einem Jahr wirtschaftete ich noch in meinem heiß geliebten riesigen Bauerngarten. Nach meinem Umzug im August musste ich mich mit einem bisher relativ unangelegten Kleingarten zufrieden geben. Nach jetzt fast einem Jahr steht befinden sich meine Neuanbauten in der ersten Blüte. Es hat sich viel getan :)
Neues Beet im Herbst 2013
Blüte im Mai 2014


Kräuterpötte

Kapuzinerkresse

Waldmeister und Pfeferminze

blühende Erdbeeren
mein kleines Sorgenkind: das alte Steinbeet


Blumen und Kräuter wachsen munter vor sich hin. Was mir bisher noch schmerzhaft fehlt, ist die Gemüseecke. Ich habe zwar schon einen Plan, wo diese entstehen soll, allerdings fehlt mir noch die Zeit und Motivation mit dem Ausgraben zu beginnen.
Zu dem machen mir meine Gemüsezüchtungen Sorgen.....ich habe leider den Fehler begangen und meine vorgekeimten Pflanzen (Spinat, Mangold, Salat, Kürbis etc.) über Nacht draußen stehen lassen. Am nächsten Morgen waren die Pflanzen verschwunden, statt dessen tummelten sich lauter kleine Minischnecken an den Keimschalen herum.
Ganz ehrlich??? Bei solchen Erfahrungen stoße ich schnell an die Grenzen meiner Tierliebe :(
Na ja, bis das Gemüsebeet angelegt ist, sollten  Gemüsepflänzchen noch im Raiffeisenmarkt erhältlich sein. Ich gebe das Gemüseprojekt für dieses Jahr noch nicht auf!!!
Aber selbst wenn ich das zeitlich dieses Jahr nicht mehr auf die Reihe kriegen sollte, hat sich in diesem knappen Jahr schon ne Menge getan und da bin ich unheimlich stolz drauf. Und in Anbetracht dessen, dass ich vorhaben, hier noch ein paar Jahre wohnen zu bleiben, ist noch genug Zeit, diesen Garten nach meinen Vorstellungen zu wandeln

"Pass dich dem Schritt der Natur an: Ihr Geheimnis heißt Geduld."
Ralph Waldo Emerson (1803 - 1882)

Mittwoch, 30. April 2014

Allein und betrunken unter Fleischesser in Köln

Meine Urlaube sehen normalerweise wie folgt aus:
Ich besuche Freunde in irgendwelchen Großstädten quer in Deutschland und nutze die Gelegenheiten, um irgendwelche veganen Lokalitäten auszukundschaften. Das hat den Vorteil, dass ich neben dem schönen Wiedersehen so jede Menge tolle Dinge essen kann und meine Freunde wenig in die Schwierigkeit geraten, mich vegan beköstigen zu müssen. (siehe auch unter der Rubrik Rezepte Essen außer Haus)

Letztes Wochenende war ich in anderer Mission urlauben. Die Völkerballmannschaft meiner alten Heimat feierte 35jähriges Bestehen und anlässlich dieses Jubiläums reisten wir gemeinschaftlich in meine Lieblingsstadt Köln. 
An diesem Wochenende habe ich das erste Mal in meinem Leben, ausgelöst durch den Urinstinkt Hunger, bereut, Veganerin zu sein.
Ich versuche diese Reise mal protokollarisch festzuhalten.

Freitag
6 Uhr aufgestanden. Da ich die Tage vorher viel gearbeitet habe und mit der Gründungsveranstaltung der BI-ko-La beschäftigt war, muss ich noch meine Reisetasche packen und etwas Ordnung in meiner Wohnung schaffen. Frühstück: Müsli mit Obst
8 Uhr Abfahrt mit dem Bus Richtung Oldenburger Bahnhof
8:30 Uhr Ankunft am Bahnhof - KAFFEE!!!
9 Uhr Treffen mit den anderen Damen, Verteilen des Begrüßungsschnaps
10 Uhr Abfahrt mit dem Bus, zweiter Schnaps (irgendwas Selbstgemixtes) + erstes Bier
12:30 Zwischenstopp in Münster. Zu den mittlerweile drei Schnaps, zwei Bier und einem Sekt gesellt sich selbstgemixte Bowle im Park
13 Uhr Müsli ist angetrunken, es ist Zeit für Mittag. Aufgrund von Zeitmangel habe ich mir lediglich ne riesen Obstschale fertig gemacht. Die übrigen Damen verzehren belegte Brötchen und Süßigkeiten.
Anschließend noch mehr Schnaps

16 Uhr Ankunft in Köln, Weiterreise ins Hotel, 20 Minuten Zeit, anschließend per S-Bahn in die Stadt. Kurzes Bummeln, danach in ein Restaurant mit dem rustikalen Namen "Peters Brauhaus" (die Verlinkungen zu den Restaurant spar ich mir, da diese nicht sonderlich veganerfreundlich sind).
Kölsch trinken ist angesagt, es gibt auch leider kein anderes Bier....vier Kölsch später rebelliert mein Magen, er benötigt etwas nahrhaftes.
Kurze Info vorweg: Natürlich hatte ich in Anbetracht der Restaurantreservierungen vorher in den anstehenden Lokalitäten angerufen und meine vegane Kost angemeldet.
19 Uhr Essen - der Kellner kann sich an meinen Anruf erinnern und serviert mir voller Stolz SALAT
Neben mir türmen sich Schnitzel, Flammkuchen, Haxen etc. Ich bereue so langsam meine Tour mit Fleischessern. Von meinen Mädels ernte ich mitleidige Blicke, die Leichen auf deren Tellern ernten mitleidige Blicke von mir.
22 Uhr Rückkehr ins Hotel. Bin zwar total übermüdet aber auch total ausgehungert. Der Zimmerservice bietet nic veganes um die Uhrzeit, also bestelle ich mir ein leicht sättigendes Weizenbier, gehe danach vollkommen erschöpft ins Bett und träume von Frühstück.

Samstag
8 Uhr der Hunger treibt mich raus. Duschen und dann ab zum Buffet. Zum Glück erweist sich das Frühstück als einigermaßen tauglich für vegane Kost. Berge an Obst, passende Margarine, Brötchen, Marmelade, Smoothie, riesen Müsliauswahl  und tatsächlich Sojakakao. Ich teste sogar die gebackenen Bohnen, zwar kein typisches Frühstück für mich, aber der Hunger lässt mich alles verschlingen.  
10 Uhr Wanderung Richtung Innenstadt.
11 Uhr zweites Frühstück, welches mir ziemlich auf den Magen schlägt
12:30 Dombesichtigung - ich erstarre jedes Mal wieder vor Ehrfurcht bei diesem unglaublichen Gebäude. Es beschleicht mich erneut dieses Gefühl, dass Köln irgendwann meine Heimat wird.
14 Uhr unter Freunden. Während die anderen Damen sich in ein Cafe verkrümeln, stoße ich auf einen offensichtlich veganen Markt (Thema Tierversuche) - ich bin im Himmel, endlich wieder Menschen um mich, die mich verstehen. Treffe sogar bekannte Gesichter wieder, war ich doch eine Woche zuvor bereits in Köln um am Ostersonntag zum Thema "Die Kirche hat die Tiere vergessen" vor dem Dom zu demonstrieren.
14:30 mir wurde Kölsch mitbestellt....das Bier wird nicht leckerer, je öfter man es trinkt.
15 Uhr Schokoladenmuseum (kenn ich schon) Im Shop ein Mitbringsel für meine Eltern besorgen als Dankeschön fürs Hundehüten: vegane-bio-fairtrade-Schokolade mit Blütenblättern und Erdbeerscheiben (leider kein Foto) und Schokobier. Vom Letzteren nehme ich mir auch eine Flasche mit und stelle schnell fest, dass das Zeug nicht nach Schokolade schmeckt :(

Anschließend ins dortige Cafe. Die Damen bestellen Schokotorte, ich finde nix Passendes auf der Karte. Es gibt wieder Kölsch...
17 Uhr Müsli flieht vor der großen Shoppingtour zu ihrer kölschen Freundin. Bis zum zweiten Restaurantbesuch ist zwar nicht viel Zeit, aber besser einen kurzen, als gar keinen Besuch abstatten.
19 Uhr natürlich komme ich viel zu spät und mal wieder völlig ausgehungert in dem Restaurant mit dem vielversprechenden (*ironieoff*) Namen "Haxenhaus" an. Ein Blick auf die Karte lässt mich schon kurz Zeit hoffen, etwas nahrhaftes zu erhalten "Teigfladen mit gegrilltem Gemüse". Leider offenbart mir der Kellner, dass Eier in dem Teig seien und sie mir nur SALAT anbieten können. Ich besttelle mir eine riesen Portion Brot dazu und bereue es, auf dem veganen Markt nix gegessen zu haben. 

 21 Uhr Weizen trinken, das sättigt wenigstens etwas. Anschließend in ne Discothek. Nach einem Cocktail ist dann meine Schmerzgrenze erreicht, ich laufe betrunken durch Köln, aber unheimlich gut gelaunt. 
1:30 die übrigen Damen wollen unbedingt nen Kaffee für den Rückweg und kehren bei McDonalds ein. Ich nutze die Gelegenheit, um den Laden samt Kunden und Personal zu beschimpfen (leicht alkoholverschuldeter Aggressionsausbruch)
2:30 hungrig und betrunken ins Bett, träume von Rührtofu

Sonntag
8 Uhr Wecker klingelt, torkele aus dem Bett und geh duschen.
9 Uhr Frühstück wie gestern. Magenkrämpfe vom Alkohol breiten sich aus. Zwinge mir ein Brötchen und etwas Müsli rein. Klaue Sojakakao als Wegzerrung vom Buffet, wohl wissend, dass die Magenkrämpfe irgendwann weg sein werden und quälendem Hunger weichen werden. 
Anschließendes Zimmerräumen und Reise zum Bahnhof. Taschen einquartieren und weiter in die Stadt.
11 Uhr Stadtrundfahrt mit Kölsch und Schnaps. Wo die Frauen alle diese Miniflaschen vorkramen ist mir ein Rätsel. Ich boykottiere den weiteren Alkoholkonsum. 
14 Uhr Einkehr in ein Cafe zum Kuchen essen. Ich habe Hunger, leider steht wieder nix für mich auf der Karte. Ich drängel die Gesellschaft, dass wir doch dringend wieder zum Bahnhof sollten und denke sehnsüchtig an ne Kamps-Bäckerei und das Bahnhofsreformhaus Betterlife
15:30 ich kann mich nicht vor dem Rest Bowle drücken, trotz eines Bechers springen bei mir wieder sämtliche Lampen an.
16 Uhr Ankunft am Bahnhof, ich rase durch den Bahnhof und bin auch erst nach einer Spinattasche, einem Muffin, einem Spacebarriegel (von Betterlife) und einem Franzbrötchen (von Kamps) einigermaßen befriedigt. Wegzerrung darf nicht fehlen, also noch zwei weitere Spacebarriegel und zwei Korneck (von Kamps) mit in die Tasche. Zusätzliche Leselektüre besorgt

17 Uhr Abfahrt aus Köln mit dem Bus. Zeitvertreib mit Schlafen und Lesen
22:40 Ankunft in Oldenburg
23:10 Ankunft zu Hause. Erkenntnis des Tages: Man sollte sich nach so einem Wochenende noch einen Tag Urlaub nehmen. Blöd, wenn man, so wie ich, am nächsten Tag um 6 Uhr aufstehen muss :(

Vielleicht bemerkt ihr schnell, dass es alles andere als leicht ist, mit einer reinen Fleischessertruppe unterwegs zu sein, geschweige denn, mit einer Gruppe, die den Umstand, dass manche Menschen sich anders ernähren, nicht bedenken (siehe Restaurantauswahl). Dazu kommt der Umstand, dass es nahezu unmöglich ist, in den typischen Touristengegenden etwas brauchbares veganes zu essen zu bekommen. Das sollte sich wirklich nochmal ändern.
Na ja, ich hab das Wochenende überlebt, auch wenn ich noch weitere zwei Tage mit den Nachwirkungen von Schlafentzug und Alkoholüberfluss zu kämpfen hatte. Das positive an diesem Urlaub war, dass ich doch tatsächlich drei Tage nicht an meine neue Arbeit, Demos, Bürgerinitiative etc. gedacht habe und richtig gut abschalten konnte. Wahrscheinlich hatte mein Kopf vor lauter Hunger einfach keine Ressourcen für andere Gedanken mehr *grins*
Zum Abschluss muss ich festhalten, dass  zum Glück die nächste Fahrt erst wieder in fünf Jahren statt findet ;)

Kennt ihr auch solche Wochenenden an dem die Essensversorgung eine Katastrophe ist?

Samstag, 19. April 2014

Bosse erzählt: La dolce vita

Huhu ich bin´s wieder. Falls ihr vergessen haben solltet, wer ich bin, hier ein paar kleine Hinweise:
1. Ich bin süß
2. Ich bin kuschelig
3. Ich bin mir 1. und 2. bewusst und weiß dies schamlos einzusetzen 
4. Ich werde liebevoll von meinem Frauchen "Riesenbaby" genannt
5. Ich hab ihr schon mal meinen Senf hinterlassen - siehe auch Bosse erzählt...

Da mein Frauchen immer so viel zu tun hat, hab ich mir gedacht, ich berichte mal den Stand der Dinge. Also bitte ich mal wieder um volle Aufmerksamkeit, schaut nicht nebenbei in den Fernseher, geschweige denn, unterhaltet euch oder tut sonst irgend etwas, was euch von mir ablenken könntet. Ich bin jetzt hier und ich bin wichtig!!!
AAAAAALLLLLLLLLSSSSSSSOOOOOOOO:
So ziemlich genau vor einem Jahr sah mein Leben noch ganz anders aus. Ich hab auf einem total schönen Hof gelebt, die Sonne genossen, Nachbars Müllsäcke ausgiebig inspiziert, mit den Katzen gekuschelt, den Garten umgegraben und auf meine drei Frauchen aufgepasst. Mein liebstes Frauchen spricht momentan häufiger davon, dass ihr erster "Hochzeitstag" bevor steht und sieht dabei immer etwas traurig aus. Ich bin mir nicht ganz sicher, was das bedeutet, aber ich glaube, die anderen beiden Frauchen fehlen ihr manchmal. Aber wenn sie davon spricht, bin ich lieber immer ganz friedlich und kuschel sie ein bisschen. Dann geht es ihr auch immer besser, ich bin halt ein guter Tröster.
Die letzten Monate habe ich mit Frauchen alleine gewohnt und das war nicht immer so einfach. Frauchen war viel weg, meist wegen der Arbeit aber auch oft weil sie meinte für irgend welche Tiere auf die Straße gehen zu müssen. Letzteres hab ich nie so genau begriffen.....Frauchen hat immer Pappschilder dabei oder verkleidet sich wie ein Tier und "geht dann auf die Straße". Was sie dann da tut, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich nie mit darf und das finde ich total blöd. Angeblich wäre es auf der "Straße" zu laut, dabei bin ich oft auf der Straße spazieren und so laut finde ich es da immer nicht.....na ja, wenn sie es für die Tiere tut, finde ich das ja wieder gut, da ich ja selber ein Tier bin, ergo sie geht auch für mich auf die Straße. Trotzdem wäre es mir lieber, wenn sie mit mir auf die Straße gehen würde. Wenn sie zu Hause war, war sie oft an diesem komischen Tastending, an dem ich jetzt bin, und schrieb und schrieb und schrieb. Da durfte ich nicht wirklich stören...also insgesamt hatte Frauchen sehr wenig Zeit für mich, was mich schon etwas traurig gemacht hat - manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie nicht gerne alleine mit mir zu Hause war...
Seit ein paar Wochen jedoch ist alles anders. Ich habe eine Spielpartnerin *schwanzwedelfreu* Jedes Wochenende kommt eine Frau hier her und spielt ganz viel mit mir, geht mit mir spazieren und versucht erfolglos ein Frauchen zu werden. Ich mag Pratch (Name der Frau) und was noch viel besser ist, Frauchen mag sie auch. Das find ich super, weil Pratch dadurch häufiger zum Spielen kommen kann. Zwar meint Frauchen zwischen zeitig, dass Pratch auch sie besuchen würde und ich sie nicht die ganze Zeit Pratch beanspruchen solle, aber das diskutieren wir noch aus. Wenn Frauchen und Pratch alleine sein wollen, finde ich das gar nicht so witzig....die machen dann immer so komische Sachen mit ihren Gesichtern und da soll ich nicht stören. Dabei übe ich schon ganz fleißig dieses "Geschlabbere", aber bisher wollte das keine von den beiden mit mir machen :(
Frauchen hat sich sehr verändert, seitdem Pratch regelmäßig kommt: sie lacht mehr, bleibt öfters zu Hause und kuschelt auch wieder mehr mit mir. Frauchen sitzt auch nicht mehr so viel an dem Tastending sondern verbringt ihre Zeit viel mit mir im Garten oder mit mir und Pratch.
Was Pratch so toll macht:
1. Sie spielt viel mit mir
2. Sie kann sich nicht gegen mich durchsetzen ;)
3. Wenn Frauchen kocht, kuschelt sie die ganze Zeit mit mir
4. Sie mag Frauchen und versucht sich in unserem chaotischen Leben zurecht zu finden. Sie hat z.B. aufgehört Fleisch zu essen und war jetzt schon ein paar mal mit Frauchen zusammen "auf der Straße".

Alles in Allem ist mein Leben wieder richtig super, seit dem Pratch da ist. Vor allem, weil es Frauchen besser geht. Wenn Frauchen glücklich ist, bin ich es auch. Und wer weiß, vielleicht bleibt Pratch ja auch, dann kann sie auch unter der Woche ganz viel mit mir spielen :)
So, jetzt genieße ich noch etwas die Sonne. Frauchen war gestern und heute hier und hat ganz viel im Garten gebuddelt und ich hab ihr fleißig geholfen. Warum ihre Löcher jedoch richtig sind und ich für meine Löcher immer Ärger bekomme, verstehe ich nicht. Egal, hauptsache Sonne, Garten, mein Frauchen - das Leben ist schön :)

Dienstag, 8. April 2014

BI-ko-La - Eine BürgerInneninitiative gegen Agrarindustrie

Was verbirgt sich hinter BI-ko-La? Ganz einfach: Das Projekt, was momentan nahezu meine komplette Freizeit auffrisst.
BI-ko-La ist die Abkürzung für BürgerInneninitiative kooperierender Landkreise. Diese Initiative befindet sich zur Zeit noch in der Entstehung, am 24.04. findet die offizielle Gründungsveranstaltung statt.
Die Initiative umfasst die Landkreise Oldenburg, Cloppenburg, Vechta und Emsland in Niedersachsen und richtet sich gegen die Agrarindustrie und deren Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Die Themen reichen von Tierschutz, Schutz des Wassers über dem Schutz vor MRSA-Keimen, Verhinderung von Menschenausbeutung in der Fleischproduktionsindustrie etc. Vorrangig geht es um die Verhinderung des Baus von weiteren Mastställen und Schlachtanlagen.
Wer diesem Blog bereits länger folgt, kann sich zusammen reimen, dass diese Bürgerinitiative ihre Wurzeln in unserem Bürgerprotest gegen die Schlachtanlage in Ahlhorn hat (siehe Zusammenfassung hier).
Meine Energien stecken momentan in der Öffentlichkeitsarbeit, Verteilung von Handzetteln in den Landkreisen, Planung der Gründungsveranstaltung, Verwaltung eines E-Mail-Verteilers und dem Erstellen einer Homepage für die Initiative (wer sich für das Thema interessiert, findet mehr Informationen unter www.bikola.de).

Wieso investiere ich mich in der BürgerInneninitiative?
Normalerweise ist mein Anliegen die Verhinderung von Tierausbeutung in sämtlichen Formen. Ich gehe auf verschiedene Demonstrationen, führe Diskussionen im Internet und privatem Umfeld, versuche die Idee der veganen Lebensweise zu verbreiten. Ich zähle mich zu den Tierrechtlern, nicht unbedingt zu den Tierschützern (und da gibt es sehr wohl Unterscheidungen).
Diese Initiative hat herzlich wenig mit Veganismus oder Tierrechten zu tun. Es geht um die Agrarindustrie, um die Auswüchse der Massentierhaltung, Keimbelastungen für den Menschen, Verseuchung des Grundwassers durch übermäßige Gülleausfuhr etc. Die Initiative fordert die Unterstützung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, nicht den Fleischverzicht.
Entgegen meiner eigentlichen Überzeugungen, diskutiere ich momentan über Verbesserungen der Tierhaltung in der Landwirtschaft. Wieso eigentlich?
Ich lebe im ländlichen Raum, bin umgeben von Mastanlagen und landwirtschaftlichen Betrieben. Viele der Menschen, die hier leben, verdienen ihren Unterhalt in irgendeiner Form im landwirtschaftlichen Sektor oder in der Fleischproduktion. Als Vegetarier fällt man hier bereits auf, als Veganer zählt man eher zu den "durchgeknallten Spinnern". Wie realistisch ist es, in dieser Umgebung die Menschen für Tierrechte zu begeistern? Ganz ehrlich - die Chancen stehen schlecht. Niemand will sich hier "sein Fleisch verbieten lassen", geschweige denn, die Rechte von Tieren anerkennen.
Allerdings bekommen die Anwohner hier sehr wohl die negativen Auswirkungen der Agrarindustrie mit. Die zahlreichen abgezäunten Mastanlagen, die riesen Schlachtbetriebe, die Mengen an ausgefahrener Gülle, die wachsende Zahl von Maisanpflanzungen etc. lassen sich hier von niemandem weg ignorieren.
Was bringt der Kampf gegen die Agrarindustrie? Dieser "Kampf" findet auf mehreren Ebenen statt.
1. Die Politik - die Politik schafft die Rahmenrichtlinien in denen sich Industrie und auch Landwirte zu bewegen haben. Sei es über Subventionen, Kennzeichnung auf Lebensmitteln, Mindestlöhne in der Fleischindustrie, Tierschutzgesetze etc. es gibt vielfältige Möglichkeiten, das bestehende System zum Positiven zu verändern. Leider folgt unser politisches System stark den wirtschaftlichen Interessen und weniger dem Gemeinwohl der Bevölkerung....es gilt aufzustehen und die Stimme zu erheben.Wir leben in einer Demokratie, d.h. wenn die Bürger eine Veränderung wollen, sind sie sehr wohl in der Lage, diese herbei zu führen.
2. Die Industrie - in der Industrie geht es um Geld, Geld und noch mehr Geld. Darunter leiden im Endeffekt die Menschen, Tiere und Umwelt. Die Auswirkungen der wachsenden Agrarindustrie werde ich jetzt nicht genau im einzelnen beleuchten, letztlich gibt es darüber genug Informationen.
Was kann man gegen dieses System unternehmen? Ganz einfach: KAUFT DEN MIST NICHT MEHR!!! Kein Billigfleisch, allgemein keine Billigprodukte. Informiert euch darüber, wo ihr eure Lebensmittel her bekommt. Unterstützt regionale Landwirtschaft, kauft Bioprodukte. Dieses Thema führt auch gleich zum nächsten Punkt.
3. Der Konsument - das große Thema Aufklärung. Die Industrie ist raffiniert, was die Täuschung des Konsumenten angeht. Tolle Sonderangebote in bunten Verpackungen locken. Zutatenlisten gleichen medizinischen Handbüchern, über Produktionsprozesse gibt es nur schwer Informationen.
Für viele scheint es zu kompliziert, unser Lebensmittelsystem zu hinterfragen. Von da her werden sämtliche Themen diesbezüglich gerne ignoriert. Besonders jetzt, wo die Sonne draußen scheint und das Grillfleisch wieder im Angebot ist....
Die Aufklärung sollte da hin führen, dass wir Konsumenten endlich die Notwendigkeit anerkennen, für unsere Lebensmittel einen angemessen Preis zu zahlen. Wenn wir weg von der Massenproduktion wollen, die gleichbedeutend mit Massentierhaltung, Verwendung von Medikamenten, Spritzmitteln, Gentechnik etc. ist, müssen wir den Landwirten die Möglichkeit geben, auch mit kleineren Produktionsraten ihr Auskommen zu finden.
4. Die Landwirtschaft - ich habe vor einigen Monaten schon mal eine Lanze für die Landwirte gebrochen (siehe hier). Seitdem habe ich mich immer mehr mit diesem Thema auseinander gesetzt und habe meine Meinung etwas geändert. Ich habe immer noch großen Respekt vor einigen Landwirten, die sich gegen die Agrarindustrie wehren. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering. Vielleicht, weil immer mehr Landwirte unter dem allgemeinen Druck aus Politik, Industrie und Bevölkerung zusammen brechen.....
Die Lösung findet sich nicht darin, den Landwirten die Schuld zu geben. Ich baue eher auf Kommunikation, um gemeinsam Lösungen zu finden. Landwirte sind keine Teufel, sie produzieren unsere Lebensmittel und folgen letztlich den Marktansprüchen. Veränderungen werden nicht gegen die Landwirte bewirkt, sondern nur mit den Landwirten.

Puh, jetzt hab ich mir nen Krampf geschrieben. Worum geht es mir letztlich? Ich kann nicht von heute auf morgen den Fleischkonsum oder Tierausbeutung beenden. Aber ich kann für die Verbesserung des Systems einstehen. Ich erreiche wesentlich mehr Menschen, wenn ich für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln plädiere, als wenn ich den absoluten Verzicht tierischer Produkte fordere.
Vielleicht ist das nicht für jeden nachvollziehbar, warum ich so agiere. Natürlich setze ich mich weiterhin für Tierrechte und die vegane Lebensweise ein. Die Ausbeutung von Lebewesen, die Verdinglichung von Tieren und die Nicht-Anerkennung derer Rechte ist und bleibt einfach falsch und gehört bekämpft. Allerdings wird die Verbesserung der Tierhaltung in der Landwirtschaft, quasi als Zwischenstufe zur Beendigung der Ausbeutung, in nächster Zeit wesentlich mehr meine Aufmerksamkeit fordern.

Danke für eure Aufmerksamkeit zu diesem Thema :)

Montag, 7. April 2014

Abschied mit Torte und veganem Grillen

Es passieren momentan wieder so viele Dinge gleichzeitig. Warum hat der Tag eigentlich nur 24 Stunden (ich weiß, das frage ich öfters).
Es gibt momentan so viele Themen, die in meinem Kopf rum geistern. Alles Themen aus unterschiedlichen Lebensbereichen und doch allesamt bedeutend.
Da es den Rahmen eines einzigen Blogartikels sprengen würde, nutze ich jetzt meine freien Tage, um nach und nach von Allem zu berichten
Vielleicht fange ich mit einem Ereignis an, was mich jetzt lange beschäftigt hat (Abschiede sind immer schwer *schnief*) und bei dem ich ein paar Küchenwerke vollrichten konnte ;)
Ich wechsel gerade meine Arbeit, Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Nach 8 1/2 Jahren dort, war das schon ein schmerzhafter Abschied von Kollegen und den Menschen, die ich die ganze Zeit betreuen durfte. Bevor ich jedoch jetzt zu sentimental werde, folgen hier ein paar Rezepte.
Zur Verabschiedung habe ich letzte Woche ein paar "Kleinigkeit" ausgegeben. Für die Kollegen gab es Oreo-Torte und für die eher herzhaften Esser unter ihnen "Mettbrötchen"

Oreo-Torte
das Rezept hab ich aus einer FB-Gruppe und thermomixtauglich gemacht

 Heller teig:

200g Mehl
100g Zucker
10g Vanillezucker
0,5- 1pk Backpulver
Füllung von 4 Oreokeksen
Schuss Zitronensaft
Prise Salz
20g Agavendicksaft (oder irgendeinen Sirup)
200ml Wasser
50ml Sonnenblumenöl

 
Dunkler Teig:

400g Mehl
200g Zucker
20g Vanillezucker
50g Kakaopulver
Die Kekse der 4 Oreos ohne Füllung
Schuss Zitronensaft
1- 1,5 Pk Backpulver
40g Agavendicksaft
400 ml Wasser
100ml Sonnenblumenöl

Sahne:

2 Packungen kalte Soyatoo (egal welcher Geschmack)
Oreokekse (für die Sahne hab ich ca. 12 Kekse verwendet + die Creme von 8 weiteren Keksen - die übrigen Keksscheiben für Verzierung zur Seite legen)
2 Packungen Sahnesteif 


Die Zutaten für den hellen Teig in TM füllen und 4Min/Teigstufe verkneten. Bei 160-170 Grad Umluft (175-185 Grad Ober- und Unterhitze) für circa 20 Minuten backen.
Kuchen abkühlen lassen und aus der Form holen.
Zutaten für den Schokoteig in TM nochmal 4Min/Teigstufe verkneten und bei 170 Grad Umluft (185 Grad Ober- und Unterhitze) für circa 40-45 Minuten backen.
Teig abkühlen lassen und in 2 Böden schneiden.

Die 12 Oreokekse+den Inhalt von 8 weiteren Keksen im TM 15Sek/Stufe 6 zerkleinern und umfüllen.  
Rühraufsatz in den Mixtopf setzen. Soyatoo zusammen mit dem Sahnesteif in den TM füllen und solange bei Stufe 3 rühren, bis die Sahne fest ist.  Oreobrösel dazu geben und kurz verrühren.
Dunklen Boden auf einen Teller geben (oder etwas anderes), mit Soyatoo bestreichen, hellen Boden darauf geben, mit Soyatoo bestreichen und wieder einen dunklen Boden darauflegen. Kuchen von Oben und den Seiten mit Soyatoo bestreichen und glatt streichen.
Den Rand der Torte mit den Keksen ohne Füllung verzieren.
Oben den Kuchen mit halbierten Keksen verzieren.

yamyam lecker :)

Mettbrötchen
1/2 Pk. Reiswaffeln
3 El Tomatenmark
1/2 Tl Paprikapulver
1Tl Salz, 1/2 Tl Pfeffer
1 kl. Zwiebel

Reiswaffeln kurz in heißem Wasser einweichen lassen, anschließend ausdrücken. Zwiebel in TM geben und 5Sek/Stufe 5 zerkleinern. Reiswaffel und übrige Zutaten hinzu geben und kurz verrühren (10Sek/Stufe 2-3). Einige Stunden durchziehen lassen
 
  
Zur Abschiedsfeier am Freitag haben wir gegrillt und da es MEIN Abschied war, hab ich auf ein veganes Grillen bestanden - man glaubt es kaum, es hat allen geschmeckt ;)
Es gab bergeweise Weenies von Wheaty, Kartoffel- und Nudelsalat (Rezepte siehe hier) und welteinfachsten Bohnensalat. Das gute an den Salatrezepten war, dass diese auch problemlos zusammen mit den geistig behinderten Menschen, die ich betreuen durfte, zubereitet werden konnten - weniger Arbeit für mich und gleichzeitig ein super Förderangebot :D

Bohnensalat
1 große Dose grüne Bohnen
1 Dose Kidneybohnen
1 Dose weiße Bohnen
1 Bund Lauchzwiebeln
2 Knoblauchzehen
4El Weißweinessig
etwas Bohnenwasser
2 El Senf
Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker
1 Bund Petersilie
6 El Öl

Bohnen allesamt abtropfen lassen und spülen, in eine große Schüssel umfüllen. Zwiebeln klein schneiden und zu den Bohnen geben. 
Knoblauch klein hacken und zusammen mit den restlichen Zutaten verrühren. Das Dressing über die Bohnen geben und gut durchziehen lassen. 

Das Endergebnis sah köstlich aus und schmeckte hervorragend - erstes Grillen dieses Jahr :D

Weniger köstlich sah die pürierte Version aus, welche ein paar wenige Bewohner genießen durften. Aber interessant schmeckt das der Brei dennoch
Was soll ich sagen: Veganes Grillen rockt ;)

 Jetzt genieße ich noch ein paar freie Tage, ehe ich meine neue Arbeit beginne. Ich lebe demnächst den Luxus, keinen Schichtdienst mehr zu haben und Dienstwochen von Montags bis Freitags - I love it!!!

So, erster Beitrag fertig. Soweit ich das schaffe (ihr wisst ja, 24 Stunden sind echt zu kurz für mich), folgen die nächsten Tage noch Berichte über die Bürgerinitiative, an deren Gründung ich gerade mitwirke (Schleichwerbung) und Müsli´s Frühling in love ;). Und wenn ich dann noch ganz viel Zeit habe, habe ich noch zwei Filme, die ich euch an´s Herz legen möchte und dann ist meine Freizeit auch schon wieder vorbei :)
Euch allen einen schönen Abend noch.

Donnerstag, 27. März 2014

Gartenstart 2014

Das Wetter macht mich ja schon etwas wahnsinnig. Erst ist es warm, aber viel zu warm für die Jahreszeit. Frost droht noch, also wollte ich den Garten ruhen lassen. Besonders, da ich in diesem Jahr den Garten neu anlegen muss (wegen Umzug), wäre Frost zu Beginn der Anpflanzung katastrophal.
Dann kam die Versuchung meines Geburtstages - ich bekam bergeweise Saatgut, Blumenzwiebeln, Pflanzen etc. geschenkt. Also war ich ganz mutig und begann die Woche einfach mit der Pflanzsaison.
Tja, bei meinem Glück konnte es nicht anders geschehen...seit Tagen friert es in der Nacht. Also hoffe ich, dass die Pflanzen das überstehen....wenn alles durch kommt, wird mein Garten wunderschön *freu*
Meine Gartenhütte steht jetzt voll mit Vorzüchtungen (Sonnenblumen, Heideblumen, Kürbis, Spinat, Mangold).
Das Hochbeet ist bereits mit einer Rosmarin- und eine Thymianpflanze  bestückt. Ausgesät wurden Schnittlauch, Zitronenmelisse, Petersilie, Majoran, Kerbel...ich glaub, das wars...
Ich habe Kräuterscheiben geschenkt bekommen. Ob die Anpflanzung funktioniert, weiß ich nicht....auf jeden Fall wurden damit Töpfe gefüllt, die hoffentlich Petersilie, Bohnenkraut und Schnittlauch hervor bringen.
Eine Hortensie und einen Feigenbaum im Kübel kann ich ebenfalls zu meinen Errungenschaften zählen.
Beim Einkauf hab ich in er Tchiboecke Pflanzkübel für Erdbeeren entdeckt - Versuch macht klug :)
Des weiteren sind diverse Blumenzwiebeln in meinem Beet gelandet, Kamille ist in den Ecken verstreut. Es folgen noch Ringelblumen im April. In  Balkonkästen ist bisher nur Kapuzinerkresse gelandet. Da ich aber noch einen Gutschein für den Raiffeisenmarkt habe, werde ich noch ein paar Kästen für Salat besorgen.
Sobald der Plan für die Gemüseecke steht, werde ich die erhaltenen Saatbänder für Radieschen, Karotten und Gurken austesten.Später werden auch noch ein paar Tomatenpflanzen hinzu kommen; da ich Kaufhaustomaten nicht mag, ist der eigene Anbau jedes Jahr ein Muss für mich.
Vor meinem Werkeln befand sich bereits ein Steinbeet in meinem Garten, welches ich noch etwas aufpimpen möchte - ich mag Steinbeete nicht sonderlich; sie sind schwer sauber zu halten und haben keine schön bunte Pflanzenauswahlmöglichkeiten, aber ich werd mal schauen, was sich daraus basteln lässt.
Der Plan für 2014 steht, ich freu mich drauf.
So, nun drückt mir alle mal die Daumen, dass Alles so wächst und gedeiht, wie ich es mir vorstelle :)

Hochbeet für Kräuter

Kräuterzucht im Pott

Erdbeeren im Kübel
Vorzucht in der Gartenhütte

Montag, 24. März 2014

Wochenzusammenfassung Kalenderwoche 10 - 12

Müsli steckt in der Stressfalle. Manchmal stecke ich in Phasen, an denen der 24-Stunden-Tag einfach zu kurz ist. Momentan ist das mal wieder der Fall, daher gibt es jetzt ne Sammlung von Beiträgen aus den letzten Wochen

Artikel
Es geht auch ohne Massenware - regionale Alternativen für gute Lebensmittel

Was sie über Massentierhaltung wissen sollten - Was ist Massenierhaltung? Was für Probleme stehen damit in Verbindung? etc.

Hungry Planet: What the World eats - wunderschöne, aber auch erschreckende Fotoserie. Familien aus unterschiedlichen Regionen dieser Welt zusammen mit ihrem Lebensmittelverbrauch

Weniger Fleisch, mehr Mitgefühl - über Menschen, Tiere und die Moral

Zwängt euren Kindern nicht eure Moral auf - ich liebe den Graslutscher. Empfehlenswerte Seite mit tollen Gedanken/Texten

NRW-Jäger wollen als Tierschützer anerkannt werden - HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAAHA, es ist doch noch gar nicht 1. April


Videos
Veganes Leben-Ein Trend und seine Profiteure - Wir werden immer mehr :)

Mein Beitrag - danke für dieses tolle Lied/Video

Zero Waste - der Versuch, möglichst wenig Müll zu verursachen

Materialismus zu einem hohen Preis - macht uns unsere Konsum glücklich?

Freihandelsabkommen stoppen!!! - das Thema sollte eigentlich in Dauerschleife durch die Medien gehen

Sendung mit der Maus: über die Sojamilch - beste Kindersendung von Welt :)

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Petitionen
Regenwald und Schildkröten schützen


Rezept der Woche
Mein Zeitchaos hat mich zum "Zwischen-Tür-Und-Angel-Esser" gemacht, gekocht wird irgendwann mal wieder....

Was mich sonst noch bewegt?
Ich habe nach vielem Hin und Her beschlossen, meine Experimentiererei zu pausieren. Grund dafür ist, dass ich mich momentan auch andere Dinge konzentrieren muss. Ich wechsel meine Arbeit, bin mit dabei eine Bürgerinitiative auf die Beine zu stellen (zu dem Thema kommt noch mehr) und brauche dazwischen einfach noch Phasen, in denen ich einfach faul sein kann. Von da her fehlt mir absolut die Muse, mich momentan auch noch mit dem Thema "Ernährung" auseinander zu setzen. Aber ich bin guter Dinge, dass es irgendwann wieder ruhiger bei mir wird und ich mich in die Höhen und Tiefen der fruganen Ernährung stürzen werde.
Also habt bitte noch etwas Geduld ;)


Dienstag, 18. März 2014

Müsli´s Birthday

Wieder ein Jahr älter....
Ich gehöre zu den Frauen, die eigentlich ein ziemliches Problem mit ihrem Geburtstag haben. Seit ich die 24er Marke überschritten habe, graut es mir jedes Jahr aufs Neue vor meinem Wiegenfest. Jedes Jahr rücke ich weiter an die fürchterliche 30 ran, dem Alter, in dem eine Frau verheiratet sein sollte, mindestens ein Kind, Haus mit Garten etc. vorzuweisen haben sollte. Diese Vorstellung gehört zu den zahlreichen unausgesprochenen Erwartungen, die besonders im Dorfleben noch weit verbreitet sind. Nicht umsonst beginnen zum 30sten Geburtstag solch komischen Rituale, wie "Wer nicht verheiratet ist, muss Fegen  (Männer) oder Klinken putzen (Frauen)" Zum Glück bleibt mir dieses Schicksal in zwei Jahren erspart, da ich dann bereits den Familienstand "Geschieden" angeben kann :)
Dennoch sind diese Erwartungen, die eigentlich niemand direkt an einen gestellt hat, die jedoch wie ein Damoklesschwert über einen baumeln, vorhanden. Was kann man dagegen tun???? Nicht in Panik geraten, ne Flasche Weizen öffnen und sich an der Zeit erfreuen, die man noch für sich hat. Dagmar Schönleber hat zu diesem Thema mal ein sehr schönes Lied gedichtet (hier bei Youtube)

Auf jeden Fall hab ich das getan. Mein 28. Geburtstag war letzten Samstag, ich musste nicht arbeiten, also konnte ich relativ entspannt in meinen Ehrentag starten. Ich hatte fast den ganzen Tag viel Besuch, tolle Gespräche und super tolle Geschenke (nur so viel: ich kann mit Gartenbepflanzungen loslegen *freu* und zu meinem super coolen türkisfarbenen Auto hat sich jetzt als Zusatzgefährt ein quitschgrünes Fahrrad gesellt)
Und ich hatte endlich mal wieder nen Grund, Kuchen zu backen. Ich liebe es, Kuchen zu backen. Allerdings lohnt sich das für mich alleine nicht. Von da her nutze ich jede Gelegenheit, um meiner Backlust zu frönen.
Dazu konnte ich endlich mal ein Kochbuch austesten, welches ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe, aufgrund meiner Experimentiererei noch nicht benutzt habe:
Thermomix "Tier-" frei Schnauze von Petra Canan und Heidi Terpoorten - ein veganes Thermomixbuch *freu*
Zu meinem BDay habe ich nur Kuchen aus dem Buch getestet, daher wird eine etwas ausführlichere Rezension noch folgen. Aber das, was ich probieren konnte, hat mich bereits absolut überzeugt
Rohkost-Apfeltorte
Brownies (gab es zum Frühstück)
Tiramisutorte

Kuchen aufgeschnitten
Wie schön, dass Kuchen immer schmeckt und selbst Nicht-Veganern keinen Anlass für ablehnende Kommentare lässt.
Manchmal kann ich es kaum glauben, aber selbst nach so langer Zeit, die ich mittlerweile vegan lebe, beäugen manche meiner Freunde/Bekannten/Familie das Essen, welches es bei mir gibt,  äußerst kritisch. Wo ist das Problem an veganem Aufschnitt? Ist es "giftig", weil kein Fleisch drin ist??? - das waren meine Gedanken zum Frühstück.... Na ja, vermutlich liegt es an der Mentalität "Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich..." ("Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht"). Zum Glück teile ich diese Einstellung nicht, sonst würde ich ne Menge kulinarischer Höhepunkte verpassen ;)
Für Abends hatte ich noch eine vegane Gyrossuppe vorbereitet (Rezept hier) - da ich sehr sehr selten mit Trockensojaprodukten koche (hier sind es Sojaschnetzel), war ich erst etwas skeptisch, aber diese Suppe kann ich absolut empfehlen, besonders wenn viele Gäste kommen (die doppelte Menge hat für ungefähr 7-8 Personen gereicht)
Der krönende Abschluss des Tages war jedoch für mich die Ruhe nach dem Sturm, der Moment, als ich mit einem Glas Weizenbier auf meinem Sofa ohne Gäste sitzen konnte und mich über die ewig vielen Nachrichten via Facebook, Whats App etc. zum Geburtstag amüsieren konnte. Die heutigen Netzwerke machen es möglich: Menschen, die man bereits jahrelange nicht gesehen hat, geschweige denn, ein Wort mit ihnen gewechselt hat, denken jedes Jahr wieder daran, dass man Geburtstag hat und hinterlassen ein (hoffentlich) herzliches "Alles Gute" an der Pinnwand, im Chat o.Ä.
Ich muss gestehen, ich mag das klassische "Zu-Besuch-kommen" oder Anrufen. Wobei ich seit Samstag auch unheimlich auf Geburtstagslieder in Sprachnachrichten stehe ;)
Danke an Alle, die den Tag so schön gemacht haben.
Und jetzt muss ich nur noch die Zeit finden, mein Gartenprojekt zu starten, genug Pflanzen und Sämereien hab ich jetzt.



Donnerstag, 13. März 2014

Von Roh- auf Kochkost...nicht ganz ohne Schwierigkeiten

Moin,
mein Seelenleben hat sich unheimlich über das Ende der Rohkost gefreut. Am Samstag bin ich erst mal in den Bioladen, um mich für meine erste Kochmahlzeit inspirieren zu lassen. Das perfekte Mahl war schnell zusammen gestellt. Ich fand vegane Pinkelwurst (eigentlich ne Norddeutsche Wurstspezialität), hergestellt von einem Biohof aus der näheren Umgebung - also musste es Grünkohl geben. Als typisch Norddeutsche stand Grünkohl eh noch auf meiner Kochliste, da ich dieses Jahr bis auf Grünkohlchips noch nicht diesem tollen Gemüse gehuldigt hatte. Das ganze stellte sich als Hardcoreprogramm für meinen Magen heraus, aber glücklich war ich dennoch :)

Veganer Grühnkohl (Menge für ca. 4-5 große Portionen)
800g Grünkohl
1/2 Liter Wasser
Gemüsebrühpulver
50g Margarine
1 Zwiebel
1 Apfel
120g Räuchertofu
Senf, Muskat
Salz, Pfeffer

Zwiebel (kleingeschnitten) und Margarine in einen großen Topf tun und glasig dünsten. Den Grünkohl waschen und von den "Stängeln" (ich kenn den genauen Ausdruck dafür nicht) lösen. Den Kohl in den Topf geben und mit dem Wasser auffüllen. Gemüsebrühpulver hinzugeben, Deckel druff und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Apfel und Räuchertofu sehr klein schneiden und zu dem Kohl hinzu geben. Weitere 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Senf und Muskat abschmecken.

Grünkohl, Kartoffeln, Kasslerbratstück und Pinkel
Mein Magen fand diese Köstlichkeit nicht so witzig...zwei Tage Krämpfe waren die Folge. Am nächsten Tag überkam mich ein Heißhunger auf Obst. Also folgte ein riesen Obstsalat, sozusagen freiwillige Rohkost. Weitere zwei Tage mit "normalem" Essen folgten, begleitet von einem Ausbruch pubertärer Hautunreinheiten, anhaltender Magenschmerzen, Schmerzen in den Gelenken, psychisches Tief und vieler anderer kleinerer unangenehmer Nebeneffekte...
Ich hab zwar im Vorfeld zu dem Rohkostexperiment viel über Nebenwirkungen bei der radikalen Umstellung gelesen (bezüglich des Entgiftungsprozesses), war jedoch nicht darauf gefasst, dass das im Umkehrschluss bedeutet, dass eine ebenso radikale Umstellung auf Kochkost zu entsprechenden "Vergiftungserscheinungen" führt.
Diese Reaktionen meines Körpers haben mir doch erstmals real vor Augen geführt, das Rohköstler im Puncto Gesundheit vielleicht doch den richtigen Weg gewählt haben. Mein Körper schreit gerade quasi nach Rohkost. Um mich und meinen Körper wieder zufrieden zu stellen (und diesen Vergiftungsprozess zu mildern) gibt es daher bei mir seit zwei Tagen zwei reine Rohkostmahlzeiten und eine Nicht-Rohkostmahlzeit (kann etwas Gekochtes oder Müsli/Brot etc sein). Ich hoffe, dass das auf Dauer diese Symptome bessert.
Wobei in zwei Tagen ein absoluter Anti-Rohkosttag auf mich wartet: MÜSLI WIRD 28 JAHRE ALT HAT FREI UND BEKOMMT DEN GANZEN TAG ÜBER BESUCH
Essensplanung läuft auf Hochtouren ;)
Wünsche euch daher schon mal ein wunderschönes Wochenende, genießt die letzten Sonnentage - ich hab irgendwas von Kälte und evt. Schnee gehört *brrrrrr*

Freitag, 7. März 2014

Rohkost Tag 28 - 30 - Abschluss und Fazit

Rohkostexperiment ist abgeschlossen.
Die letzten Tage hat meine Motivation etwas nachgelassen. Ich wurde zumindest, was die Getränke angeht, etwas flexibler. Habe mir gestern einen Becher Kaffee gegönnt und die letzten Tage auch mal richtig heißen Tee getrunken. Das brauchte ich ein bisschen für mein emotionales Wohlbefinden.
Herausragende Rezepte hab ich nicht zu veröffentlichen, da ich sehr einfach die letzten Tage gegessen habe. Ein paar schöne Bilder sind dennoch entstanden
Feldsalat mit Champignons, Birne und Walnüssen+ Zucchini

Postelein mit Apfel, Rote Bete und Kresse

Kokos-Banane-Pflaumen-Shake

Mein Fazit ist angesagt, wobei ich mich hier schwerer tue, als bei der Vegan-For-Fit-Challenge. Dennoch versuche ich das ähnlich zu unterteilen in Ausgangssituation, Zwischenstand mitten in der Rohkost, momentaner Ist-Zustand, Pro und Contra

Ausgangssituation (Wie war Müsli´s Verfassung zu Beginn der Rohkost?)
- hoch motiviert, körperlich fit (dank Challenge jeden Tag Sport). Ausnahme: leichte Verdauungsschwierigkeiten
- wenig Vorinformationen zum Thema Rohkost
- kein begeisterter Rohkostesser, begeisterter Kochkostesser
- Gewicht 64 Kilo

Zwischenstand (Wie ging es Müsli während der Halbzeit?)
- sehr gute körperliche Verfassung, keine Beschwerden
- begeisterter Rohkostesser, auch wenn ich warme Mahlzeiten vermisst habe. Experimentierfreude auf dem Höchststand
- radikale Gewichtszunahme. Nach zwei Wochen 67 Kilo :(

Momentaner Ist-Zustand (Wie geht es Müsli jetzt?)
- Motivation ist weg, körperlich geht es mir jedoch super.
- Sport reduziert von täglich zu zweimal die Woche. Vom Walken aufs Joggen umgestiegen (ist mir sonst zu langsam und ich brauche mehr Belastung, um mich auszupowern)
- nach Abwandlung der Ernährung (weniger hochgreifende Experimente, mehr Obstteller und Salate) Gewichtsreduktion. Momentaner Stand: 65 Kilo

Pro (Was ist an der Rohkost gut?)
- es fühlt sich super an, so naturbelassen zu essen
- man wird unheimlich kreativ, was die Zubereitung angeht
- man fühlt sich trotz riesen Essensmengen "leicht"
- "Dörren", "Mixen", "Keimen", "Einweichen" machen zumindest mir unheimlichen Spaß
- die Geschmacksnerven verändern sich. Mittlerweile benötige ich kaum noch Salz am Essen (und ich hab vorher viel Salz gegessen). Rohes Obst und Gemüse ist richtig lecker geworden
- zeitliche Flexibilität. Je nach dem, wie man seine Ernährung plant, wird man sehr flexibel. Mittags unterwegs? Kein Problem, im Supermarkt ein paar Bananen holen und schmecken lassen. Für aufwändigere Gerichte (Rohkostpizza etc) muss allerdings mehr Zeit eingeplant werden.

Contra (Was hat mich gestört?)
- ich mag warmes Essen und auch warme Getränke....
- keine klaren Vorgaben/ Richtlinien möglich, da es zu viele unterschiedliche Informationen gibt. Reine Rohkost bedarf vieler guter Vorinformation, die schwierig zu finden sind in diesem Informationschaos.
- wenn es draußen kalt ist, ist permanentes kaltes Essen nicht schön (im Sommer kann ich mir sehr gut rohköstliche Ernährung vorstellen).
- im Winter ist regionale Ernährung schwierig/unmöglich
- teuer....in einer Welt, wo Fertiggerichte (von Fleisch fang ich gar nicht erst an) günstiger sind, als ein Beutel Äpfel, tut die eigene Gesundheit dem Geldbeutel ganz schön weh
- Gesellschaftlicher Druck: mit Freunden essen, Geburtstagsfeiern, Alkoholverzicht.....das ist auf Dauer nicht meine Welt

Hierzu muss ich etwas ausführlicher schreiben, da ich das Thema "Rohkost" für mich nicht so einfach handhaben kann.
Ehe ich mich mit diesem Thema beschäftigte, waren Rohköstler für mich Spinner. Die Vorstellung, sich nur von rohem Obst und Gemüse zu ernähren, fand ich krankhaft, gehörte ich doch eher zu denen, die am liebsten zweimal am Tag kochen. Allerdings stellte ich schnell fest, dass es in der Rohkost wesentlich mehr Möglichkeiten gibt, als Obstsalat und Co. Ich bin mittlerweile ein Fan von meinem Dörrgerät und habe zahlreiche neue Inspirationen erhalten. Am meisten beeindruckt bin ich über die Veränderungen an mir. Ich sehe super aus (ich bin selbstverständlich ne Naturschönheit, aber momentan sehe ich noch besser aus. Reine Haut, glänzendes Haar etc. ;)  ), fühle mich fit und agil. Ich esse mittlerweile leidenschaftlich gerne Obst in sämtlichen Ausführungen. Selbst Salate haben es mir angetan; ertränkte ich vorher Grünzeugs in einem gut gewürzten Dressing, reicht mir doch mittlerweile für eine große Schüssel Salat etwas Öl und Zitronensaft.  Ich liebe es, solch komischen Dinge, wie grüne Smoothies zu konsumieren oder zu Frühstück mit Messer und Hammer Kokosnüsse zu knacken ("Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Maß an Verrücktheit"). Ich kann es nicht anders beschreiben - Rohkost hat mich voll und ganz überzeugt.
Warum ist es jedoch für mich von vornherein klar, dass rohköstliche Ernährung kein Dauerzustand für mich wird?
Im Alltag achte ich auf sehr viel. Ich lebe nach dem Grundsatz, möglichst wenig Schaden an Tier und Umwelt anzurichten. Ich lebe vegan (was über die Ernährung hinausgeht), vermeide Plastikmüll, Palmöl, unnötige Fahrtstrecken mit dem Auto.......die Liste ist endlos. Wenn ich zu meiner anfänglichen Unterscheidung von Gesundheitsveganern und Ethikveganern zurück komme, zähle ich mich eindeutig zu den Menschen, die aus ethischen Aspekten handeln. Gesundheit ist nicht unwichtig, nimmt jedoch einen deutlich geringeren Stellenwert für mich ein. Mein Rauchstopp verdanke ich beispielsweise nicht der Erkenntnis, dass es mir schadet, sondern vielmehr dem Bewusstwerden der zahlreichen ökologischen Nachteile (klingt vielleicht doof, aber wer wirklich schon mal sich dem Entzug von einer Sucht ausgesetzt hat, versteht vielleicht, warum man für sich überzeugende Argumente finden muss, um das durchzuhalten). Wenn es rein um meine Gesundheit geht, habe ich kein sonderlich ausgeprägtes Durchhaltevermögen.
Ernährungsumstellungen sind immer schwer, es gilt aus vertrauten Denk- und Handlungsmustern auszubrechen. Als ich vor etlichen Jahren aufhörte Fleisch zu essen, gelang mir das nur, weil mir das Wohl der Tiere bedeutender war, als das gemeinsame Essen und friedliche Beisammensein mit meiner Familie. Die Umstellung auf vegane Kost gelang mir auch nur, weil mir die Vermeidung von Leid, Ausbeutung und der Widerstand gegen Unterdrückung und Umweltverschmutzung wichtiger war, als soziale Angepasstheit. Wäre ich Veganerin geworden, um gesund, schlank und schön zu werden? Weil es gerade in Mode ist? NEIN!!! Ich hätte das unter dieser Motivation dauerhaft nie ausgehalten, meine gewohnten Bahnen zu verlassen.
Letztlich geht es in der Rohkost um Gesundheit. Der ethische Aspekt, den die rohköstliche Ernährung mit sich bringt, ist nicht mehr oder weniger durch die "normal-vegane" Ernährung abgedeckt. Es geht mir sehr gut durch die Rohkost, aber ich vermisse das Kochen. Ich vermisse auch das Trinken von Alkohol auf Feiern. Ich vermisse Restaurantbesuche, das gemeinsame Kochen mit Freunden etc. Ich vermisse die überzeugende Verbreitung von veganer Ernährung in meinem direkten Umfeld - klingt zwar blöd, aber ich konnte keinen meiner fleischessenden Freunde mit nem schönen Obstteller von der veganen Lebensweise überzeugen, es wirkte eher abschreckend.
Zum Schluss möchte ich noch Anmerken, dass rohköstliche Ernährung vieler Informationen bedarf. Ich habe es immer wieder betont, ich bin kein Freund von der Theorie. Rohköstler müssen jedoch unheimlich gut über Nährstoffzusammensetzungen informiert sein. Ich habe gelesen und gelesen und mir das Wenigste gemerkt, da ich lieber aus dem Bauch heraus handle.Vermutlich würde ich auf Dauer mit Mangelerscheinungen zu tun haben, da mir für Nähstoffkunde absolut die Muse fehlt. Auch hier investiere ich meine Zeit lieber in die Auseinandersetzung mit ethischen Themen, Demonstrationen, Tier- und Umweltschutz, Aufklärungsarbeit etc. und ich freue mich ungemein, dass ich dafür jetzt auch wieder mehr Zeit haben werde.

Zwei Monate lang habe ich mich jetzt nahezu ausschließlich meiner Gesundheit gewidmet, viel gelernt, viel verändert. Ich bin nicht zur Bodybuilderin geworden und habe mir doch tatsächlich ne Zerrung bei meinem Klimmzügetest zugezogen :( Aber ich bin sportlich aktiv geworden, habe auch mit dem Rauchen aufgehört und viel für mich getan. Mir geht es sehr gut und ich bin froh, diese beiden Experimente durchgezogen zu haben.
Ich weiß zumindest, dass ich aus beiden Experimenten Dinge für mich mitnehmen werde - regelmäßigen Sport und mehr Rohkost im Alltag, in der Hoffnung, dass meine positive Verfassung anhält :)
Wie bereits angekündigt, pausiere ich jetzt erstmal eine gewisse Zeit mit Experimentieren und widme mich meinem Geburtstag, Omas Geburtstag, unserer in Gründung befindlichen Bürgerinitiative, meiner neuen Arbeit (oh, hab ich erwähnt, dass ich nen neuen Job anfange)....viel zu tun, aber ganz stressfrei geht bei mir auch nicht ;)


Dienstag, 4. März 2014

Rohkost Tag 23 -27 Meine neu entdeckte Liebe zu Kokosnüssen und Vorfreude auf Kochkost

Das Rohkostexperiment steht kurz vor seinem Ende und damit steht auch eine kurze Experimentierpause bevor. Eigentlich hatte ich ursprünglich geplant, die Experimente direkt aufeinander folgen zu lassen, was ich jedoch aus den zwei folgenden Gründen nicht durchziehen werde.
1. Wenn ich nicht bald mal wieder was warmes zu Essen bekomme, drehe ich durch. Ich habe Heißhunger auf zigtausend verschiedene Gerichte...vermutlich werde ich Samstag erstmal nach Oldenburg fahren und meinen heißgeliebten Döner verputzen. Ich freue mich aber auch auf´s Kochen. Ich mag Kochen und es ist nicht mit der einfachen Lebensmittelzubereitung in der Rohkost vergleichbar.
2. Es stehen zwei Ereignisse bevor, die ich ungerne als Fruganer erleben möchte. Mein Geburtstag (in 1 1/2 Wochen) und der Geburtstag meiner Oma (in 2 1/2 Wochen). Ich werde an meinem Geburtstag Besuch bekommen und ich liebe es, meinen Besuch zu bekochen und ich habe nicht die Muse, mir Gedanken über eine frugane Party Gedanken zu machen...eigentlich traurig, dass ich mich nicht zu einer komplett "leidfreien" Feier durchringen kann...
Meine Oma feiert ihren Geburtstag immer, indem sie die ganze Familie zum Essen beim Griechen einlädt. Das ist als Veganerin schon ne Herausforderung, als Fruganerin eine Unmöglichkeit....
Von da her werde ich ca. drei Wochen pausieren, ehe ich mit dem nächsten Experiment beginne.
Ich bin zumindest glücklich mit meiner Entscheidung :)

Meine momentane Kost besteht zum einen aus Zeitmangel, zum anderen aus Angst vor weiterer Gewichtszunahme überwiegend aus Obsttellern und Salate in sämtlichen Variationen. Das klingt nicht gerade spektakulär, ist aber unheimlich lecker und ich freue mich jedes Mal über meine kleinen Mahlzeiten. Das gibt mir auch die Gelegenheit, Obst und Gemüse auszuprobieren, welches ich vorher noch nie gegessen habe. Dazu zähle ich jetzt auch ein Lebensmittel, in welches ich mich verliebt habe: die Kokosnuss
Auf diesen ganzen Rohkostseiten hab ich immer wieder über den Gesundheitswert von Kokosnüssen gelesen. Das hat mich jedoch weniger interessiert (da kommt wieder meine mangelndes Theorieinteresse durch). Viel faszinierender fand ich die Tatsache, dass die Supermarktkokosnüsse (die braunen) nicht rohköstlich sind und der Verzehr von Trinkkokosnüssen oder frischen Kokosnüssen angeraten wird. Mal abgesehen davon, dass ich immer davon ausgegangen bin, dass Kokosnüsse in unseren Märkten auch so wie sie aussehen, an den Palmen wachsen (*schäm*) waren mir der Begriff der Trinkkokosnuss absolut fremd. Da ich das Knacken von Kokosnüssen auch eher mit viel Aufwand und Dreck in Verbindung gebracht habe, habe ich mich eigentlich auch nie näher mit dessen Verzehr auseinander gesetzt. Aber die frischen Kokosnüsse haben mich dann doch neugierig gemacht.
Also habe ich erstmal ne Bestellung getätigt bei Coconow und mich dann heute Morgen mit diesen supertollen Trinkkokosnüssen auseinander gesetzt. Mein Frühstückstisch erinnerte daher auch leicht an eine Werkbank
Direkt nach dem Aufknacken kam mir bereits das Kokoswasser entgegen und im Gegensatz zu den normalen Kokosnüssen, die kaum Flüssigkeit enthalten, kamen hier stolze 300ml zusammen. Den ersten Schluck habe ich mir pur gegönnt (super lecker), den Rest zu einem Frühstückscocktail mit Ananas gemixt
Der Rest der Kokosnuss ist noch spektakulärer. Das Fruchtfleisch ist nicht hart sondern ziemlich wabbelig und dünn und leicht mit einem Löffel heraus zu schaben.
Kokosfleisch

Auch das wurde erst pur probiert (ebenfalls super lecker) und dann zu einem Obstteller hinzu gefügt
So hatte ich bei wunderbaren Sonnenschein schon ein kleines Karibikfeeling in meiner Küche. Bin ich froh, dass in dieser bestellten Kiste noch 8 weitere Kokosnüsse auf mich warten ;)

In diesem Sinne starte ich die letzten drei Tage der Rohkost. Bald folgt das Rohkostfazit.