Donnerstag, 27. Februar 2014

Rohkost Tag 19 -22 Es wird obstig und gesellschaftliche Grenzen

Moin,
ich habe nach einigen Recherchen meine Ernährung etwas abgewandelt. Ich bin davon ausgegangen, dass ich, um auch genug Kalorien zu mir zu nehmen, massenweise hochkalorische Lebensmittel, wie Avocado, Banane, Nüsse etc zu mir nehmen müsse. In meinem letzten Post habe ich daraufhin berichten müssen, dass sich mein Gewicht auch dementsprechend entwickelt. Wahrscheinlich lässt es sich nicht bis zu Ende klären, ob das an der falschen Ernährungszusammensetzung oder dem Rauchentzug liegt....Da ich jedoch nicht unbedingt weiter zunehmen möchte, bin ich auf mehr "Basics" umgestiegen, orientiert an der Ernährungspyramide entwickelt von der Bloggerin Sonja Watt (zum Blog gehts hier)
Das heißt, es gibt mittlerweile viel viel mehr Obst und weniger aufwendige Experimente. Klingt erstmal unspektakulär, ist es aber nicht. Ich könnte mich gerade reinsetzen in meine heißgeliebten Obstteller oder Smoothies oder "Eisbecher" (aus gefrorenen Obst). Besonders Mango´s haben es mir gerade angetan - passenderweise haben diese gerade Saison :)
Apfel, Mango, Birne, Ananas

Khaki und Birne mit Trockenobst und Nussmilch. Dazu Smoothie

Khaki, Kiwi, Birne, Mango

Mango, Birne, Kiwi, Banane, Feige und Gojis
So lässt es sich erstmal leben. Ich hoffe nur, dass diese Änderung auch etwas hilft...

Ansonsten beschäftige ich mich momentan viel um das Thema "Gesellschaftliche Grenzen". Warum? Liegt evt. daran, dass ich momentan zahlreiche Geburtstagseinladungen bekomme und vermehrt unterwegs bin. Vielleicht tritt dieses Thema auch einfach wieder mehr in mein Bewusstsein, weil ich während dieses Experimentes vermehrt mit Widerständen konfrontiert werde. Meine Umstellung zu veganen Lebensweise war schon....schwierig. Viele Freunde oder meine Familie haben diese Umstellung nicht verstanden und tun sich teilweise immer noch schwer damit. Jedoch hat sich das Miteinander mittlerweile eingespielt. Meine Freunde bereiten mir stolz vegane Gerichte vor oder ich bringe was zu Essen mit. Bei meiner Familie läuft das ähnlich. Mal abgesehen von einzeln auftretenen Diskussionen über Tierrechte, Tierhaltung, Jagd etc. kann ich mittlerweile gut in meinem fleischessenden Umfeld leben. Liegt evt. daran, dass die meisten Menschen mittlerweile feststellen durften, dass veganes Essen sehr lecker ist und ich nach 1 1/2 Jahren nicht zu einem blassen, untergewichtigen Zombie verkommen bin.
Bei der jetzigen rohköstlichen Ernährung häufen sich jedoch wieder die Diskussionen "Das ist aber jetzt wirklich nicht mehr gesund" "Wird dir das nicht zu langweilig?" "Das ist jetzt aber wirklich zu hardcore, vegan war ja schon krass" "Wie gut, dass du das nicht auf Dauer machst". Dazu kommt mir schnell die Erkenntnis, dass viele Unternehmungen, wie z.B. Restaurantbesuche, Partys etc. erneutes Umdenken meinerseits und andererseits benötigen. Von der Geburtstagsfeier meines Freundes habe ich bereits berichtet, da wurde besonders das Essen für mich problematisch, hatte doch mein Freund extra vegane Speisen für mich zubereitet, die nur leider nicht rohköstlich waren. Morgen steht der 30. Geburtstag meines Bruders an - ohne Alkohol??? Ich denke noch darüber nach, ob ich morgen Alkohol trinken werde. Natürlich ist der Alkoholverzicht kein riesen Problem für mich... aber irgendwie gehört für mich als absolutes Dorfkind Bier zu solchen Veranstaltungen dazu....
Es klingt vielleicht albern, aber für die meisten meiner Freunde ist der Alkoholverzicht unverständlicher, als dass ist Veganerin bin. Alkohol ist ein fester Bestandteil im dörflichen Leben. Besucht man einen Bekannten, wird oftmals Bier statt Kaffee angeboten. Sportevents entwickeln sich zu regelrechten Saufgelagen. Alkoholismus ist besonders auf kleineren Dörfern nichts ungewöhnliches und wird toleriert. Jemand, der bewusst auf Alkohol verzichtet, wird als Sonderling abgetan (es sei denn, er ist tatsächlich wegen Alkoholsucht in Behandlung). Versteht mich nicht falsch, ich oute mich jetzt nicht als Alkoholiker; es ist nur Tatsache, dass ich in einem stark von Alkohol geprägtem Umfeld groß geworden bin, gerne Bier und auch Schnaps trinke und sehr ungerne bei Feiern auf Alkohol verzichte. Der gesundheitliche Aspekt ist da für mich absolut nebensächlich. Den Verzicht auf Alkohol nehme ich auch reell als "Verzicht" war, ebenso wie mein Umfeld.
Vielleicht ist auch mein Dorfleben Schuld an diesen Grenzen. Als Veganer war es schon schwer, Akzeptanz vom Umfeld zu erhalten. Als Rohköstler ist das nahezu unmöglich. Ich weiß nicht, wie andere Rohköstler das machen. Vielleicht sind diese dauerhaft mit anderen Rohköstlern in Kontakt oder leben in einem anderen Umfeld.....Mein jetziges Umfeld gibt diese Akzeptanz nicht her und ich möchte  mein Umfeld auch nicht ändern. Ich mag mein Leben so wie es ist, auch wenn dauerhafte Rohkost da nicht rein passt. Dann lebe ich lieber ein bisschen weniger gesund und lang, darf aber nach wie vor mein heißgeliebtes Weizen trinken - wer will denn auch schon 150 Jahre alt werden ohne Bier?...ich jedenfalls nicht ;)



Sonntag, 23. Februar 2014

Rohkost Tag 14 - 18 - Von kulinarischen Höhenflügen und Experimenteinbrüchen

Ich hatte einen Experimenteinbruch. Ich wachte Freitag Morgen mit ziemlich schlechter Laune auf, hatte Hunger, aber absolut keine Lust auf irgendein Obst oder Gemüse. Ich hatte Heißhunger auf Pizza, Falafel, Burger etc. am besten sofort zum Frühstück. Ich bin natürlich nicht sofort diesem Heißhunger verfallen, sondern habe mir ausgiebig überlegt, wie ich diesen drohenden Rückfall in den Griff kriegen könnte. Ich wälzte etwas meine Rohkostinformationsquellen, überlegte, was meinen Heißhunger stillen könnte und stellte einen Kochplan auf.
Der Nachteil an Rohkost ist definitiv, dass manche Gerichte etwas Vorlaufzeit benötigen und damit nicht sofort nach Lust und Laune verzehrt werden können. Also waren für meine Wünsche erstmal Vorarbeiten nötig...
Einweichen von Nüssen, Buchweizen, Weizenschrot
So verging der Freitag ziemlich unbefriedigt mit weiteren Smoothies und Salat...Freitag Abend konnte ich jedoch endlich das Dörrgerät anstellen für´s Frühstück

Kleine Frühstücksküchlein (Rohkost)
270g Weizenschrot
200ml Wasser
100g Datteln
60g getrocknete Cranberries
50g Walnüsse gehackt

Weizenschrot im Wasser über Nacht einweichen. Walnüsse 6-8 Stunden in Wasser einweichen, trocknen und klein hacken.  Das überschüssige Wasser vom Weizenschrot abgießen und die Masse in den Thermomix füllen. Datteln sehr klein schneiden und hinzugeben. Die Masse 1Min/ Stufe 7 mixen. Cranberries und Walnüsse hinzugeben und 2 Min/Teigstufe verrühen.
Backpapier auf den Dörrosten verteilen. Den Teig darauf verteilen (ca. 1 cm hoch) und anschließend 5 - 6 Stunden trocknen lassen. Den festen Teig anschließend nach Belieben auseinander brechen. Kann man auch gut als kleinen Snack zwischendurch nehmen.

Birne, Mango und Küchlein in Stücken
Neuerdings erhalte ich zusammen mit meiner Nachbarin eine Obst- und Gemüsekiste von einer biologischen Hofgemeinschaft in der Nähe. Letzte Woche war Grünkohl dabei und das nutze ich erstmal aus, um endlich mal die im Netz hochgelobten Grünkohlchips zu testen. Unter den 1000 verschiedenen Variationen habe ich mich an die Vorlage von NordischRoh (Rezept siehe hier) gehalten. Ergebnis: ICH BIN SÜCHTIG!!! Die sind soooooo unheimlich lecker. Probiert es einfach aus, es wird sich lohnen.
Die waren so gut, dass ich einen ganzen Teil sofort selbst aufgefuttert habe und den Rest mit als Geburtstagsgeschenk für einen meiner besten Freunde verwendet habe.
Tja und da fand mein Absturz statt - die Geburtstagsfeier meines Freundes. Ich muss vorweg festhalten, dass ich ganz tolle (omnivore) Freunde habe, die sich allesamt sehr viele Gedanken und Mühe wegen meiner Ernährung (vegan) machen. Mein Freund K. gehört dazu und er rief mich bereits im Vorfeld an, um zu fragen, wo er etwas für mich zum Grillen kaufen könne und dass er mehrere vegane Salate hätte etc. Alle meine Zwischenrufe bezüglich "Hey, mach dir keine Mühe, ich esse momentan Rohkost und brauch nix zum Grillen" wurden überhört. Gleich zu Beginn des Geburtstages bekam ich auch eine Führung durchs Buffet, welche Gerichte ich essen könne und welche nicht. Es gab Bohnensalat, gefüllte Weinblätter, Gemüsereis, Krautsalat, Oliven, Pepperoni, Hummus und so weiter. Diese ganzen Leckereien in Verbindung mit meinem spärlich befriedigten und daher anhaltenden Heißhunger  vom Vortag ließen mich einbrechen und ich habe ordentlich rein gehauen. Es war soooooooooooooooooooooooooooo lecker.
Es ist schon ein irres Gefühl nach fast zwei Monaten Dauerexperimentiererei einfach mal wieder zu essen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob das Lebensmittel gerade in das Konzept passt oder nicht. Heute früh hab ich mich dann schon etwas unwohl gefühlt, mein Magen fand den Ausrutsche wohl nicht sooooooooooo super. Also hab ich mir richtig heißen Fencheltee gekocht und dann ging es mir auch gleich besser.
Trotz meines Einbruches bin ich trotzdem etwas stolz auf mich. Zum Einen, weil ich mein "Versagen" nicht als solches sehe - ich hab mir einen Abend gegönnt an dem es unheimlich gutes Essen gab und das war auch gut so. Mein Experiment geht heute trotzdem weiter und ich bin motivierter denn je :) Vielleicht habe ich gerade die Erkenntnis gewonnen, dass ich diese ganzen Einweich-, Keim- und Dörrgeschichten bei Rohkost zwar unheimlich faszinierend finde und vermehrt in meine Küche einführen werde, dauerhaft konsequente Rohkosternährung  jedoch eher nicht mein Fall ist....aber dazu mehr im Fazit in 12 Tagen :D   Zum Anderen waren auf dem Geburtstag unheimlich viele Raucher und entsprechend verqualmt war die Lokalität. UND?????? Ich habe nicht geraucht - STRIKE!!!
Mein Experiment wurde dann nach dem heißen Tee heute früh wieder vollends aufgenommen. Und so konnte ich nach einem Tag Vorbereitung endlich meine Heißhunger-Notbremsen-Rohkostpizza vollenden

Rohkostpizza

Teig (für vier Böden)
200g Buchweizen
200g Leinsamen
150g Sonnenblumenkerne
200ml Wasser
Salz

Buchweizen über Nacht in Wasser einweichen. 
Leinsamen und Sonnenblumkerne im Thermomix 1 Min/Stufe 10 zu Mehl verarbeiten und umfüllen. Buchweizen mit Wasser im TM 30Sek/ Stufe 8 pürieren. Mehl hinzugeben, salzen und bei 2Min/Teigstufe zu einem Teig verarbeiten. Den Teig in vier Teile teilen. Jeweils ein Backpapierstück auf ein Dörrrost legen (bei meinem Dörrgerät muss in die Mitte der Backpapierfolie ein Loch sein, damit die Lust noch entsprechend zirkulieren kann) und ein Teigteil mit Hilfe von Frischhaltefolie ausrollen. Bei den übrigen drei Teilen das Ganze wiederholen. Den Teig für ca. 4 - 6 Stunden trocknen, je nachdem, wie fest man den Teig haben möchte.

Pizzasoße
6 kleine Tomaten
10 Blätter Basilikum
Oregano, Thyymian, Salz, Pfeffer
Ein Schuss Olivenöl 

Alle Zutaten in TM geben und 30Sek/ Stufe 6 pürieren. Soße auf dem Pizzaboden verteilen.

Belag
Ist beliebig. Ich hatte in Sojasauce marinierte Pilze und Zucchini mit Knoblauch gewürzt. Auf der Soße verteilen

"Parmesan" (Menge variierbar)
Cashewnüsse
Salz

Cashewnüsse und Salz in den (trockenen!!!) TM tun und 45Sek/Stufe 6 zerkleinern. Über die Pizza streuen.
Nicht schön, aber geil ;)
Zum Glück ergibt das Rezept vier Portionen, so hab ich noch ein bisschen was davon und gehe gestärkt in die zweite Rohkosthälfte ;)
Mal abgesehen von dem Heißhungeranfall geht´s mir nach wie vor ziemlich gut. Allerdings wurmt mich eine Sache ziemlich - ich bin vermutlich der einzige Mensch auf diesem Planeten, der durch Rohkost zunimmt (in den letzten zwei Wochen hab ich drei Kilo zugelegt). Okay, ich esse ziemlich viel, aber ich habe auch ziemlich oft ziemlich großen Hunger. Den Fehler habe ich noch nicht gefunden....aber vielleicht liegt es auch an der Rauchentwöhnung, dem Sport....eigentlich egal. Ich hoffe nur, dass sich diese Entwicklung nicht fortsetzt, ansonsten werde ich vermutlich die erste übergewichtige Rohköstlerin :D

 
 



Mittwoch, 19. Februar 2014

Rohkost Tag 8 - 13 Rohkost als Lifestyle oder als Weg zu mehr Spiritualität

Uiuiuiui, die Zeit verfliegt. Ich möchte so vieles ausprobieren und weiß gar nicht, wo anzufangen. Rohkost ist alles andere als langweilig, eintönig - ES IST BUNT. Ich liebe es!!!
Okay, ich muss gestehen, im Sommer ist es bestimmt angenehmer als Rohköstler durch die Gegend zu wandern. Zumindest fehlt mir schon mal ne heiße Brühe, ein Tee oder einfach ne warme Mahlzeit. Aber ansonsten fühle ich mich pudelwohl - hoch motiviert, voller Energie und Tatendrang. Ich schlafe deutlich besser und fühle mich insgesamt ausgeglichener. Bisher glaube ich zumindest all das, was Rohköstler über ihre Ernährung behaupten "Es ist das Beste, was man für sich und seinen Körper tun kann"
Es ist ein unheimlich gutes Gefühl, sich so gut um sich zu kümmern, zumindest bekomme ich diesen Eindruck bei all dem Obst und Gemüse, welches ich verdrücke. Zu dem rauche ich mittlerweile seit 5 1/2 Wochen nicht mehr. Das letzte Mal hab ich vor 15 Jahren so lange nicht geraucht (und das war quasi, ehe ich begonnen hab). Und ich habe doch tatsächlich die bisherige Experimentierphase komplett ohne Alkohol ausgehalten- Okay...gelogen, letzte Woche habe ich zwei Bier auf einer Hochzeit getrunken....absolut unpassend zur rohköstlichen Ernährung und ganz ehrlich: Es ging mir körperlich gar nicht gut danach. Ich war ziemlich angetrunken davon*schäm* und musste die ganze Zeit daran denken, was für Giftstoffe ich mir jetzt eingeflößt habe. Die Auseinandersetzung mit diesem ganzen Gesundheitskrams färbt langsam ab...
War´n Witz.
Ich glaube, die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema geht nicht spurlos an mir vorbei. Ich lerne momentan drei unterschiedliche Personengruppen in der Rohkostszene zu unterscheiden: 1. auch hier gibt es die Gesundheitsfanatiker, diejenigen, für die Schönheit, Jugend, Sportlichkeit über alles geht und die sich besonders gerne damit in den Internetforen profilieren. Und 2. die Spirituellen, diejenigen, welche im Einklang mit sich und ihrer Umwelt leben wollen, durch Ernährung glauben, ihre geistige Mitte zu finden, Wildkräuter sammeln, Mondphasen studieren etc. Und dann gibt es noch 3. die Experimentierfreudigen, zu denen ich gehöre :)
Zu der ersten Personengruppe habe ich mir bereits während der Vegan-For-Fit-Challenge Gedanken gemacht (siehe hier). Die dritte Gruppe muss ich nicht wirklich erklären, das sind genau so bekloppte Menschen, wie ich, die einfach neugierig sind und verschiedene Lebensformen austesten oder einfach merken, dass die rohkstliche Ernährung ihnen gut tut (auch wenn sie von vielen nicht komplett durchgezogen wird).
Von der zweiten Personengruppe stammt der Gedanke des intuitiven Essens, welchen ich z.Zt verfolge. Ich versuche, auf meinen Körper, meine "Seele" und deren Bedürfnisse zu hören. In der Praxis sieht das wie folgt aus:
- Ich esse nicht zu festen Uhrzeiten, sondern dann, wenn ich hungrig bin (was mir als Strukturmensch ziemlich schwer fällt)
- Ich plane meine Mahlzeiten nicht - manchmal hab ich Lust, etwas Aufwändigeres zuzubereiten, manchmal reicht aber auch ein Obstteller oder Salat
- ich zelebriere meine Mahlzeiten (zumindest, soweit das realisierbar ist), ich esse langsam, ohne Ablenkung (PC, Film etc.), kaue ordentlich und versuche mich auf jeden einzelnen Bissen zu konzentrieren
- ich genieße bereits den Einkauf, die Zubereitung der Lebensmittel. Besonders gefallen mir momentan farbenfrohe Lebensmittel (rot,grün,gelb, orange, egal, hauptsache Farbe)
- ich versuche meine sonstigen Bedürfnisse (Zuwendung, Unterhaltung, Bewegung, Ruhe etc.) wahrzunehmen und nach Möglichkeit diese auch zu erfüllen. Wobei ich es sehr viel schwieriger finde, diese erst mal wahrzunehmen. Versucht doch mal bitte, euch einfach hin zu setzen und euch in Ruhe zu überlegen, was ihr jetzt gerne machen würdet, ohne dabei Notwendigkeiten des Alltags zu berücksichtigen.
- ich achte bewusst auf Dinge, die mir gut tun

Bestimmt gehört da noch mehr zu, aber dass sind für mich die Hauptaspekte, die die Rohkostzeit gerade prägen.
Ansonsten stolpert man bei Recherchen schnell über Begriffe, wie Heilkost/Sonnenkost/Lichtkost, Mondphasen, Meditation, Wildkräuter, Selbstheilung. Um jedes einzelne zu erklären, müsste ich wahrscheinlich eine Studie für sich eröffnen....auf jeden Fall lohnt es sich, sich dort mal einzulesen. Ich habe viele Denkanstöße erhalten, was meine Lebensweise und meinen Umgang mit mir selber angeht. Es klingt vielleicht etwas theatralisch, aber diese Experimentierphase gibt mir wirklich so ne Art Ausgeglichenheit, innere Ruhe, Zufriedenheit. Mal schauen, ob dieser Zustand anhält ;)
Ich kann zumindest sehr gut nachvollziehen, dass für manchen Menschen der Weg zum inneren Glück über diesen recht spirituellen Weg verläuft: Ruhe, Zuwendung zur und Leben mit der Natur, guter Umgang mit dem eigenen Körper, Vermeidung von Giftstoffen und Ablehnung von allem Industriellen. Ich wünschte, für mich wäre das auf Dauer auch ein Weg, allerdings bin ich dafür viel zu sehr auf moderne Techniken fixiert. Aber schließlich ist das Leben ein Fluss und wer weiß, wohin es Müsli (oder euch) noch hin treibt. Das war jetzt ein sehr weiser Abschlusssatz zu dem Thema ;)

Zum Abschluss jetzt noch meine unvollständigen Küchenwerke der letzten Tage - unvollständig daher, weil ich manche Sachen einfach nicht fotografiert habe. War mehr mit dem Genuss als mit der Planung für den Blog beschäftigt ;)

Tropical-Eis (für 2 Portionen)

200g TK-Sauerkirschen
1 Stück (ca 25g) Kokosnuss
1 Mango
4 Datteln
6 Eiswürfel

Alle Zutaten in TM tun und 30 Sek/Stufe 6 mixen (evt. etwas länger und die Reste vom Rand runterschaben)


Mangoldschiffchen ( ich hab da zwei Mahlzeiten raus bekommen)

8 Mangoldblätter
150g Buchweizen (vorher über Nacht in Wasser eingeweicht)
1/2 Zwiebel
6 Tomaten
1/2 Bund Petersilie
Salz, Kreuzkümmel
2 El Zitronensaft
1 El Olivenöl
1 El Tahin

Sauce:
2 Knoblauchzehen
2 Tl Paprikapulver
4 El Olivenöl
1 Spritzer Zitronensaft

Die Mangoldblätter waschen und den Strunk heraus schneiden. Jeweils zwei Blätter übereinander legen. Zwiebel, Tomaten und Petersilie klein schneiden und mit Buchweizen, Salz, Kümmel, Zitronensaft, Tahin und Olivenöl vermischen. Die Masse auf die Blätter verteilen.
Für die Soße den Knoblauch sehr fein schneiden, mit den übrigen Zutaten vermischen und über die Schiffchen verteilen. Wer mag, noch mit ein paar Sprossen toppen und fertig
 

Rohköstlicher Apfelstrudel
Rezept kommt von hier und ist suuuuuuuuppppppeeeeeeeerrrrr lecker :)
 

Intuitiv-Lasagne
der Name kommt daher, weil dieses Rezept durch eine Heißhungerattacke entstanden ist. Ich wollte unbedingt etwas mit Rote-Bete und Avocado essen und da ich nix brauchbares an Inspiration finden konnte, wurde dieses Werk geboren. Beim Essen fühlte ich mich im 7. Himmel, gegen Ende nahm diese Gefühl jedoch deutlich ab. Daher weiß ich nicht, ob das vielleicht nur so gut schmeckte, weil ich damit meine Rote--Bete-Avocado-Lust befriedigen konnte. Bei einem zweiten Versuch würde ich evt. die Zucchini weglassen ;)

1 Zucchini
1 Rote Bete
Salz, Pfeffer
1 Avocado
etwas Zitronensaft
Petersilie

Zucchini und Rote Bete mit nem Hobel in dünne Streifen schneiden. Avocadofleisch heraus lösen und zusammen mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft im TM pürieren.
Abwechselnd schichten 1. Zucchinistreifen, Rote Bete (wer mag kann die einzelnen Schichten etwas salzen), Avocadomus, Zucchinistreifen, Rote Bete, Avocadomus etc etc. Mit gehackter Petersilie garnieren 
  

Cinakohlsalat mit Walnüssen
2 kleine Chinakohl (enstpricht vielleicht nem halben großen)
2 Möhren
1 Birne
eine Hand voll Walnüsse
2 El Öl
1 El Apfelessig (welcher laut meiner Info der einzige rohköstliche Essig ist) 
Salz

Alle Zutaten in den TM tun und 5Sek/ Stufe 5 zerkleinern


und nun noch zu meinen Dörrgerätwerken bzw. Fermentierversuchen

Süßkartoffelchips
1 Süßkartoffel
2 El Olivenöl
Salz, Paprikapulver

Süßkartoffel schälen und mit dem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden. In einer großen Schüssel mit den übrigen Zutaten gut vermischen und auf die Dörrrosten verteilen. Bei 43 Grad ca. 8 - 10 Stunden trocknen. Vorsicht: Suchtgefahr  

Hanfsamen-Cashew-Käse
das Rezept ist von der Grundidee her geklaut aus "Going raw" von Judita Wignall und von mir leicht abgewandelt bzw. thermomixisch gemacht :)

210 g Cashewnüsse (über Nacht eingeweicht)
40g Hanfsamen
230g lauwarmes Leitungswasser mit 1/4 Tl probiotischem Joghurt-Ferment
1 El Schnittlauch
Salz
Basilikum, Thymian, Oregano  

Cashews, Hanfsamen und das Ferment-Gemisch in den TM geben und mit langsam steigender Geschwindigkeit zu einer glatten Masse pürieren. Ein Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen, Masse hineinfüllen und über Nacht bei Zimmertemperatur fermentieren lassen.
Den "Käse" im Tuch gut ausdrücken, mit Schnittlauch und Salz würzen. In eine runde Form füllen (z.B. Minispringform) und im Kühlschrank mindestens 12 Stunden fest werden lassen. Käse aus der Form lösen, glatt streichen und mit Kräutern bestreuen. Hält sich ca 3 - 4 Tage im Kühlschrank

Leinsamen-Cracker
Das Rezept ist auch geklaut aus "Going raw", jedoch diesmal komplett, daher kann ich ds leider hier nicht veröffentlichen.  Jedoch habe ich die  Erkenntnis gewonnen, dass ein einfaches Dörrgerät mit Backpapier ebenso gut funktionieren kann, wie ein Hochleistungsgerät mit spezieller Dörrfolie



Abschließende Frage: Mein Freundeskreis war ja schon von meiner veganen Ernährung fasziniert, weil sie so viele in ihren Augen "seltsame" Lebensmittel dadurch kennen lernen durften. Was glaubt ihr wohl was sie zu meiner jetzigen Ernährung gerade sagen???

So, genug für heute :)

Sonntag, 16. Februar 2014

Wochenzusammenfassung 7. Kalenderwoche 2014

Zwei große Themen hielten mich die Woche auf Trap - das Giraffenjunge Marius und das Thema Homophobie in Deutschland. Worüber rege ich mich mehr auf? Über Menschen, die genüsslich ihr Schnitzel verspeisen und um ne Giraffe trauern oder über Menschen, die Homosexualität als defizitär bezeichnen???
Ruhig Müsli, in der Ruhe liegt die Kraft.....


Artikel
Superfoods - Sind sie ihr Geld Wert Teil 2 - in meiner Rohkostphase informiere ich mich gerade viel über Superfoods und werde auch noch einen entsprechenden Artikel dazu schreiben.

Millionen Schweine sind tot, es lebe die Giraffe - so grausam die Geschichte um die Giraffe Marius diese Woche war, ist dieser Hype der allgemeinen Bevölkerung um dieses Thema für mich nicht nachvollziehbar. Warum um eine Giraffe trauern, wenn wir uns selber die Schnitzel einverleiben?

Herzlos! Bauer will muhende Kurzhalsgiraffe töten und an Menschen verfüttern - ich liebe diese ironische Gegendarstellung ;)

Jäger nehmen ZDF ins Visier - ich möchte an dieser Stelle dem ZDF für seine tolle Dokumentation danken!!!

Wem gehört das Wasser? - Welche Konzerne bestimmen den Wassermarkt?

Erneut homophobe Demostration in Stuttgart - der Bildungsplan für Baden-Württemberg zieht weite Kreise und bringt endlich das Thema "Homophobie in Deutschland" in die Debatte. Lasst uns darüber sprechen und nicht immer so tun, als ob das nicht existiere. Homophobie gibt es in Deutschland und Homosexuelle leiden nach wie vor unter Ausgrenzung!!!

Ich bin wohl homophob und das ist auch gut so - Herr Matussek hat sich in´s Aus geschossen mit seinem Artikel.....aber wenigstens spricht er das aus, was sehr viele Menschen in Deutschland denken. Er zeigt uns, bis zur Gleichstellung Homosexueller in unserer Gesellschaft ist es noch ein weeeeeiiiiiiiter Weg.

Homophob??? Muss nicht sein - wie es besser gehen sollte...


Videos

Das Elend der Puten - Doku von PETA

Agrarprofit der Film

Monsanto auf deutsch - dauert zwar 2 1/2 Stunden, enthält jedoch unheimlich viele wichtige Informationen über dieses Drecksunternehmen

Die Fettmacher - wer uns immer dicker macht - Leute, denkt doch mal bitte nach über euer Konsumverhalten.....

Hund versucht seinen Freund wieder zu beleben - das bewegendste Video für mich diese Woche


Bilder








Petitionen
Den Direktor des Kopenhagener Zoo entlassen und ersetzen - so kritisch, wie ich dieses Thema sehe, ändert das nix an der Tatsache, dass die Begründung für die Ermordung dieses Lebewesens und die Art und Weise, wie diese Prozedur vonstatten ging, absolut daneben ist. Daher teile ich gerne diesen Aufruf.

Stoppt den grausamen Pferdemarkt in Polen

Helft den Umweltschützern in Kamerun

Was mich sonst noch bewegt?
Freitag war Valentinstag - ich ignoriere für gewöhnlich diesen Tag, da ich keinen extra Tag benötige, um meine Liebe zu zeigen. ABer ich hab dieses Jahr doch tatsächlich etwas geschenkt bekommen und gemerkt, dass mich da schon jemand verdammt gut kennt ;) Ich bekam keine Valentinstagsblumen, sondern Petersilie und Saatgut *freu*


Rezept der Wochen
verlegt auf die Rohkostbeiträge

So, ich wünsche euch eine super gute Woche :)

Saisonkalender Februar

Ich hänge mit dem Saisonkalender etwas hinterher, was wohl daran liegt, dass ich aufgrund meines Ernährungsexperimentes die saisonale Ernährung etwas reduziere. Aber lieber spät als nie :)
Was mir jedoch unheimlich gut gefällt, ist die Tatsache, dass Mangos anscheinend Saison haben - ich bin momentan süchtig nach diesen Dingern und esse mindestens zwei Stück am Tag davon ;)

Gemüse
Champignons
Champignons
Chicoree
Chicoree
Feldsalat
Feldsalat
Grünkohl
Grünkohl
Möhren
Möhren
Rote Bete
Rote Bete
Sellerie
Sellerie








Obst
Ananas
Ananas
Bitterorangen
Pomeranzen
Blutorangen
Blutorangen
Clementinen
Clementinen
Mandarinen
Mandarinen
Mangos
Mangos
Orangen
Orangen
Zitronen
Zitronen

Donnerstag, 13. Februar 2014

Rohkost Tag 5 - 7 Informationen für den Anfang der veganen Rohkost

Moin,
nachdem mein erster Rohkosteintrag geprägt war von ersten Eindrücken, Informationsüberforderung und  Begeisterung, versuche ich jetzt etwas strukturierter vorzugehen. Im Gegensatz zu der Vegan-For-Fit-Challenge gibt es für die Rohkost keine konkrete Anleitung. Im WWW wimmelt es von Blogs, Bücher, Foren und Artikeln zu dem Thema mit einer riesigen Bandbreite an Informationen, worauf geachtet werden sollte. Daher werde ich hier mit angeben, auf welche Quellen ich mich beziehe (welche ich aus reinem Bauchgefühl heraus auswähle - ganz rohkost, äääh intuitiv eben)
Informationen, die in allen Quellen gleich erhalten sind:
Was bedeutet rohköstliche Ernährung? - Rohköstliche Ernährung setzt sich aus möglichst naturbelassenen, also wenig verarbeiteten,  kaum erwärmten Lebensmitteln zusammen. Mit kaum erwärmten Lebensmitteln ist gemeint, dass keine der Bestandteile über 43 Grad erhitzt wurde.

So, da hört es auch schon auf. Ab hier beginnt die Bandbreite der Verwirrungen: Warum Rohkost? Was kann gegessen werden? Wie wird es zubereitet? Auf was für Zusammensetzungen muss ich achten? Ist Sport empfehlenswert? Entgiftung? Was ist mit unserem Wasser? Was für Küchengeräte brauch ich? Rohkost-Urkost-Sonnenkost???

Man merkt ziemlich schnell, dass man sich im Vorfeld gut informieren sollte. Ich mache hier mal eine kleine Sammlung von Informationsquellen, die ich für mein Experiment nutze. Wobei diese Zusammenstellung wie bereits geschrieben, rein intuitiv erfolgt. Ob ich jetzt gerade DIE Infos zusammentrage, kann ich nicht bescheinigen, aber es ist eine Mischung an Erkenntnissen, mit denen es mir bisher zumindest ziemlich gut geht.
Also:
- ich habe ein Buch gekauft, da ich lieber Bücher in den Händen halte, als vorm PC zu hocken. Meine Wahl fiel auf "Going Raw" von Judita Wignall. Warum gerade dieses Buch und keines der 1000 anderen, welche erhältlich sind? Ganz ehrlich???? Die Frau auf dem Cover sah hübsch aus (zumindest in der Kleinansicht im Internet) - ich bin auch nur ne Lesbe ;)

- bei meinen Recherchen im Internet bin ich über eine Frau gestolpert, die mich einfach von ihrer Art  überzeugt hat. Nadine Hagen (Homepage) wirkt total natürlich und erklärt auf relativ einfache Weise ihre Form der rohköstlichen Ernährung. Sie hat ein kostenloses E-Book und zwei kostenpflichtige erstellt, welche ich mittlerweile alle als meine Basis verwende ("Die 5 wichtigsten Grundlagen für ein glückliches und gesundes Leben", "Umstellung auf Rohkost leicht gemacht", "28 leckere Wildkräuter")
- jetzt folgt eine Sammlung an Internetseiten
Das Rohkost 1x1 - Blog
Germany goes raw - Seite über ALLES
Roh macht froh - Blog
Nordisch Roh - Blog, bekommt norddeutsche Sympathiepunkte ;)
Roh und froh - Blog
Rohkostwiki - Wikipedia für Rohköstler
Roh24.de - Shop
Keimling - Shop

Aus dieser ganzen Sammlung habe ich die Antwort auf meine vorher gestellten Fragen erhalten. Ich betone es nochmal, ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit der Aussagen, ich habe mir lediglich frei ein Konzept für mein Experiment zusammen gebastelt.

Warum Rohkost?
Es ist unheimlich gesund, macht schön, schlank und hält bis ins hohe Alter jung ;) Wer eine schönere Erklärung haben will, liest bitte hier

Was kann gegessen werden?
Alles an Obst und Gemüse, Ausnahme bei Kartoffeln. Ansonsten Samen, Nüsse, Sprossen, Getreide, fermentierte  Lebensmittel, kalt gepresste Öle, Algen, Superfoods. Bei Süßungsmitteln muss drauf geachtet werden, dass diese Rohkostqualität haben (das ist nicht immer der Fall), z.B. bei Agavendicksaft, Ahornsirup etc.
Um mir das ganze zu erleichtern, hab ich meine ganzen Küchenschränke sortiert und alle nicht-rohköstlichen Lebensmittel beiseite gestellt.

Wie wird es zubereitet? Auf welche Zusammensetzung muss man achten?
Ich empfehle viel Intuition mit ner ordentlichen Portion Inspiration. Ich horche in mich (nein, ich werd jetzt nicht spirituell), was ich jetzt gerne essen würde und bereite es mir zu. Mein Körper wird schon wissen, was er braucht. Ich finde es jedoch zusätzlich sehr hilfreich, Blogs nach Rezepten zu durchforsten, damit es nicht nur beim Salat oder Obstteller bleibt (ist mir auf Dauer, selbst für einen Monat, zu eintönig)

Ist Sport empfehlenswert?
Da scheiden sich besonders zu Beginn der Rohkost die Geister. Hat was mit dem Entgiftungsprozeß (näheres im nächsten Punkt) zu tun. Ich mache das momentan von meiner Lust abhängig, d.h. dass ich doch immerhin noch 3 - 4 Mal die Woche Sport mache (*Müsli ist stolz auf sich - winke winke Couchpotatoe*)

Entgiftung?
Die rohköstliche Ernährung setzt einen Entgiftungsprozeß in Gang (da ich nicht der Theoretiker bin, lest euch da bitte selbst mal schlau), der besonders zu Beginn mit starken Nebenwirkungen einher gehen kann. Dazu zählen Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Pickel. Im schlimmsten Fall kann dieser Zustand kritisch werden, daher empfehlen die meisten Rohköstler eine schrittweise Umstellung auf die Rohkost.Da eine halbjährliche Umstellungsphase zeitlich nicht in meine Experimentierphase passt, habe ich mir andersweitige Informationen geholt, um den Entgiftungsprozeß positiv zu unterstützen. Ich betreibe nebenbei Darmreinigung mit Flohsamenschalenpulver (Anleitung gibt es hier
Kurze Info (vor allem, damit sich meine Mama jetzt keine Sorgen macht): Ich bin nicht todesmutig und werde natürlich das Ganze überdenken, wenn ich merke, dass es mir nicht mehr gut gehen sollte. Bisher bin ich topfit ;)

Was ist mit unserem Wasser?
Ich bin Leitungswassertrinker und mal abgesehen von den erhöhten Nitratwerten im Grundwasser, hab ich mir nie ernsthaft Gedanken über die Schädlichkeit des Wassers gemacht - bis jetzt.  Zum ersten Mal in meinem Leben verstehe ich, warum manche Menschen Wasserfiltersysteme für teuer Geld sich anschaffen (lest mal bei Nadine Hagen im E-Book). 
Nix desto trotz kauf ich mir jetzt für dieses Experiment kein 600 Euro Wasserfiltersystem. Ich ignoriere diesen Umstand einfach mal weg und trinke weiter Leitungswasser und laukalten Tee (wenn der lange genug zieht, funktioniert Teetrinken auch mit 37  Grad (Temperaturstufe beim Thermomix) warmen Wasser)

Was für Küchengeräte brauche ich?
Gute Messer :D 
Was man wirklich haben muss oder einfach nur haben will macht hier einen riesen Unterschied.
Ich hab das Glück, ziemlich gut ausgestattet zu sein, nur dass ich manche Geräte wieder entstauben muss. In Vielgebrauch sind momentan mein Thermomix (andere Mixer tun es auch, zur Not auch Pürierstab), Gemüsehobel, Messer, Dörrgerät (ich hab ne günstige Ausführung für 60 Euro), Spiralschneider. Klingt erstmal nach ner ganzen Menge, wenn ich aber bedenke, was ich dafür an Geräten nicht mehr benötige (Backofen, Herdplatten, Kaffeemaschine etc.) gleicht sich das ziemlich schnell wieder aus.

Rohkost-Urkost-Sonnenkost?
Man stolpert ziemlich schnell über die verschiedensten Begriffe. Ob da wirklich ein Unterschied zwischen den Einzelnen besteht, hab ich nicht so genau verstanden....ist aber vermutlich auch nicht so wichtig. Ich vertraue meiner Intuition. Was dabei später für ne Kost raus kommt, ist mir ziemlich egal.

Fertig!!! Und jetzt mal ein kurzer Zwischenstand nach einer Woche Rohkost. Mir geht es richtig gut (obwohl mein Rücken noch nicht wieder ganz kuriert ist), freue mich über jede neue Mahlzeit und gewöhne mich so langsam, trotz der fröstelnden Temperaturen, an die Kaltkost. Manchmal fehlt mir ein heißer Tee, an manchen Tagen fühl ich mich ziemlich müde, aber ansonsten kann ich mich bisher nicht beschweren. Ich freue mich darauf, wenn ich wieder Sport machen kann und ich hätte nie gedacht, dass so ein Satz mal von mir kommt :D
Zum Abschluss noch Müsli´s rohköstlichen Küchenwerke (momentan hab ichs mit Gemüsespaghetti)


einfach nur Salat

Obstteller
 Zucchinispaghetti mit Basilikum-Avocado-Mische
2 Zucchini
1 Avocado
Handvoll Basilikumblätter
etwas Zitronensaft
Salz,Pfeffer
Olivenöl
3 Cherrytomaten

Zucchini mit nem Spiralschneider zu Spaghetti verarbeiten. Mit Olivenöl und Salz mischen. Avocadofleisch, Basilikum und Zitronensaft im TM stückig pürieren (6Sek/Stufe 5, wer mag, kann auch feiner), mit Salz und Pfeffer abschmecken.  Die Mischung unter die Spaghetti heben, mit Tomatenstücken garnieren


 Pinke Rohpasta mit Selleriesoße
1 Kohlrabi
1 Rote Bete
Salz
Olivenöl 
2 Selleriestangen
3 Cherrytomaten
1 Knoblauchzehe
Pfeffer, Majoran
1-2 El Mandelmus (auf Rohkostqualität achten)
Kerbel, frisch

Kohlrabi und Rote Bete mit dem Spiralschneider zu Spaghetti verarbeiten. Mit Salz und Öl mischen. Die übrigen Zutaten (außer Kerbel) mit etwas Wasser in den Thermomix tun und ordentlich auf Stufe 6 pürieren (zwischenzeitig mit den Schaber die Reste vom Rand runter kratzen). Mit Salz abschmecken. Die Soße unter die Pasta heben. Kerbel fein hacken und drüber streuen.


Wenn übrigens jemand hier Anmerkungen hat oder Verbesserungsvorschläge, immer her damit. Ich bin in diesem Infochaos für jede Unterstützung dankbar.


Montag, 10. Februar 2014

Rohkost Tag 1 - 4 Über grüne Smoothies, Informationschaos und intuitivem Essen

Rohkostexperiment ist gestartet. Ich kann nach den ersten vier Tagen schon Folgendes festhalten: Ich bin begeistert.
Bevor ich jedoch auf das Essen an sich eingehe, erst mal zu meinen Vorbereitungen.
Das einzige, was ich bisher über die rohköstliche Ernährung erfahren hatte, war die Geschichte mit den grünen Smoothies. Überall in den Rezepteforen sieht man mittlerweile dieses grüne Glibberzeugs in unterschiedlichsten Ausführungen.  Wieso man extra so viele unterschiedliche Rezepte dazu erstellen muss, ist mir ein Rätsel....die Basis ist immer gleich: grünes Blattgemüse (Spinat, Wirsing, Feldsalat etc), sonstiges Gemüse, Obst, evt. noch so etwas wie Nüsse, Trockenfrüchte oder Superfoods (Maca, Biobab, Cranberries etc.) - der Phantasie sind dort keine Grenzen gesetzt. Ich hau einfach alles, wonach mir gerade der Sinn steht, in den Thermomix und dann ist lecker.
Wie ich bereits im letzten Experiment festgehalten habe, bin und werde ich niemand, der sich der Nähstoffkunde hingibt, daher bekommt hier hier nur eine sehr laienhafte Erläuterung zum Thema grüne Smoothies (für mehr Infos fragt Dr. Google):
Grünes Blattgemüse ist ziemlich gesund, da unser Gebiss und unser Verdauungstrakt jedoch nicht darauf ausgelegt ist, Blattgemüse ausreichend zu verarbeiten/ zu verdauen und die vielen wunderbaren Nähstoffe quasi ungenutzt unseren Körper wieder verlassen, ist es sinnvoll, die Blätter in nen Mixer zu schmeißen und zu schreddern. So kommt das gute Zeug besser in unseren Organismus. Zusammen mit dem ganzen anderen Obst und Gemüse entsteht dann quasi so ne Art Supergetränk. Ich mag grüne Smoothies, sie sehen extrem ekelig aus, Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig (hab vorher keine Erfahrung mit Smoothies gemacht) - das ideale Frühstück statt Müsli (was momentan rausfällt)
Müsli´s Frühstück

Aber nur von Smoothies kann ich mich natürlich nicht ernähren. Also muss ich ja wohl oder übel mich mit dem Thema Rohkost auseinander setzen. Das Problem an dieser Geschichte ist nur, dass es zu dem Thema so ungefähr eine Millionen verschiedene Bezugsquellen, Ratschläge, Infos, Internetseiten, Bücher etc. gibt. Wo anfangen??? Wonach sich richten? Ich werde die Tage einen Extrabeitrag zu den Informationsquellen schreiben, da mein Kopf so voll mit Infos ist, dass das den ersten Beitrag hier sprengen würde. Nur schon mal meine erste (erschreckende) Erkenntnis: es gibt auch fleischessende (!!!) Rohköstler - tut mir leid, aber mal abgesehen von meiner grundlegenden Einstellung zum Fleischverzehr, finde ich die Vorstellung, dass manche Menschen sich von rohem Fleisch ernähren, einfach nur *kotz*
Bei dieser Fülle an Informationen hab ich aber besonders die folgenden Ratschläge beherzigt: Esse intuitiv!!! Sprich, hör auf deinen Körper, was er haben möchte. Wonach steht dir der Sinn, worauf hast du Appetit? Iss nicht nach Zeiten, sondern wenn du hungrig bist. Kaue ausgiebig und lass dir Zeit.
Das sind alles Ansätze, die mir sehr schwer fallen. Aber ich versuche dies sehr aufmerksam in mein Experiment einzubauen. Erste Erkenntnis hierbei: Hungrig Einkaufen ist ein Fehler ;)
Am Vortag meines Experimentes, sprich am letzten Resteessentag nach der Vegan-For-Fit-Challenge, ging ich mit absolut leerem Kühlschrank und ebenso leeren Magen einkaufen. Eigentlich war ich nur in der Obst- und Gemüseabteilung und ließ mich von meiner ausgehungerten Intuition leiten. Danach sah mein Küchentisch so aus.
Wunderschön aber viel zu viel. Zum Glück ist eine viel beschriebende Nebenwirkung der ersten Rohkosttage, dass man quasi permanent Hunger hat - dies Phänomen kann ich bestätigen, von da her schaffe ich diese Mengen zu essen ;)
Ich bin hin und weg von der Farbenvielfalt. Um nicht zu sagen, ich pflege gerade eine innigie Liebesbeziehung zu meinem Essen. Ich mag das Aussehen, den Geruch, die Form, die Verarbeitung, einfach alles, was mit den Bergen an Obst und Gemüse zu tun hat. Mein heißgeliebter Thermomix darf gerade nur zum Pürieren herhalten, das Zerkleinern übernehme ich gerade lieber mit dem Messer, mit nem Hobel o.Ä.
Tja und was das Essen angeht...wie gesagt, ich lass mich von meiner Intuition leiten (und etwas Internetinspiration). Hier ein paar Beispiele:
Anmerkung: Manche Zutaten sind sowohl in Rohkostqualität als auch ohne erhältlich. Bei diesen Zutaten (z.B. Agavendicksaft) spare ich mir den Zusatz, dass diese natürlich Rohkostqualität haben sollten.Öle sind roh, wenn diese mit "kalt gepresst" deklariert sind.

Rotkohlwrap mit rohköstlichem Hummus

Wrap (2 Stück)
-  vier Rotkohlblätter
   eine Avocado
   zwei Möhren
  vier Cherrytomaten
  Alfalfasprossen

kann man natürlich auch mit anderem Kohl oder mit anderer Füllung zubereiten - folgt eurer Intuition ;)

Hummus (viertel Menge für die Wraps verwenden, Rest als Dip)
- eine geschälte Zucchini
  60ml Zitronensaft
  2 El Olivenöl
  2 Knoblauchzehen
  120 g Tahin (Sesammus)
  Meersalz, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Pfeffer
  frische Petersilie

Den weißen Strunkstiel aus den Blättern heraus trennen und jeweils zwei Blätter übereinander lappen. Avocado aufschneiden und Fruchtfleisch herauslösen, anschließen in Streifen schneiden. Möhren waschen, enden abschneiden und mit nem Hobel in dünne Scheiben (oder auch Streifen) schneiden. Tomaten zerkleinern. 
Die Zutaten für das Hummus in TM tun (außer der Petersilie) und 40Sek/Stufe 6 pürieren (ggf. zwischenzeitig die Reste am Rand mit dem Spatel nach unten schaben). Die Petersilie mit nem Messer kleinschneiden und unter das Hummus rühren.
Hummus auf die Rotkohlblätter verteilen, das Gemüse mittig verteilen. Den Rotkohl erst unten einschlagen und dann die Seiten umschlagen, so dass ein Wrap ensteht
















Salat mit Sonneblumenkerndressing

Freestylesalat (macht rein, was ihr mögt)

1 Tasse Sonnenblumenkerne
160ml Wasser
60ml Zitronensaft
30ml Tamari
15g Agavendicksaft
Basilikum, Oregano, Thymian

Die Zutaten alle in Thermomix tun und 1Min/ Stufe 6 mixen. Ergibt ca. 350ml Dressing, ist eine Woche im Kühlschrank haltbar

 

hier mit Blattsalat, Spinat, Möhre, Weintrauben, Walnüssen

hier mit Blattsalat, Tomate, Möhre, Chicoree













Zucchini-Möhren-Spaghetti mit Fruchtsoße
1 Zucchini
2 kleine Möhren

Zucchini waschen, Enden abschneiden und mit nem Spiralschneider zu Spaghetti verarbeiten (ich hab den von Lurch *Schleichwerbung*). Möhren waschen und mit dem Hobel (vorsichtig, Schneidegefahr!!!!) in Streifen schneiden. 

1 Mango
5 Cherrytomaten
1 Stange Sellerie
1 rote Paprika
etwas Meersalz

Mango schälen und das Fruchtfleisch abschneiden. Paprika entkernen, das Gemüse komplett waschen. Alles in den Thermomix tun und 30Sek./ Stufe 5 mixen. Petersilie waschen und kleinschneiden. Soße zu der Pasta geben und mit der Petersilie bestreuen


Chiapudding mit Heidelbeeren (2 Portionen)

50g Chiasamen
475ml Nussmilch (Rezept siehe hier)
2 El Agavendicksaft
Vanillemark aus einer Schote (oder vergleichbare Menge aus der Vanillemühle)
200g Heidelbeeren

Chiasamen und Agavendicksaft mit der Nussmilch vermischen und ca. 10 Minuten quellen lassen. Anschließend für ein paar Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank kalt stellen. Vanillemark und Heidelbeeren unter den Pudding rühren und genießen.


Da ich heute Besuch hatte, habe ich mich auch an meine erste Rohkosttorte gewagt. Rezept stammt von der Seite Vegan!
Die war so lecker, dass ich mir zum Abendbrot gleich noch ein Stück gegönnt hab ;)

Ansonsten hab ich auch mal mein Dörrgerät entstaubt und zum Einsatz gebracht. Das schöne an einem Dörrgerät ist ja, dass so ziemlich alles darin getrocknet werden kann und man selbst mit einfachen Ausführungen (meins hat mal 60 Euro gekostet, ist also nicht sonderlich hochwertig) relativ gute Ergebnisse erzielen kann.

Apfel-Birnen-Chips

Äpfel
Birnen

Äpfel und Birnen waschen, entkernen und in Schnitzel schneiden. Diese auf den Dörrrosten verteilen und anschließen 8 - 9 Stunden trocknen (kommt aufs Gerät drauf an, Herstellerangaben beachten) 

Zucchinichips

1 - 2 Zucchini
2 El Apfelessig
2 El Olivenöl
Knoblauchpulver
Zwiebelpulver
Basilikum, Oregano, Thymian
Salz, Pfeffer

Zucchini mit nem Hobel in dünne Scheiben schneiden. In einer Schüssel mit den übrigen Zutaten mischen. Die Scheiben auf den Dörrrosten verteilen und ca. 10 Stunden trocknen (Herstellerangaben beachten)


So, wie ihr seht, war ich schon sehr produktiv *smile* Insgesamt geht es mir super gut, ich fühl mich klasse, energiegeladen, positiv gestimmt (mal abgesehen von nem sehr schmerzhaften Rückenproblem *jammer*). Ist vielleicht was dran an dem Mythos "Roh macht Froh"? Ich werde das weiter beobachten ;)
Ich hab noch sehr viel mehr Eindrücke gesammelt, davon werde ich aber bei den nächsten Malen berichten. Bis dahin wünsche ich euch ein paar gute Tage