Warum Homosexuell?

Also als ich klein war, wurde bei mir ein genetische Defekt entdeckt, der verursacht, dass meine Sexualhormone nicht richtig funktionieren - QUATSCH!!!
Eigentlich ist die Frage in sich schon dämlich. Warum Homosexuell? Gibt es darauf überhaupt eine Antwort. Ich liebe eine Frau (meine Ehefrau), vielleicht würde ich sie auch lieben, wenn sie ein Mann wäre...nee ich glaube nicht.
Mein Outing hatte ich vor fast 6 Jahren. Ich lebte in einer glücklichen heterosexuellen Beziehung und stellte auf einmal fest, dass ich mich in meine Arbeitskollegin verliebt hatte. Es hat alles seine Zeit gedauert...erstmal das für sich selber begreifen und eingestehen, dann aus der hetero Beziehung lösen, das der Familie erklären...nicht gerade einfach. Aber zum Glück lebe ich in eine realtiv aufgeklärten Gesellschaft, wo Homosexualität nicht weiter dramatisch ist - WIEDER QUATSCH.
Es ist dramatisch. Meine Partnerin und ich gehören weiß Gott nicht zu den Leuten, die unsere Orientierung zur Schau stellen oder sie aller Welt auf die Nase binden. Wozu auch, ich will auch nicht von jedem wissen, dass er hetero ist. Trotzdem bleibt man als Homosexuelle/r immer in diesem gewissen Sonderstatus. Ich weiß nicht, wie oft ich die Reaktion bekommen habe "Wie du bist Lesbe? Cool. Also ich meine, ich hab nix gegen Homosexuelle" - das ist echt nett, ich hab auch nix gegen Homosexuelle. Schwieriges Thema, aber es wird besser, ich will mich nicht beschweren. Wenn man bedenkt, dass bis vor ein paar Jahrzenten Homosexualität noch eine anerkannte psychische Krankheit war, hat sich doch vieles zum Besseren gekehrt. Immerhin dürfen wir jetzt so etwas ähnliches, wie eine Ehe durchführen (besser als nix) und wenn wir eine Familie gründen wollen, geht das mittlerweile auch halbwegs legal. Eine große Errungenschaft ist auch, dass Homophobie  (Feindseligkeit gegenüber Schwulen und Lesben) mittlerweile gesellschaftlich kaum noch akzeptiert wird (außer an Stammtischen oder Ähnlichen), d.h. man ist deutlich weniger Anfeindungen ausgesetzt. Dennoch bleibt dieser Menschen-zweiter-Klasse-Status erhalten. Es ist schwer, offen zu seiner Gesinnung zu stehen, wenn man stetig mit Vorurteilen konfrontiert wird (Wieso hast du denn dann keine kurzen Haare?).
Noch schwerer wird es, wenn Kinder in homosexuellen Beziehungen mitleben. Vor wenigen Wochen gab es unzählige Disskusionen darüber, ob homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen. Da wurde wirklich darüber disskutiert, inwieweit Kinder einen psychischen Schaden von solchen Familienumständen davontragen könnten. Nicht zuletzt unser neu gewählter Papst schimpft über sog. Regenbogenfamilien - Kindesmissbrauch.
Das macht mich manchmal wütend, manchmal traurig und manchmal bekomme ich Angst davor, was wird, wenn unsere Tochter in ein Alter kommt, wo sie sich für ihre Eltern rechtfertigen muss. Letztlich macht die Kinder doch nicht die Andersartigkeit und Besonderheit ihrer Lebensumstände unglücklich. Es ist vielmehr, dass ihnen eingeredet wird, dass sie so komisch, anders, seltsam sind. Also machen wir unsere Tochter später mal unglücklich oder die Gesellschaft, mit ihren Werten, ihrem "Normalitätsverständnis" und ihrer Gabe dafür, Menschen zu vermitteln, dass sie so wie sie sind, nicht sein dürfen, wenn sie nicht einer Norm entsprechen.
Ich hoffe, die Anerkennung von Homosexuellen und die Gleichstellung dieser nimmt weiterhin diese positive Entwicklung an, wie in den letzten Jahren. Es ist noch ein weiter Weg,..


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